Lokalsport

Dreikampf im Dreikampf: VfL trotzdem Letzter

Kirchheimer Bundesliga-Turnerinnen mit Steigerung am zweiten Wettkampftag

Pfusch am Bau machte am zweiten Wettkampftag der Kunstturn-Bundesliga der Frauen in Bergisch Gladbach aus dem olympischen Vierkampf einen Dreikampf. Am diesmal hart umkämpften Tabellenende hatte der VfL Kirchheim das Nachsehen, während das Turnteam Stuttgart-Ulm an die Tabellenspitze zurückkehrte.

Bergisch Gladbach. Alles schien nach Plan zu funktionieren: Die zweite Bundesliga hatte ihren Wettkampf beendet und die Teams der 1. Liga nutzten die Einturnzeit. Dabei hielten die nachträglich in den erst wenige Wochen alten Sportboden eingelassenen Verankerungen den Belastungen am Stufenbarren nicht stand. Der Einbau der Bodenverankerungen wurde bei den Renovierungsarbeiten in der Gladbacher Vierfachturnhalle schlicht vergessen. Es gab auch keine Alternativen, den Stufenbarren an anderer Stelle aufzubauen.

Keine der acht aus ganz Deutschland angereisten Mannschaften wollte unverrichteter Dinge wieder abreisen – so wurde aus dem Vierkampf ein Geräte-Dreikampf. Ohne die Stufenbarrenwertungen rückte das Feld deutlich enger zusammen: Während im Mittelfeld der Ausrichter TV Hoffnungsthal und die TG Karlsruhe-Söllingen ein Duell um den begehrten vierten Platz ausfochten, entwickelte sich jeweils ein Dreikampf um die ersten und letzten Plätze. Schließlich ging es um die Chancen zur Teilnahme an der Relegation.

Beim Auftaktwettkampf noch auf Platz drei, setzte sich das Turnteam Stuttgart-Ulm, verstärkt durch die niederländische Balken-Weltcup-Siegerin Sanne Wevers, durch. Der TuS Chemnitz, der nun durch höhere Gewalt nicht wie gewohnt auf sichere Punkte am Stufenbarren zählen konnte, sicherte sich dennoch den zweiten Rang vor dem vielfachen deutschen Mannschaftsmeister TT Toyota Köln. Welch hohen Stellenwert dieser Wettkampf hatte, demonstrierte Oksana Chusovitina durch ihre Bundesliga-Teilnahme am Vorabend ihres Weltcup-Auftritts in Zürich.

Diesmal gelang es den Kirchheimer Turnerinnen, nach ihrem unerwarteten dritten Erstligastart im Kampf um die Plätze sechs bis acht mitzumischen. Lisa Kiedaisch eröffnete mit einer ausdrucksstarken Bodenübung einen nahezu fehlerfreien Wettkampf des VfL-Teams. Pia Pohl und Dorothee Henzler steigerten sich am zweiten Wettkampftag am Boden spürbar. Verlass war auch auf die Österreicherin Hanna Grosch, sodass Kirchheim nach dem ersten Gerät den siebten Platz belegte, mit hauchdünnem Abstand hinter dem Team aus Mannheim, aber vor Leipzig.

Hoch motiviert brachten Lisa Kiedaisch und Pia Pohl ihre Tsukahara-Sprünge in den Stand. Um Platz sieben zu halten, war auch Dorothee Henzler und Hanna Grosch bewusst, dass sie ihre beiden Überschlag-Salto-Sprünge stehen mussten und setzten dies in die Tat um.

Zwischenzeitlich hatten der TuG Leipzig und die TG Mannheim die Plätze um Kirchheim herum getauscht, da die badischen Turnerinnen zu viele Fehler am Schwebebalken machten. Gerade dieses Zittergerät stand dem Kirchheimer Team um Trainerin Michaela Pohl noch bevor. Es zählte dann nur eines: oben bleiben. Alina Binder und Carolin Riethmüller griffen nun in den Wettkampf ein. Während Carolin Riethmüller ohne Absteiger durchkam, musste Alina Binder zwei Absteiger hinnehmen. Mit einem deutlich höheren Schwierigkeitswert ihrer Kürübungen konnten Dorothee Henzler und Hanna Grosch aufwarten. Dem Risiko jedoch musste Dorothee Henzler mit einem Absteiger Tribut zahlen, während Hanna Grosch durchturnen konnte. Das Team TuG Leipzig, das nach dem VfL auf den Balken musste, zeigte mehrere Unsicherheiten. Die Mannheimerinnen konnten am Sprung zwar deutlich aufholen, blieben aber letztlich hinter Leipzig auf Rang sieben. Mit einem knappen Abstand von 1,80 Punkten blieb für den VfL nach einem guten Wettkampf dann doch nur Platz acht. mp

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