Lokalsport

Doppelsieg beendet 30-jährige Durststrecke

Nach vier Jahren hat es der Wettergott mit der Skiabteilung des TV Neidlingen wieder mal gut gemeint. Das traditionelle Rennen um den Reußensteinpokal konnte trotz Schmuddelwetters am Samstag zum 29. Mal über die Bühne gehen.

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Uli weissinger

Neidlingen. Spannung bis zur letzten Minute war nicht nur beim Rennen selbst angesagt. Auch die vielen Helfer, die am „Burz“ Schweißtropfen gelassen hatten, mussten bis zuletzt zittern, ob sich ihre Mühe gelohnt hat. Im Laufe der Woche setzte Tauwetter ein, und es wurde immer wärmer, sodass das Rennen auf der Kippe stand. Zahlreiche Mitglieder des TVN und befreundeter Vereine waren im Vorfeld des Riesenslaloms tagelang damit beschäftigt, die Strecke zu präparieren, Fangzäune aufzustellen und die Freiwillige Feuerwehr kippte 10 000 Liter Wasser auf die Piste.

„Wir haben Glück gehabt“, freute sich TVN-Sprecher Fritz Hitzer nach dem Rennen. „Dank des Nachtfrosts bis Freitag war der Boden noch so kalt, dass die Strecke von Anfang bis Ende gehalten hat.“ Trotz Nebels und Nieselregens fiel am Samstag pünktlich um 12 Uhr der Startschuss. Als Erste von insgesamt 110 Startern ging Elisa Fischer aus Neidlingen an ihrem Hausberg auf die 820 Meter lange Strecke. Mit einer Zeit von knapp einer Minute und 50 Sekunden war die erst Fünfjährige zwar mehr als eine Minute langsamer als der spätere Gesamtschnellste, doch ihr erstes Rennen um den Reußensteinpokal vor knapp 700 Zuschauern wird ihr vermutlich lange in Erinnerung bleiben.

Insgesamt waren mehr als 50 Bambinis und Schüler am Start, die die Strecke vom Staatsweg bis zur „Höll“ nur einmal meistern mussten, bevor sich die Aktiven ins Rennen stürzten. Überraschungen gab es nach dem ersten Lauf sowohl bei den Damen als auch bei den Herren. Nicht Titelverteidigerin Nina Schur vom VfL Kirchheim lag in Führung, sondern die erst 16-jährige Inline-Spezialistin Julia Grüning vom TVN. Auch bei den Herren hielt ein Neidlinger die Konkurrenz auf Distanz: René Hitzer war über eine Sekunde schneller als der dreimalige Pokalgewinner Hans-Jörg Rapp vom SVL Kirchheim. Der zweite Durchgang versprach Spannung.

Die Damen starteten als erste nach Platzierungen in umgekehrter Reihenfolge. Julia Grüning, die als Letzte auf die Piste ging, ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Obwohl die frühere Pokalsiegerin Daniela Ambacher aus Neidlingen im zweiten Lauf die zweitbeste Zeit fuhr, musste sie sich hinter Nina Schur mit Platz drei begnügen.

Bei den Herren starteten nur die 30 Besten des ersten Laufes. Dabei purzelten die Bestzeiten im Minutentakt. Die Spannung stieg, als nur noch die fünf Schnellsten des ersten Durchgangs oben am Staatsweg standen. Darunter auch Daniel Schöll vom SF Dottingen. Er lag auf Rang drei, riskierte dann aber zu viel und flog am Edelwangweg in die Fangzäune. Glücklicherweise blieb Schöll unverletzt, seine Skier waren nach dem Sturz allerdings nicht mehr zu gebrauchen. Eine gute Linie fuhr an dieser Stelle Hans-Jörg Rapp und kam mit neuer Bestzeit ins Ziel. Dass auch diese zu knacken war, zeigte René Hitzer. Als einziger Teilnehmer, der in beiden Läufen unter 40 Sekunden lag, gewann er das 29. Rennen. Er ist der erste Neidlinger Sieger beim Reußensteinpokal seit mehr als 30 Jahren.