Lokalsport

Die Tafelrunde bei den Knights ist komplett

Kirchheimer verpflichten mit Baumann und Crawford zwei weitere US-Amerikaner

Die Geheimniskrämerei hat ein Ende: Mit Hagens Center Adam Baumann und Aufbauspieler Cliff Crawford von der BG Karlsruhe haben Kirchheims Basketballer zwei weitere US-Boys an Land gezogen. Damit sind die Personalplanungen der Ritter für die Pro A vorerst abgeschlossen.

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Bernd Köble

Kirchheim. Probleme sind lästig und in der Regel dazu da, um aus der Welt geschafft zu werden. Es gibt aber auch welche der angenehmen Art. Ein solches Luxusproblem leisten sich die Knights vor dem Saisonstart in die Pro A auf der Centerposition. Aus dem Duo Andreas Hornig und Phillipp Heyden ist inzwischen ein Trio geworden. 2,04 Meter groß, 110 Kilo schwer – Adam Baumann ist alles andere als ein Leichtgewicht unterm Korb. Einer, wie ihn sich die Knights gewünscht haben: athletisch, beweglich, durchschlagskräftig. Überdies einer, der für einen Amerikaner im deutschen Geschäft ungewöhnlich bodenständig wirkt.

113 Zweitligaspiele hat der 27-Jährige in den vergangenen vier Jahren im Trikot von Phoenix Hagen aufs Parkett gelegt und sich dabei zum Publikumsliebling entwickelt. Nicht zuletzt dank seiner Effizienz: sieben Rebounds und zwölf Punkte pro Spiel erzielte Baumann in der abgelaufenen Saison bei einer durchschnittlichen Einsatzzeit von 22 Minuten. Für einen Spieler seines Zuschnitts hat der US-Boy mit 29 erfolgreichen Versuchen auch eine passable Dreierquote aufzuweisen.

Dass es eng werden könnte unterm Korb, befürchtet Kirchheims sportlicher Leiter Michael Schmauder nicht. Er freut sich auf einen gesunden Konkurrenzkampf und sieht im Amerikaner die perfekte Ergänzung zu Hornig und dem jungen Heyden, dem man den Durchbruch in dieser Saison zwar zutraut, aber auch mögliche Anlaufschwierigkeiten zugestehen möchte. „Kann sein, dass Phillipp noch ein halbes Jahr braucht, um richtig Fuß zu fassen“, meint Schmauder. Coach Frankie Ignjatovic sieht gar einen vierten Kandidaten auf der Centerposition. Von Peter Klemm, dem jüngeren Bruder von Mannschaftskapitän Tom Klemm, erwartet der Trainer eine deutliche Leistungssteigerung. „Er kann mehr als er vergangene Saison gezeigt hat“, ist Ignjatovic überzeugt.

Der zweite Neuzugang, der am Dienstag erstmals mit der Mannschaft trainierte, kommt aus Karlsruhe und galt in der abgelaufenen Spielzeit als bester Aufbauspieler in der Pro A. Seine Qualitäten als Spielmacher brachten Cliff Crawford im November vergangenen Jahres die Wahl zum Spieler des Monats ein. Die Bilanz des 26-Jährigen, der als ausgesprochen mannschaftsdienlich gilt, kann sich sehen lassen: Mit 6,2 Rebounds und 19,2 Punkten pro Spiel war Crawford im Vorjahr drittbester Scorer der Liga.

Einen wie ihn, wird man in Kirchheim brauchen, denn die Lücken, die Tim Burnette oder David McCray hinterlassen, sind beträchtlich. Was McCray betrifft, scheinen die Würfel endgültig gefallen zu sein: „David ist zwar weiterhin mit Doppellizenz bei uns gemeldet. Ludwigsburg plant jedoch fest mit ihm“, sagt Michael Schmauder. Umgekehrt können die Kirchheimer fest auf einen bauen, von dem Ludwigsburgs ­Headcoach Rick Stafford behauptet, er habe schon jetzt das Zeug zur ersten Liga: U20-Nationalspieler Ziyed Chennoufi, neue Flügelhoffnung im Kirchheimer Spiel, soll kommende Saison nur Augen für die Teckstädter haben. „Alles in allem“, glaubt Michael Schmauder, „sind wir ausgeglichener besetzt als im Vorjahr.“

Ob sich dies auch im Ergebnis niederschlägt, wird sich schon am morgigen Freitag zeigen, wenn die Knights zum Auftakt des dreitägigen Vorbereitungsturnieres der KGJ Schwenningen auf den Gastgeber treffen (20.30 Uhr). Sechs Teams aus vier verschiedenen Ländern: Neben dem Ligakonkurrenten aus Chemnitz sind mit den Starwings aus Basel und AB Contern zwei Erstligisten aus der Schweiz und Luxemburg vertreten. Als großer Turnierfavorit gilt der zehnfache tschechische Meister ­Synthesia Pardubice. Für das neu zusammengewürfelte Team aus Kirchheim sicherlich noch kein Test mit großer Aussagekraft, aber ein erster Vorgeschmack auf kommende Aufgaben.