Lokalsport

Die Weißenhorner sehen schwarz

Den sechsten Sieg im sechsten Spiel wollen die Kirchheim Knights einfahren. Das Spiel beim FV Weißenhorn am Samstag (20 Uhr) wird aber kein Selbstläufer.

KIRCHHEIM Es war wieder eines dieser Mittwoch-Trainings. Coach Theo Leftakis zählte seine Schäfchen und kam auf sechs. Nicht einmal sein Assistent Pasko Tomic war noch da. Der hatte gerade die Halle wieder verlassen. Aus gutem Grund: Schließlich musste er zurück in die Klinik nach Esslingen zu seiner Frau, die morgens um vier Töchterchen Pia zur Welt gebracht hatte. Glückwunsch, Pasko und Silvana.

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Beruflich verhindert waren wieder einmal James Hayden und Jorgo Tsouknidis. Emre Atsür meldete sich per SMS ab: Er weilte in Essen bei einem weiteren Vorstellungsgespräch. Franjo Kikic war zum Trainingsbeginn da und wurde, da ihm eine beginnende Grippe an der Nasenspitze anzusehen war, sofort wieder heimgeschickt. Nenad Lukic vergnügte sich wie fast immer zuletzt an einem Seitenkorb mit ein paar Würfen. Neuzugang Umberto Abbagnara, der ehemalige BBW-Auswahlspieler, der möglicherweise morgen erstmals spielen soll, kam aus Ulm nicht weg. Und dann verabschiedete sich auch noch Kai-Uwe Kranz: Er fuhr noch am Abend nach Gütersloh zu seinen Eltern, wollte aber pünktlich zum Training gestern Abend zurück sein nach wohl zehn bis zwölf Stunden im Auto. Da warens nur noch fünf.

Kein Wunder, dass Kirchheims Trainer stöhnte: "Es sieht nicht gut aus." Dabei hatte er ein Video vom letzten Spiel des Gegners FV Weißenhorn studiert, war mit reichlich Ideen ins Training gekommen. Der FV hatte zum dritten Mal nacheinander verloren, diesmal 98:102 bei der SG Heidelberg-Kirchheim. Joachim Brunst, ein Ex-Kirchheimer, der seit vielen Jahren in Mannheim lebt, lieferte das Video und jetzt konnte Leftakis kaum etwas mit seinen Erkenntnissen anfangen. Immerhin hatte er eines gesehen: "Weißenhorn ist sehr gut. In Heidelberg haben sie nur verloren, weil sie fünf gegen sieben spielen mussten." Er spielte damit auf die Schiedsrichter an.

Auch Weißenhorns Abteilungsleiter Jochen Seif war dieser Auffassung: "Wir wurden gnadenlos und nach allen Regeln der Kunst niedergepfiffen." Die schwache Abwehr im eins gegen eins, die Heidelberg unzählige Korbleger gestattete, die Probleme gegen die Halbfeldpresse und die schwache Form von Teamleader Rashad Carter dürfte allerdings ebenfalls eine gewisse Rolle gespielt haben.

FV-Coach Dario Jerkic schloss sich zwar der Verschwörungstheorie seines Chefs an, konnte daraus aber wenig Erkenntnisse für das Spiel morgen ziehen. Er blies in dasselbe Horn wie Leftakis und versuchte sich noch extremer in Understatement bei 2:6 Punkten kein Wunder: "Wir sind schlecht drauf. Wenn wir mit weniger als 20 Punkten verlieren, können wir froh sein. Wir planen unsere Punkte nicht aus den Spielen gegen Kirchheim." Er gab noch bekannt, dass sein einziger konstant starker Spieler, Mario Simic (37 Punkte in Heidelberg), sich eben im Training den Fuß verstaucht hätte. Frank Shorter, Weißenhorns bester Center, wird auf jeden Fall fehlen: Er wurde in Heidelberg Mitte des dritten Viertels disqualifiziert, weil er Matthias Michelmann den Ellenbogen übers Ohr gezogen hatte. Die Entscheidung der Staffelleitung steht zwar noch aus, aber Shorter wird auf jeden Fall ein bis drei Spiele Sperre bekommen.

In Kirchheim weiß man, was auf dem Spiel steht: Die Tabellenführung. Und der Regionalliga-Start-Rekord: Noch nie seit dem Regionalliga-Aufstieg '79 hat ein VfL-Team die ersten sechs Spiele in der dritten Liga gewonnen. Das gelang 1999/2000 nur dem Oberliga-Team unter Wieslav Zajac. Wer den möglichen Rekord miterleben will, kann sich übrigens noch für den Weissinger-Fanbus, der um 18.15 Uhr an der Sporthalle Stadtmitte abfährt, anmelden (ulrich@tangl.de oder 07021/41219).

mad

VfL: Abbagnara (?), Atsür, Goehrke, Hayden, Hountondji, Jorgusen, Kikic, Kranz, Lenger, Lukic (?), Neboh, Tsouknidis