Lokalsport

DM-Job für neun "Schafschützen"

Die nationale Pfeilwerfer-Elite macht erneut Station in Kirchheim: Nach 2004 finden die deutschen Dart-Meisterschaften auch im kommenden Jahr in der Teckstadt statt. Drei Tage lang (22./23./24. April) kämpfen in der Eduard-Mörike-Halle 420 Spieler und Spielerinnen um Preisgelder in Höhe von rund 4 100 Euro.

THOMAS PFEIFFER

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KIRCHHEIM Das Spitze muss ins Runde, und am Ende gewinnt, wer die Null auf seinem Zählerkonto stehen hat: So werden Dart-Spielregeln kurz erklärt. Wahrscheinlich würde Fabian Hertel (37) die Wettkampfbestimmungen des beliebten Freizeit- und Kneipensports so salopp nicht erklären: Der Mann, beruflich Projektleiter bei einem Wernauer Kfz-Elektrobetrieb, ist Erster Vorsitzender des 2003 gegründeten Dart-Clubs "Schafschützen Kirchheim". Jener hat vom Deutschen Dart-Verband (DDV) einen offiziellen Auftrag bekommen: Die ordnungsgemäße Ausrichtung der deutschen Meisterschaften 2005.

Nach 2004 also die zweite nationale Meisterschaft, die der Club organisatorisch zu stemmen hat: eine Herausforderung. Umso mehr, als die Schafschützen derzeit gerade mal neun (!) eingetragene Mitglieder zählen. "Ohne weitere Helfer geht es nicht", blickt Florian Herpel voraus, "für die DM brauchen wir etwa 25." Deshalb werden die Schafschützen, wenn in gut viereinhalb Monaten in der Ötlinger Eduard-Mörike-Halle binnen drei Tagen 420 Spieler und Spielerinnen zu "verwalten" sein werden, jede Menge Freunde und Bekannte zusammentrommeln. Herpel: "Meine Frau hilft dann auch mit." Die heißt Andrea und kann's am "Board", das beim Dart die Zielscheibe ist, außergewöhnlich gut: Früher war sie Mitglied der Nationalmannschaft.

Ob Legs (Spiele), Sets (Sätze), Bull's eye (Scheibenzentrum), Breakfast (26 Punkte) oder Point (Spitze des Pfeils): Dart-Fachbegriffe sind fast durchweg englischer Natur. Das Inselreich war es schließlich auch, das im 15. Jahrhundert angeblich den ersten sportiven Pfeilewerfer gebar ein Bogenschütze, der mit abgebrochenen Pfeilen auf Baumscheiben zielte. "Doch der genaue Ursprung unserer Sportart ist bis heute ungeklärt", weiß Herpel, dass vieles Legende ist. Verbürgt ist, dass die Sportart im 20. Jahrhundert gewachsen ist: Allein in Deutschland werden derzeit immerhin 7 000 organisierte Dartspieler gezählt. Zu wenig allerdings für den Deutschen Sportbund (DSB), der den Dart-Dachverband noch nicht zu seinen Mitgliedern zählt.

Zur DM erwartet Herpel Großandrang und viele von weit her Angereiste. "Deshalb haben wir in drei Hotels schon mal 50 Zimmer für dieses Wochenende reservieren lassen." Wenn's ernst wird in der Eduard-Mörike-Halle wo freitags übrigens ein "offenes" (Jedermann-) Turnier die Veranstaltungs-Ouvertüre bildet kämpfen die Cracks in Doppel-K.-o.-Runden und im Standard-Spiel 501 um vier Titel im Einzel (Herren, Damen, Jungen, Mädchen) und zwei im Doppel (Herren, Damen). Das Gesamtpreisgeld an allen drei Tagen beträgt rund 4 100 Euro. Einen vierstelligen Umsatzerlös aus der Hallenbewirtschaftung erhofft sich der Ausrichter. "Mit diesen Zusatzeinnahmen aus Essens- und Getränkeverkauf", sagt Herpel, "finanzieren wir etwa 50 Prozent unseres Spielbetriebs."

INFOBei der Dart-DM 2005 in Ötlingen (23./24. April) werfen 250 Herren und 100 Damen in sechs Klassements auf 24 aufgehängte Zielscheiben. Inklusive des offenen "Begrüßungsturnieres" am Freitag sind 420 Cracks beteiligt; die Gesamtzahl der Würfe an allen drei Tagen beträgt laut Veranstalter rund 250 000.