Lokalsport

Die Rad-WM als Rohrkrepierer

Günter Riemer bricht eine Lanze für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit im WRSV

Ein halbes Jahr nach der Rad-WM in Stuttgart haben sich die Wolken des Dopingskandals im Radsport nicht verzogen. Dennoch blicken die Verantwortlichen nach vorne. „Wir haben uns in Württemberg stets für einen sauberen Sport eingesetzt“ ,warnte WRSV-Präsident und Kirchheims Bürgermeister Günter Riemer beim Verbandstag vor Pauschalurteilen.

Weissach. Die Verfehlungen im Profibereich würden oft ohne nähere Betrachtungen auf den gesamten Radssport übertragen, beklagte Riemer beim Verbandstag des WRSV in Weissach. Dem Nachwuchs werde damit immenser Schaden zugefügt. „Unsere jungen Sportler müssen häufig mehr Zeit und Geld investieren als Gleichaltrige in anderen Sportarten, um den Ansprüchen in den Kadern gerecht zu werden“, sagte Riemer. Er hoffe deshalb, dass es gelingen wird, auch weiterhin Sponsoren für den Nachwuchsbereich zu gewinnen.

Günter Riemer warb bei den Delegierten deshalb um Verständnis für eine Beitragserhöhung: „Wenn wir zukunftsorientiert arbeiten und sportliche Erfolge verbuchen wollen, müssen wir dafür auch die finanzielle Basis schaffen.“ Vor allem das Lehrwesen stelle eine tragende Säule dar, die den Vereinen ermöglicht, ihre Übungsleiter und Trainer ständig fortzubilden. Nach eingehender Diskussion stimmten die Delegierten der von der Verbandsspitze und den Bezirksvorsitzenden vorgeschlagenen Erhöhung mehrheitlich zu.

Eine positive Bilanz zog Günter Riemer bei der Entwicklung der Mitglieder. Sowohl im Erwachsenen- als auch im Jugendbereich haben sich die Zahlen kontinuierlich nach oben bewegt. Der drittgrößte Landesverband im Bund Deutscher Radfahrer (BDR) zählt aktuell knapp über 18 500 Köpfe, davon sind etwa 4 600 Kinder und Jugendliche. Im Vergleich zu anderen populären Sportarten habe man gerade im Kinder- und Jugendbereich große Zuwachsraten zu verzeichnen.

Seitens des BDR wünschte sich Riemer in Anwesenheit von BDR-Präsident Rudolf Scharping mehr Engagement im Bereich Freizeitsport und Mountainbike. Zwar sei die Einführung von Hobbyrennen positiv zu bewerten, das reiche aber bei der großen Zahl der Freizeitradler bei Weitem nicht aus. Er bedauerte zudem, dass die WM in Stuttgart nicht die erwartete Nachhaltigkeit für den Radsport in der Region gebracht habe. Mit Blick auf den eigenen Landesverband stellte Riemer selbsbewusst fest: „Wir haben erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler, eine solide finanzielle Basis, steigende Mitgliederzahlen und sehen uns deshalb auf dem richtigen Weg.“ gk

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