Lokalsport

Die Party geht weiter

Basketball-Pro A: Auch Karlsruhe kann den Kirchheimer Lauf nicht stoppen

Kirchheims Basketballer marschieren munter weiter: Im Spitzenspiel des vierten Spieltags bezwangen die Knights am Samstagabend die BG Karlsruhe mit 94:86 (44:42) und stehen damit weiterhin an der Tabellenspitze der Pro A. Erneut punkteten fünf Ritter zweistellig, wobei Geburtstagskind Scott Freymond mit 21 Punkten zum Topscorer avancierte.

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Timo Probst

Kirchheim. Nach nervösem Beginn beider Mannschaften durfte Scott Freymond an seinem 29. Geburtstag den Punktereigen eröffnen. Der US-Amerikaner erwischte an seinem Ehrentag einen Start nach Maß und legte mit zwei Dreiern nach, ehe Gordon Scott und Radi Tomasevic für die 15:8-Führung nach sechs Minuten sorgten. Anschließend wurde es spektakulär in der Sporthalle Stadtmitte: Während eine Flugeinlage von Greg Baker vor allem dem Geschmack der Gästefans entsprach, erntete Phillipp Heyden im folgenden Angriff mit einem krachenden Dunking stürmischen Applaus.

Nachdem die Hausherren mittlerweile einen 18:10-Vorsprung herausgespielt hatten, kam der Knights-Motor gegen Ende des ersten Viertels plötzlich ins Stottern. In der Offensive fehlten die Ideen, während man den Karlsruhern zu viele Freiheiten gestattete. Acht BG-Punkte in Serie stellten den 18:18-Zwischenstand nach den ersten zehn Minuten her. Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts blieben die Gäste die spielbestimmende Mannschaft. Durch Marco Grimaldi und Rouven Rössler ging Karlsruhe mit 26:18 in Führung. David Michalczyk stoppte die Serie der Badener mit den ersten Kirchheimer Punkten seit fünf Minuten. Angetrieben von der lautstarken Unterstützung ihrer Fans, fanden die Knights nun wieder zurück ins Spiel und verkürzten durch Dreier von Lischka, Scott und Chennoufi auf 31:29. Angeführt vom starken Grimaldi, der im ersten Durchgang elf seiner insgesamt 20 Punkte erzielte, hielt Karlsruhe die Hausherren zunächst noch auf Abstand, doch der Knights-Express kam nun so richtig ins Rollen. Chris Gilliam schloss einen Fast-Break per Dunking zum 39:39-Ausgleich ab, ehe Scott Freymond mit der Schlusssirene für die 44:42-Halbzeitführung sorgte. Dank seiner 13 Punkte und einer starken Quote von der Dreierlinie (7/15) konnte Kirchheim das deutlich verlorene Reboundverhältnis in den ersten zwanzig Minuten wettmachen und mit einem knappen Vorsprung in die Pause gehen. Ignjatovic fand angesichts der Unterlegenheit unterm Korb jedoch deutliche Worte in der Kabine.

Kirchheim kam mit viel Schwung zurück aufs Spielfeld und übernahm die Kontrolle über die Partie. Einzig Rouven Roessler fand auf Karlsruher Seite in dieser Phase noch eine Antwort auf die gute Defense der Knights. Der ehemalige BBL-Profi hielt die Gäste mit neun Punkte in Serie quasi im Alleingang im Spiel. Kirchheims Ziyed Chennoufi sorgte schließlich in letzter Sekunde für den 69:63-Zwischenstand vor dem Schlussabschnitt und riss die Zuschauer mit dem zweiten „Buzzer Beater“ des Abends von ihren Sitzen.

Es folgte ein offener Schlagabtausch beider Teams, bei denen Greg Baker und Marco Grimaldi für die Gäste und Scott Freymond für die Knights die auffälligsten Spieler waren. Das gute Zusammenspiel von Benjamin Lischka und Chris Gilliam ließ den Vorsprung bis Mitte des Viertels weiter anwachsen (85:74). Doch Karlsruhe kam noch einmal zurück und verkürzte zwei Minuten vor Schluss auf 85:80. Nachdem Marco Grimaldi mit seinem fünften Foul auf der Bank Platz nehmen musste und Phillipp Heyden die Badener auf Abstand hielt, sorgten Rouven Roessler und Jeremy Black mit sechs Punkten in Serie zum 87:86 eine Minute vor dem Ende für Spannung. Phillipp Heyden und Scott Freymond behielten jedoch die Nerven und versenkten sieben von acht Freiwürfen, während die Ritter-Defense bis zum 94:86-Endstand keinen Punkt der Gäste mehr zuließ.

Die Knights bleiben damit nicht nur an der Tabellenspitze der Pro A, sondern zusammen mit Topfavorit BBC Bayreuth das einzige noch ungeschlagene Team. Auch wenn sich die Kirchheimer gegen Karlsruhe die eine oder andere Schwächephase leisteten, zeigte sich Frenkie Ignjatovic nach dem Spiel zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „Wenn wir so weiter machen, werden wir noch viel Spaß haben in dieser Saison“, meinte der Trainer mit Blick auf das anstehende Derby gegen Crailsheim am Samstag.

VfL Kirchheim Knights – BG Karlsruhe: 94:86 (18:18, 26:24, 25:21, 25:23)

VfL Kirchheim Knights: Freymond (21, 7 Rebounds, 4 Assists), Heyden (16, 7 Rebounds), Chennoufi (12, 3 Steals), Tomasevic (12), Scott (11, 6 Rebounds), Gilliam (9), De Michael (8, 7 Rebounds), Lischka (3), Michalczyk (2), Menck.

BG Karlsruhe: Roessler (22), Grimaldi (20), Black (15, 10 Rebounds), Baker (12), Kazarnovski (10), Richardson (4, 7 Rebounds), Rüeck (3), Stoll.