Lokalsport

Die Wildsau im Burggraben

OWEN Vielleicht war das verwandtschaftliche Verhältnis der Herren von Teck zum englischen Königshaus der Grund für das "very british weather", das die traditionellen Bogenschützen des TSV Ötlingen bei ihrem ersten Langbogenturnier auf der Teck begleitete. Trotz strömenden Regens traten am Samstag gar mehr Langbogenschützen an als auf der Meldeliste standen. Die Tradbogner des TSV Ötlingen hatten sich ins Zeug gelegt, um im Burghof einen anspruchsvollen Bogenparcours aufzubauen. Aus Distanzen zwischen zehn und 45 Metern wurde auf acht verschiedene Schaumstoffziele geschossen. Beschossen wurden dabei Ratten, die sich in der herzoglichen Speisekammer über den Käse hergemacht hatten, eine Spinne, die im Burgverlies ihr Unwesen trieb oder eine Wildsau, die im Burggraben nach Fressbarem suchte.

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Nach zwei Runden standen zwar die Punktbesten fest, beim abschließenden Robin-Hood-Schießen wurden jedoch die wahren Meister ermittelt. Die fünf Besten jeder Klasse erhielten mit viel Liebe zum Detail handgefertigte Preise. Was an diesem Tag mehr wog, war das uneingeschränkte Lob der erfahrenen Langbogner an die Organisatoren.

Als die Organisatoren, mittelalterlichen Händler und Handwerker, die das Rahmenprogramm gestalteten, am Sonntagmorgen von der Teck aus den Fenstern schauten, befand sich der gesamte Burghof im Zentrum einer Wolke, die sich bis zum späten Vormittag nicht vertreiben ließ. Als dann die Sonne die Oberhand gewann, ließen sich die Zuschauermassen nicht mehr bremsen. Am Burgtor wurden die Besucher durch die Musikgruppe NarrenFolk empfangen. An mehreren Verkaufsständen boten Handwerker Langbögen, Bogenbauzubehör, Messer und Lederwaren feil. Ein Schmied aus Ötlingen demonstrierte, wie Messerklingen entstehen und Schwertkämpfer fochten um die Gunst des Burgfräuleins.

wl