Lokalsport

DM-Gold bleibt vorerst ein frommer Wunsch

Tobias Unger kommt nicht über 6,67 Sekunden hinaus – Vizemeisterschaft für Neuendorf

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Eine Woche vor den deutschen Meisterschaften in Leipzig ist Tobias Unger auf der Suche nach seiner Bestform. Bei den Meetings am Freitag in Düsseldorf und gestern in Karlsruhe musste sich der noch amtierende Deutsche Meister über 60 Meter in den Endläufen zweimal mit 6,67 Sekunden und mit hinteren Plätzen begnügen.

KLAUS SCHLÜTTER

Karlsruhe/Düsseldorf. Obwohl es noch nicht nach Wunsch läuft, gibt sich der Kirchheimer Sprinter vom LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg im Hinblick auf die DM zuversichtlich: „Am Montag habe ich eine Prüfung an der Uni, dann habe ich den Kopf frei. Ich werde unter der Woche im Training ein paar technische Sachen machen, dann sehen wir weiter.“

In Düsseldorf war der Start besser als vor einer Woche in Stuttgart, doch in der Schlussphase lief es nicht rund. In Karlsruhe war es genau umgekehrt: „Da habe ich hinten gemerkt, dass was geht. Ich muss einfach mehr Konstanz reinbringen.“

Am Freitag war er als Vorlauf-Dritter mit 6,70 Sekunden schnellster Deutscher. Im Finale musste sich Unger in 6,67 Sekunden seinem zeitgleichen Trainingspartner Marius Broening knapp geschlagen geben und kam als Sechster ins Ziel. Es gewann der Amerikaner Debryan Blanton vor seinem Landsmann Mark Jelks, beide liefen gemessene 6,59 Sekunden.

In der Europahalle gestern folgten den 6,69 Sekunden im Vorlauf erneut 6,67 im Finale und Platz sieben. Sieger wurde der Italiener Fabio Cerutti in 6,58 Sekunden. Marius Broening verletzte sich im ersten Durchgang (6,75) am Beuger und muss die DM und damit wohl auch die EM in Turin abhaken, denn er hat die Norm noch nicht erfüllt. Christian Blum, der gegenwärtig schnellste deutsche Kurzsprinter, war überraschend nicht am Start, obwohl er gemeldet hatte. Blum wird in Leipzig kaum zu schlagen sein, was auch Unger bewusst ist: „Christian ist in toller Verfassung. Bis zur DM kann ich den Rückstand kaum aufholen. Die EM ist wichtiger. Bis dahin habe ich noch drei Wochen Zeit.“

Sein Trainer Micky Corucle begleitete indes Klaus Neuendorf zur deutschen Jugendmeisterschaft nach Neubrandenburg. Das VfB-Talent aus Köngen erwischte nicht seinen besten Tag, brauchte für die 60 Meter 6,94 Sekunden und musste als Vizemeister seinen Vorjahrestitel Rolf Hering aus Jena (6,79) überlassen. Corucle: „Klaus hätte auch in bester Verfassung nicht gewonnen. Hering war heute einfach zu stark.“