Lokalsport

Dreiergewitter sorgt für Kirchheimer Desaster

Damit hatte keiner gerechnet: Nach einer deprimierenden 74:93 (39:36)-Niederlage gegen die BSG Ludwigsburg ist der Traum von der Zweiten Liga für die Kirchheimer Basketballer ausgeträumt.

KIRCHHEIM Schon der Aufgalopp zu den beiden schwierigsten Spielen der Saison ging für die Kirchheim Knights völlig in die Hose. In einer Regionalliga-Begegnung, in der den Ludwigsburgern um ihren neuen Star Tim Burnette fast alles gelang, den Kirchheimern hingegen fast nichts, fuhren die Gäste einen völlig unerwarteten klaren Sieg ein.

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Es ging schon gut los: Ein Ballverlust und zwei verschenkte Rebounds kennzeichneten die ersten Minuten vor 750 erwartungsvollen Fans in der Kirchheimer Sporthalle Stadtmitte. Das Versprechen von Coach Theo Leftakis "Wir werden gut spielen" konnte der VfL so nicht einlösen. "Wir haben verkrampft angefangen und nur schwer ins Spiel gefunden", analysierte Leftakis hinterher. Doch noch war alles im grünen Bereich, der Zwischenstand von 20:22 nach dem ersten Viertel, in dem Ludwigsburg ein paar allzu leichte Körbe geschenkt bekam, hatte noch keine Aussagekraft.

Die zweiten zehn Minuten waren dann die stärksten des VfL. Endlich wurde mit letztem Biss verteidigt, der Schlüssel war aber die jetzt exzellente Reboundarbeit, zu der Wilu Lenger einen guten Teil beisteuerte. 15:8 lautete die Bilanz in diesem Viertel in der Abteilung "eroberte Abpraller" doch war dies leider keine Blaupause für die zweiten 20 Minuten. Da schien es zunächst, als würden die Knights auf den erwarteten Sieg zusteuern. Ross Jorgusen, Marco Stifel und Kai-Uwe Kranz bauten die Führung auf 46:36 aus, als die Schiedsrichter begannen, eine Rolle zu spielen, die ihnen normalerweise nicht zugedacht ist. BSG-Coach Bennie Tokmadzic: "Vor der Pause wurden wir stark benachteiligt, in der zweiten Hälfte lief alles für uns. Es ist leider so in dieser Liga: Die Schiedsrichter pfeifen in Läufen." Leftakis sah es so: "Plötzlich haben beide hundertprozentig für die anderen gepfiffen, haben bei uns immer irgendetwas entdeckt. Wir konnten keine Verteidigung mehr spielen das kam leider in die Köpfe der Spieler."

Ludwigsburg jedenfalls bekam 14 Freiwürfe in den nächsten sieben Minuten, holte zunächst den Rückstand ein (51:51, 28.) und ging dann in Führung. Dabei halfen natürlich auch die neun Offensiv-Rebounds allein in diesem Viertel: Praktisch jeder der acht verschossenen Dreier-Versuche der BSG fielen den Gästen wieder in die Hände. Tokmadzic: "Da hatten wir natürlich auch etwas Glück." Bis zur 33. Minute blieb die Partie völlig offen (64:65), dann begann ein für die Knights grausiges Dreiergewitter. Sieben der folgenden elf Distanzwürfe der Gäste rauschten durch die Reuse. Der VfL, viel zu sehr auf Jorgusen und Kranz angewiesen, machte schlapp mental und körperlich. Die letzten zwölf Punkte musste Jorgusen allein erzielen. Kranz, der sich seit drei Tagen wegen Magenproblemen nur von Tee ernährt hatte, war platt. Alle anderen spielten keine Rolle. Als das Spiel zwei Minuten vor Schluss beim 72:81 verloren war, machte Ludwigsburg durch vier Dreier aus der bitteren Niederlage sogar noch ein Desaster für den VfL Kirchheim. Am kommenden Sonntag folgt nun das Auswärtsspiel beim MTV Stuttgart. Noch in der Kabine schworen sich die Knights, was Jorgusen später so wiedergab: "Wir lassen den Kopf nicht hängen, wir werden uns in alle vier Spiele voll reinhängen. Das sind wir den Fans einfach schuldig." Jetzt sollten sie dieses Versprechen nur noch einlösen.

mad

VfL Kirchheim:

Goehrke (8), Hayden (4), Jorgusen (32/4, 12:14 Freiwürfe), Kikic (n.g.), Kranz (18/4, 4:10 Dreier), Lenger (2), Lukic (4), Stifel (6), Tsouknidis, Bruck (nicht gespielt), Weiß (n.g.).BSG Ludwigsburg:

Hottmann (15/2), Michas (21/5), Flätgen, Nenz (4), Rotim (14/2), Baskow (4), Schlipf (10), Burnette (25/6).Dreier:

8:22/36 Prozenz (VfL), 15:37/40 Prozent (BSG).Fouls:

23 (VfL), 22 (BSG).Freiwürfe:

16:27/59,3 Prozent (VfL), 18:30/60 Prozent (BSG).Rebounds:

37 (VfL), 44 (BSG, davon 22 offensiv).Viertel:

20:22, 19:14, 17:24, 18:33.Schiedsrichter:

Ingo Röckle (Leonberg) und Peter Reil (Nersingen).Zuschauer:

750.