Lokalsport

Dorothee Henzler setzt in Rüti die Akzente

Eine gute Figur machte Kunstturnerin Dorothee Henzler im Dress der U14-Nationalmannschaft beim Länderkampf im Schweizer Rüti: Die junge VfL-Amazone war maßgeblich am Sieg der DTB-Nachwuchsturnerinnen (124,675 Punkte) vor der Gastgeber-Riege (124,125) und Luxemburg (112,400) beteiligt.

RÜTI Eigentlich passte die unerwartete Einladung des Schweizer Verbandes nicht in das Trainingskonzept der jungen DTB-Turnerinnen, die gerade voll im Lerntraining neuer Elemente stecken. Umgekehrt bot der internationale Wettkampf den Kunstturnerinnnen die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln. Dorothee Henzler (VfL Kirchheim) die sich für den Länderkampf als einzige DTB-Turnerin nicht hatte qualifizieren müssen nutzte die Chance und baute neu erlernte, aber noch nicht stabile Elemente in ihre Kürübungen ein.

Anzeige

Am Sprung zeigte die 1,45 Meter große Turnerin den Überschlag mit Salto vorwärts über den 1,25 Meter hohen Sprungtisch. In beiden Versuchen gelang ihr der Sprung in den sicheren Stand. Schon hier setzte die 12-Jährige Akzente und wurde, wie sich herausstellte, mit der Tageshöchstnote von 8,60 Punkten belohnt. Am Sprung zeichnete sich schon der Zweikampf zwischen dem mit 0,15 Punkten führenden Gastgeber und der deutschen Mannschaft ab. Die fünf Luxemburgerinnen lagen bereits mit 1,45 Punkten zurück.

Die Übungen am Stufenbarren unterschieden sich bei den beiden führenden Teams in den Schwierigkeiten kaum. Auf Grund erheblicher Ausführungs- und Standfehler im Schweizer Team übernahm die deutsche Mannschaft die Führung. Auch Dorothee Henzler blieb nach dem zweiten Gerät mit einem hauchdünnen Vorsprung vorn. Sie war trotz leichter Ausführungsproblemen sichtlich zufrieden, dass ihr die Riesenfelge mit ganzer Drehung und das neue Flugteil gelungen waren.

Dass der Wettkampftermin für die deutschen Turnerinnen doch sehr früh angesetzt wurde, hatte vor allem am Schwebebalken Auswirkungen: Es herrschte "Flugwetter". Allein in der DTB-Mannschaft waren vier Absteiger zu verzeichnen. Ebenso traf es die Gastgeber und Luxemburg. Nur Lisa Straka (GER) und Jennifer Senn (SUI) mussten den Balken während der Übung nicht verlassen und übernahmen so die Führung in der Einzelwertung. Die vierthöchste Wertung erhielt Dorothee. Sie brachte den Seitsalto, den sie erstmals in ihr Programm aufnahm, nicht in den Stand. Gelungene Höchstschwierigkeiten wie der freie Überschlag vorwärts und die Akrobatikverbindung aus Flick-Flack mit zwei anschließenden Spreizsalti lassen die Deutsche Vizemeisterin für die Deutschen Meisterschaften im Mai in Berlin hoffen.

Am Boden, an dem die jungen deutschen Turnerinnen vor allem durch sehr gute Choreografien auffielen, waren zudem vier Doppelsalti zu sehen. Wie zwei ihrer Teamkolleginnen brachte Dorothee dieses Element noch nicht zum sicheren Stand. Die Schweizerinnen holten deshalb etwas auf, konnten aber am DTB-Team nicht vorbeiziehen. Lisa Straka (TV Hoffnungsthal), die als einzige einen fehlerfreien Wettkampf turnte, gewann die Einzelwertung der 17 Teilnehmerinnen mit 31,65 Punkten vor der Schweizerin Jennifer Senn (31,55), der zum zweiten Mal in die Juniorennationalmannschaft berufenen Dorothee Henzler (31,40) und Jessica Diacci aus der Schweiz (31,05).