Lokalsport

Die Stunde der Mathematiker hat geschlagen

In einer solch komfortablen Situation war der VfL Kirchheim in dieser Saison nur selten: Beim Derby am morigen Samstag in Eislingen besteht kein Druck des unbedingt Siegenmüssens dank der makellosen Bilanz der vergangenen Wochen.

REIMUND ELBE

Anzeige

KIRCHHEIM Mit Pathos sollte man zwar in allen Lebenslagen vorsichtig umgehen, aber wie sich die Verbandsliga-Fußballer des VfL Kirchheim binnen weniger Wochen aus einer prekären Lage befreit und auf Platz neun vorgearbeitet haben, nötig Respekt ab: 16 Punkte aus sechs Spielen beispiellos in der jüngsten VfL-Historie. Dass die Kirchheimer nebenbei auch das erfolgreichste Verbandsligateam im Jahr 2006 sind, ist zudem eine nette Begleiterscheinung.

Nun schlägt die Stunde der Mathematiker an der Jesinger Allee. "40 Punkte brauchen wir, dann müsste der Klassenerhalt gesichert sein", sagt Kirchheims Trainer Michael Rentschler. Acht Zähler aus acht Partien wären dafür notwendig klingt machbar. Vor allen Dingen auch deshalb, weil das Programm der Teckstädter in den kommenden Wochen nicht gerade für Schweißausbrüche sorgt. Der samstägliche Gegner FC Eislingen ist beispielsweise Vorletzter und mit aktuell 17 Punkten fast schon in aussichtsloser Position im Abstiegskampf. Anschließend kreuzen am Gründonnerstag (13. April) die SF Dorfmerkingen an der Jesinger Allee auf. Nach dem nicht gerade stilvollen Rausschmiss von Trainer Norbert Stippel (wir berichteten) ist nun übrigens der Pressewart des Clubs, Eugen Rösch, zum neuen Cheftrainer gekürt worden. Das Dorfmerkinger Eigengewächs war bisher auch Trainer der SFD-Bezirksliga-Mannschaft.

Nach dieser Heimpartie treten die Kirchheimer beim derzeit Letzten FC Wangen an. Der Klassenerhalt liegt sozusagen auf dem Tablett, die Kirchheimer Kicker müssen sich sozusagen nur vom Punktekuchen bedienen. In Eislingen besteht die erste Chance. Nur die langzeitverletzten Guido Fuchs ("ich hoffe, dass ich in den letzten vier Spielen der Saison wieder dabei bin") und Michael Kutscher (Kreuzbandriss) fehlen beim Nachbarschaftsduell an der Fils. Der stark lädierte Kapitän Mario Grimm ("ich konnte beim 1:0 gegen Kirchentellinsfurt nur mit Schmerzmitteln spielen") hofft nach der in Au erlittenen Hüftprellung, wieder völlig fit zu sein. "Die Mannschaft hat durch die gezielten Verstärkungen in der Winterpause deutlich an Stabilität gewonnen", betont der sportliche Leiter des VfL, Norbert Krumm vor dem Duell mit den Eislingern, "deshalb bin ich für die Partie am Samstag zuversichtlich."

Die morgigen Gastgeber haben auch schon einen Trainerwechsel in dieser Runde hinter sich gebracht: Langzeitcoach Manfred Römer musste nach dem 15. Spieltag die Verantwortung für das Verbandsligateam abgeben, seitdem sitzt der Filderstädter Ralf Rueff auf der Bank. Eine Initialzündung gab es dadurch allerdings nicht: Mit lediglich 17 Punkten sieht es nach wie vor düster aus beim einstigen Oberligisten, der mit über einem halben Dutzend früherer VfL-Kicker im Kader aufwarten kann: So zum Beispiel die beiden Ex-Regionalligakicker Cesare d'Agostino und Markus Gabriel. Daneben laufen auch Jochen Höfer und das Kirchheimer Ur-Gestein Carmelo Scaffidi im Dress der Filstäler auf.

Mögliche VfL-Aufstellung:

Gühring Lovric, Eisenhardt, Grimm, Siopidis Isci (A. Meha), Er, Raspe (F. Meha), Heilemann, Polat Ferenz.