Lokalsport

Die Wachablösung ist vorerst vertagt

BERND KÖBLE

KIRCHHEIM Glückwunsch zu Deinem sechsten Erfolg in Serie. Wie wichtig ist dieser Titel nach der mageren Saisonbilanz bisher?Die Deutsche Meisterschaft ist immer wichtig. Schließlich geht es dabei um die Vorherrschaft im eigenen Land. Natürlich freut man sich besonders, wenn es vorher nicht so lief. Beim Weltcup in Willingen sind wir einfach schlecht gefahren, da gibt es nichts zu beschönigen. Zuvor war eine Menge Pech im Spiel. Manni hätte es in Albstadt ja fast schon wieder erwischt, als sich ein Absperrband in die Kette wickelte. Wie er sich danach wieder herangekämpft hat, zeigt seine Klasse.Rückt der Zeitpunkt der Wachablösung im Fumic-Team näher?Es geht um keine Wachablösung. Die Fumic-Brüder müssen sich als Team und als Marke verkaufen. Wenn du die Chance und das Potenzial hast, sechs oder sieben Mal in Folge Deutscher Meister zu werden, dann geht es nicht nur um den Titel, sondern auch darum, ein Stück Sportgeschichte zu schreiben. Dafür springt jeder für den anderen in die Bresche.Seit Jahren gibt es niemanden, der Euch die Alleinherrschaft im eigenen Land streitig machen könnte. Doch auch die deutschen Überflieger tun sich auf internationalem Parkett derzeit schwer. Ist die Kluft zwischen der Weltspitze und dem deutschen Fahrerfeld zu groß?Das glaube ich nicht. Wir sind seit Jahren in der Weltspitze dabei. Das einzige was uns fehlt, ist endlich einmal ein Sieg. Lässt man Willingen beiseite, hatten wir in dieser Saison eine fast unglaubliche Pechsträhne zu verdauen. Um international ganz oben zu stehen, brauchst du in diesem Sport einen Tag, an dem alles passt: Die Beine, das Wetter, die Technik. Was das deutsche Niveau anbelangt, sollte man Albstadt nicht überbewerten. Stefan (Sahm, Anm. d. Red.) und Marc (Gölz) ging es an diesem Tag nicht so gut. Die Strecke war zudem sehr anspruchsvoll. Da musst du absolut fit sein. Fehlt Euch beiden zurzeit das Selbstvertrauen für den ganz großen Wurf?Nein. Das Selbstvertrauen ist da. Wir fühlen uns stark genug und wissen, was wir können. Es gibt eben Leute an der Spitze, die bereiten sich ausschließlich auf den Weltcup vor. Wir haben in diesem Jahr den großen Sponsor nicht im Rücken, das heißt, wir müssen viel mehr auch hier in Deutschland fahren, um präsent zu sein. Die Verantwortung ist größer geworden und damit auch der Druck. Der deutsche Titel war daher enorm wichtig. Jetzt können wir uns auf den Weltcup, auf die EM und WM konzentrieren. Wir müssen uns von Wochenende zu Wochenende voran arbeiten. Auf drei Hochzeiten zu tanzen, kostet eben Kraft.Wie sehr hat Euch die Kulisse in Albstadt beflügelt?Das Publikum, die Strecke, die Organisation Albstadt war wirklich sensationell. Vor einer solchen Kulisse trittst du gleich zwei Gänge höher.Und anschließend wurde gefeiert?Klar. Wir sind nach dem Rennen noch dort geblieben und haben die Partystimmung genossen. Etliche Vereine haben uns die Ehrenmitgliedschaft angeboten. Ein wirklich super Publikum. Beim Marathon im Juli sind wir wieder dabei.

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