Lokalsport

Diskriminierungder Staffelläufer?

Am liebsten würde er sie abschaffen: Athletenverträge, die Prämienzahlungen an erfolgreiche Staffelläufer ausschließen, findet Micky Corucle enttäuschend.

THOMAS PFEIFFER

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KÖNGEN Micky Corucle ist ein nachdenklicher Mensch. Der neu ins DLV-Sprinttrainerteam aufgerückte Köngener redet oft Klartext und auch schon mal gegen gängige Praxis an. Wie im Falle jener branchenüblichen Verträge, die herausragende Leichtathleten für gewöhnlich mit Ausrüstern und Vereinen haben. Corucle mokiert sich über spezielle Textpassagen, die er indirekt diskriminierend findet: diskriminierend für Deutschlands 4 x 100-Meter-Staffelläufer diskriminierend für "seine" Staffelläufer.

Des Trainers Vorwurf: "Viele solcher Athletenverträge beinhalten Passagen, in denen explizid drinsteht, dass ausschließlich für Einzelerfolge Prämienzahlungen an den Athleten erfolgen. Staffelerfolge sind somit ausgeschlossen." Corucle, der nach eigener Aussage in dieser Vertragsangelegenheit aktuell "recherchiert" hat, findet harte Worte für solche Gepflogenheiten: "Auf diese Weise verkommt der Staffelsprint zum Abfallprodukt der Leichtathletik."

Corucle trotz seines DLV-Jobs manchen Unkenrufen zum Trotz auch künftig Betreiber seines Sportfachgeschäftes in Köngen sieht sich in "unabhängiger" Position. Von Ausrüstern, Sponsoren und Vereinen fordert er ein Umdenken. Schließlich sei die Deutschland-Staffel "das Flaggschiff" der Leichtathletik.