Lokalsport

Die Teck versinkt im Matsch

Es war wahrlich kein Tag für Genießer. Schneematsch und knöcheltiefer Morast stellten die Teckläufer am Samstag auf eine harte Probe. Der Kirchheimer Silvesterlauf blieb auch im 24. Jahr seinem Ruf als unberechenbare Größe treu. "So ist das halt, wer schon lange dabei ist, kennt es", meinte Lauftreff-Leiterin Jutta Krehl, die die Schar der Unentwegten vor dem Rathaus begrüßte.

BERND KÖBLE

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KIRCHHEIM Vieles mag vorhersehbar sein im Leben. Eines gewiss nicht: Die Streckenverhältnisse bei der kollektiven Hatz auf die Teck am letzten Tag des Jahres bleiben traditionsgemäß bis zuletzt eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Nicht wenige der rund 400 mutig Entschlossenen, die pünktlich um 15 Uhr von Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker auf den Weg geschickt wurden, hatten bis zuletzt gehofft, die angekündigte Warmfront würde erst mit Verspätung anrücken. Wohl auch jener Scherzbold, der sich kurz zuvor im Kirchheimer Polizeirevier gemeldet und mit der Nachricht, die Veranstaltung sei abgesagt, kurzzeitig für Verwirrung gesorgt hatte. Der heftige Schneesturm in der Nacht zum Samstag jedenfalls hatte milde Temperaturen im Gefolge und verwandelte die weiße Pracht in nur wenigen Stunden in einen braun gefärbten Flickenteppich.

Der Rest war dann tatsächlich vorhersehbar: Knöcheltiefer Matsch in den schwierigsten Passagen unterhalb des Hörnles und auf den letzten Kilometern nach der Schranke sorgten wie schon in den Jahren zuvor für eine kraftraubende Rutschpartie. Doch eingefleischte Teckläufer sind naturgemäß nicht zart besaitet. Dem einen oder anderen, der schon vor dem Torbogen am Eingang in den Burghof mit kräftigem Applaus empfangen wurde, standen die Strapazen dennoch deutlich ins Gesicht geschrieben. Andere wiederum trugen es mit Humor und machten sich im Baströckchen oder gar in überdimensionierten Fell-Pantoffeln auf die Strecke. Der Silvesterlauf, das ist eben stets auch große Bühne für Spaßvögel und skurrile Typen.

Andere wiederum kommen alljährlich von weit her, um die besondere Atmosphäre zu erleben. Etwa aus dem sonnigen Barcelona, wie der 19-jährige Nico Garcia-Vogel, oder vom Rand der Pyrenäen aus Toulouse wie der 44-jährige Oliver Portugall. So wie sie verbinden viele Verwandtschaftsbesuche zwischen den Jahren mit dem sportlichen Highlight auf der Teck. Dass die Veranstaltung auch ohne Zeitnahme und Klassement sportlichen Stellenwert genießt, bewies das eine oder andere bekannte Läufergesicht, das an der Spitze des Feldes auch in diesem Jahr auszumachen war.

Spätestens nach der von Fackelläufern stimmungsvoll umrahmten Rückkehr vor dem Rathaus waren dann alle Strapazen vergessen. Bei Gebäck und einem Glas mit heißem Tee oder Glühwein gewannen die Glückshormone rasch die Oberhand. Und zum versöhnlichen Ende gab es noch die gute Nachricht obendrein, dass die Helfer von DRK und Bergwacht auch in diesem Jahr am Silvesterabend ohne Überstunden auskommen würden.