Lokalsport

Die Rollen sind klar verteilt

Die Knights gehen diesmal als Außenseiter ins Derby gegen Crailsheim

Emotionen, Spannung pur und jahrelange Rivalität. Das sind Markenzeichen eines Derbys in vielen Sportarten. Das bekannteste der 2.Basketball-Bundesliga ist das Aufeinandertreffen der Kirchheim Knights mit den Merlins aus Crailsheim. Morgen Abend um 20 Uhr heißt es in der Kirchheimer Sporthalle Stadtmitte wieder: Ritter gegen Zauberer, Gelb gegen Blau, Sechster gegen Dritter, Kirchheim gegen Crailsheim.

Kirchheim Knights (gelbe Trikots) - BG KarlsruheBryan Smithson
Kirchheim Knights (gelbe Trikots) - BG KarlsruheBryan Smithson

Kirchheim. Niederlagen gegen Crailsheim vergisst man in Kirchheim nicht so schnell. Zumal sie in dieser Saison auch gar nicht allzu lange zurückliegen: Am 21. Dezember unterlagen die Knights im schon traditionellen Weihnachtsspiel mit 76:88. Am morgigen Freitag nun also die Gelegenheit zur Revanche, und der Zeitpunkt könnte kaum für mehr Spannung sorgen: Die Kirchheimer haben mit dem überraschenden Sieg in Heidelberg neues Selbstvertrauen getankt, der Gegner gilt nicht erst nach dem spektakulären Erfolg gegen Jena am vergangenen Samstag als die Mannschaft der Stunde.

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Eine Mannschaft mit enormer Qualität. Ganz oben auf der Liste der zu stoppenden Spieler steht ein Name in großen Lettern geschrieben: Carlos Medlock. Der Crailsheimer Aufbauspieler ist nicht nur wegen seiner knapp 20 Punkte im Schnitt Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Merlins. Zuletzt gegen Jena erzielte der US-Guard alleine 39 Punkte. Auch im Hinspiel dominierte Medlock über weite Strecken das Geschehen. Gut, dass sein direkter Gegenspieler Bryan Smithson nach seiner Fußverletzung immer besser in Fahrt kommt und so langsam wieder zu alter Stärke zurückfindet. Auf seinen Schultern lastet morgen eine Menge Verantwortung. Nicht nur die Bewachung Medlocks ist seine Aufgabe, er ist auch Denker und Lenker im Kirchheimer Spiel.

Doch nicht nur das Duell der beiden Amerikaner dürfte interessant werden. Mit Jonathan Moore, Josten Crow, Yorman Polas und Philipp Friedel stehen weitere Spieler der Extra-Klasse im Kader der Merlins. Eine Spitzenkraft könnte im Derby indes fehlen: Center und Kapitän Stevie Johnson verletzte sich im Spiel gegen Jena. Sein Ausfall wäre ein herber Verlust für Trainer Willie Young, da Johnson vor allem in der Defensive gebraucht wird, um gegen Björn Schoo, Ben Beran oder Sebastian Adeberg für Stabilität zu sorgen. An der klaren Favoritenrolle der Gäste ändert dies nichts. Dafür sorgt eine beeindruckende Serie von zuletzt fünf Siegen in Folge.

Nicht nur für Kirchheims Fans, auch für Trainer Ignjatovic hat das Derby eine ganz spezielle Bedeutung. Für den langjährigen Kirchheimer Trainer könnte sich am Freitag ein ganz besonderes Jubiläum erfüllen. Bislang stehen 99 Siege in Pflichtspielen auf dem Konto von Ignjatovic. Es wäre eine ganz spezielle Konstellation, sollte der 100. Sieg gerade gegen Crailsheim vor heimischen Fans gelingen. Und auch für den Saisonverlauf der Teckstädter hätten die zwei Punkte eine wichtige Bedeutung. Die ersten zehn Mannschaften der Liga liegen in der Tabelle nach wie vor eng beieinander. Die vergebenen Punkte gegen Leverkusen sind noch nicht vergessen, auch wenn Kirchheims Trainer diesen Chancen nicht mehr nachtrauern will. „Die Liga ist ganz eng beieinander. Mittlerweile kann jede Mannschaft jeden schlagen“, sagt der Trainer. Eine Erkenntnis, die wohl umso mehr auf prestigeträchtige Derbys zutrifft.cs