Lokalsport

"Die müssen wir putzen!"

Nach der etwas unglücklichen Niederlage zum Saisonauftakt in Rastatt-Rheinau sind die VfL-Regionalliga-Basketballer im Zugzwang. Die Heimpremiere gegen die SG Heidelberg-Kirchheim morgen in der Walter-Jacob-Halle (19.30 Uhr) muss gewonnen werden.

KIRCHHEIM Die Rollen sind denn auch klar verteilt, was beide Trainer bestätigen. Michael Moritz, der neue verantwortliche Mann auf der Bank der SG, sagt: "In Kirchheim darf man verlieren, das ist eines der schwersten Auswärtsspiele überhaupt. Wir sind krasser Außenseiter." Und Theo Leftakis, Kirchheims Coach, fordert nur eines: "Wir müssen so spielen wie in Rastatt-Rheinau. Wenn uns das gelingt, gewinnen wir. Die müssen wir wegputzen."

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Viel Optimismus also beim VfL, aber auch viel Druck. Der Anspruch, in der Spitze der dritten Liga mitzuhalten, kann nur eingelöst werden, wenn man dieses Spiel gewinnt und die nächsten beiden in Mannheim und gegen den SSC Karlsruhe ebenfalls. Ohne Zweifel ist die Mannschaft stark genug dafür, aber es wird noch ein paar Spiele dauern, bis alle Rädchen im Leftakis-System ineinander greifen schließlich sind sechs Spieler neu.

Sechs? Waren es nicht sieben? Das stimmt leider. Denn Marcel Zeitler, das Kirchheimer Eigengewächs auf der Playmaker-Position, hat sich verabschiedet. Seit seiner langwierigen Schulterverletzung aus der Vorbereitung auf die Saison 2001/2002 hatte er nie mehr seine volle Leistung erreicht. Die eine Saison in der Zweiten (aus beruflichen Gründen) hat ihn natürlich auch nicht weitergebracht. Jetzt sah er keine Chance mehr, an seinen Konkurrenten immerhin Ross Jorgusen, James Hayden und neuerdings Jorgo Tsouknidis auf der Position eins vorbeizukommen oder wenigstens ein paar Minuten auf dem Feld zu ergattern. Also entschloss sich der 22-Jährige, der unbedingt spielen will, sein Glück anderswo zu versuchen: Beim Oberligisten SV Möhringen, wohin es auch schon Marc Adler gezogen hatte.

Durch die erneute Verletzung von Michael Weiß (Muskelzerrung) und die Sperre von James Hayden wird der Kader für morgen somit auf zehn Spieler reduziert. Wenigstens ist Marco Stifel erstmals dabei, der seine Knieprobleme einigermaßen im Griff hat. Auch David Bouwmeesters Rücken ist nach Auskunft von VfL-Physiotherapeut Jürgen Görs, der in den letzten Wochen viel Arbeit hatte, so weit im Lot, ebenso wie die Sehne im Sprunggelenk von Nenad Lukic.

Zu neunt reist die SG Heidelberg-Kirchheim an, denn Neuzugang Matthias Michelmann weilt noch im USA-Urlaub. Nach dem am Ende überzeugenden 77:60-Derbysieg gegen die KuSG Leimen ist das Selbstvertrauen bei den Gästen da, und trotz der klaren Außenseiterrolle rechnet sich Moritz etwas aus: "Wir müssen versuchen, irgendwie dran zu bleiben, indem wir Jorgusen aus dem Spiel nehmen. Wenn es dann im letzten Viertel knapp wird, kann ich für nichts garantieren. Wir haben nichts zu verlieren, der VfL hingegen sehr viel."

Die große Frage ist natürlich, ob die ungewohnte Umgebung in der Walter-Jacob-Halle eine Rolle spielen wird. Wegen der Messe "High-Teck" wurden die Basketballer aus der Sporthalle Stadtmitte ausquartiert, mussten zweimal im Schlossgymnasium und einmal in Ötlingen trainieren. Theo Leftakis sieht darin kein Problem: "Die andere Halle macht nichts, wir haben auch in Rastatt gut getroffen. Bei den zwei Einheiten haben wir viel Wurftraining gemacht." Deshalb gibt der Coach ein Versprechen ab: "Die Mannschaft wird noch besser spielen, die Systeme klappen immer besser."

Nachdem der erste Schritt zur Titelverteidigung ein Stolperer war, beginnt die Reise also morgen erst richtig. Ein kleines Schmankerl erwartet die Fans übrigens nach dem Spiel: Dann wird die Jazzband von Hauptsponsor Mosolf im Foyer aufspielen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei ein Sieg gefeiert wird, ist groß. Aber Garantien gibt es im Sport nun mal keine.

mad