Lokalsport

Die Reise in den Hexenkessel

Nach der Spielpause wegen der Verlegung des Spiel gegen Crailsheim auf den 23. Dezember greifen die Kirchheim Knights wieder ins Geschehen der zweiten Liga ein. Auf dem Programm steht morgen die Reise in die Hermann-Kessler-Halle nach Nördlingen.

MAX DANIEL

Anzeige

KIRCHHEIM Unter nicht gerade optimalen Bedingungen stand die Vorbereitung auf die Begegnung. Im Mittelpunkt: die Verabschiedung von Nenad Lukic. Seine chronische Fersenverletzung, die sich seit über einem Jahr nicht bessert, konnte auch eine Operation im Frühjahr nicht beilegen. Der inzwischen 33-Jährige quälte sich durch die Praxen von Ärzten und Physiotherapeuten. Jetzt trafen Klub und Spieler die gemeinsame Entscheidung, dass weiteres Warten zwecklos sei. Gleichzeitig hat Lukic inzwischen Arbeit gefunden, sodass er auch als Co-Trainer für Pasko Tomic nicht zur Verfügung stand. Nach zweieinhalb Jahren endet somit die Zeit des Serben in Kirchheim. Lukic: "Es tut mir unendlich leid, dass ich den Knights nicht helfen konnte, es wäre der optimale Abschluss meiner Karriere gewesen." Im Gästebuch der Squires bedankte sich Lukic bei seinen Fans für die großartige Unterstützung in den zurückliegenden Jahren.

Das zweite Problem der Woche: Beim Abschied am Dienstagabend konnte Pasko Tomic nicht dabei sein. Den Knights-Coach hat eine Grippe erwischt, die ihn auch am Mittwoch daran hinderte, in die Halle zu kommen. Ohne Trainer und Co-Trainer versuchte sich die Mannschaft selbstständig auf den kommenden Gegner vorzubereiten. Der zeichnete sich in den bisherigen elf Spieltagen vor allem durch eines aus: Wankelmütigkeit. Starke Auftritte gegen die Liga-Größen Jena (69:72) und Chemnitz (77:85) wechselten sich mit desaströsen Auswärtsschlappen in Bayreuth (48:87) und Heidelberg (44:85) ab. Gegen die Kollegen im Keller schnitt die Mannschaft von Coach Zoltan Nagy dagegen recht gut ab: In Rastatt (72:68) und Mainz gelangen die beiden einzigen Auswärtssiege, zu Hause konnten sogar Lich (76:74) und Breitengüssbach (73:71) in denkwürdigen Schlachten bezwungen werden.

Denkbar knapp ging es auch im Pokal zu, als der TSV Anfang Oktober in Kirchheim 73:72 die Oberhand behielt und es anschließend bis in die erste DBB-Runde schaffte. Dort war dann gegen den Erstligisten BG Karlsruhe (72:90) Endstation. In der Hermann-Kessler-Halle, wo im Schnitt 1440 Zuschauer jedes Spiel zum Ereignis machen, waren dabei allerdings nur 400 Fans. Trotzdem gelten die Nördlinger als die heißesten Anhänger der Liga, zusammen mit den Sachsen aus Chemnitz.

Das Nördlinger Spiel basiert auf zwei starken Amerikanern: Center Kevin Hanson (2,08 m, 14,8 Punkte pro Spiel, 9,2 Rebounds) und Aufbausspieler Cedric Brooks (Nummer fünf der Korbjägerliste mit 21,4 Punkten). Achten muss man auch auf Flügelspieler Anthony McCrory (2 m, 13,1 Punkte). Auffallend ist die Schwäche des Teams von der Drei-Punkte-Linie: Keiner der Werfer kommt über 30 Prozent Wurfquote, Teamstar Brooks traf bisher nur bei 19 von immerhin 70 Versuchen.

Die Knights können sich also durchaus Chancen auf einen Sieg ausrechnen. Tim Burnette wurde in den vergangenen zwei Wochen bereits gut in die Mannschaft integriert, er könnte beim Aufeinandertreffen zweier auf dem Papier ähnlich starker Mannschaften den Ausschlag geben. Wer den Trip mit den Knights in den Ries-Krater mitmachen will: der Fanbus fährt am morgigen Samstag um 15.45 Uhr an der Sporthalle Stadtmitte ab. Eine Anmeldung ist wie üblich möglich unter ulrich@tangl.de oder (07021)41219.

VfL Kirchheim:

Burnette, Goehrke, Hountondji, Jorgusen, Karamatskos, Klemm, Kranz, Lenger, Reichmuth, Sivorotka, Zyskunov.