Lokalsport

Duell zweier Topteams

Morgen Abend treffen in der Sporthalle Stadtmitte (19.30 Uhr) mit dem VfL Kirchheim und dem MTV Stuttgart zwei Topteams der Regionalliga aufeinander jene, die in der Vorsaison Rang eins und zwei belegt hatten.

KIRCHHEIM VfL-Coach Theo Leftakis gibt die Richtung vor: "Wenn wir ordentlich verteidigen, haben wir eine gute Chance." Exakt um auf dieser Seite des Feldes besser zu werden, wurde schließlich Bill Goehrke verpflichtet (wir berichteten).

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Aber auch alle anderen Spieler wissen, dass diesmal ein paar Minuten Höchstleistung nicht ausreichen werden. Leftakis: "Wenn wir wie in Ludwigsburg nur fünf Minuten Basketball spielen, wird es nicht reichen. Diesmal brauchen wir schon mindestens 15 Minuten." Schließlich kommt mit dem MTV Stuttgart ein absolut hochkarätiges Team nach Kirchheim, das sich mittelfristig die Bundesliga als Ziel gesetzt hat. "Wenn die neue Ballsporthalle steht, müssen dort Stuttgarter Teams erstklassig spielen", fordert MTV-Teammanager Thomas Arndt. Diese Halle soll im Frühjahr 2006 fertig werden, und zu diesem Zeitpunkt sollten die Stuttgarter mindestens in der zweiten Liga sein.

Im vergangenen Frühjahr hatten sie diesen Sprung als ungeschlagener Triumphator der Aufstiegsrunde sportlich ja schon geschafft, doch wirtschaftliche Gründe hatten verhindert, dass die Lizenz überhaupt beantragt worden war. Jetzt geht man mit Unterstützung des Hauptvereins die Sache professioneller an. Sponsoren wurden akquiriert und natürlich neue Spieler. Für den Superstar der Regionalliga, Gordon Scott, der inzwischen in der zweiten Liga in Rhöndorf für Furore sorgt, und Thomas Renz wurden gleich fünf Neue geholt: Aus verschiedenen US-Colleges Jordan Sabourin (2,11 m), Emmanuel Bibb und Emre Atsür, dazu als Ergänzungsspieler Karsten Köhler und Nicolas Nießen. Mit dem alten Kern des Teams um Al Elliot und Tomi Martinovic hat Coach Roger Washington daraus eine Truppe geformt, die zweifellos um einen der ersten beiden Plätze, die für den Einzug in die Aufstiegsrunde ausreichen, konkurrieren kann.

Mit einem 4:0-Start begann alles auch perfekt, doch die klare 71:85-Niederlage vor zwei Wochen in Rastatt-Rheinau war ein erster Dämpfer. "Wir beklagen uns nicht, das kann vorkommen", sagt Washington, "die Spitze der Regionalliga ist so stark, da kann jeder jeden schlagen."

Immerhin ist der Coach, der für den sportlichen Höhenflug des einstigen Abstiegskandidaten fast alleine verantwortlich ist, "stolz, wie mein Team im Training auf die Niederlage reagiert hat." Und er kann über einen kompletten Kader verfügen: "Alle sind fit. Sogar Emmanuel Bibb, der bisher nur humpeln konnte, kann wieder richtig springen." Seine Prog-nose ist dennoch vorsichtig: "Die Spiele gegen Kirchheim sind immer etwas besonderes. Und auch dieses wird ganz sicher speziell."

Dafür dürften schon die erwarteten 800 bis 1000 Fans sorgen, die die Sporthalle Stadtmitte zum Tollhaus machen werden. Dazu zwei Hinweise: Da die Parkplätze an der Halle stark begrenzt sind, hat der VfL mit der Firma Marktkauf vereinbart, dass die Stellplätze am Supermarkt benutzt werden können. Wer also nicht eine Stunde vor Spielbeginn da ist, sollte gleich ausweichen und die drei Minuten Fußmarsch auf sich nehmen. Und: Wer ein Lärminstrument mitbringt Trommel, Tröte, Trompete bekommt an der Kasse eine Ermäßigung von 50 Cent.

Beim VfL sieht es personell nicht ganz so perfekt aus. Marco Stifel im vierwöchigen Urlaub, Wilu Langer noch mit Sprunggelenks-Problemen, Nenad Lukic und David Bouwmeester mit Schmerzen in der Schulter - die Verletzungsmisere zieht sich bisher wie ein (hässlicher) roter Faden durch die Saison.

Ein kompletter Ausfall nach diesem Spiel ist dazu schon sicher: Franjo Kikic wird von Mitte November bis Mitte Februar für Mercedes-Benz in Australien arbeiten. Nach dem Abschluss seines Studiums musste der Diplom-Betriebswirt diese einmalige Chance natürlich annehmen. Dadurch wird Bill Goehrke noch wichtiger. Leftakis wird ihn dennoch nicht in die Startformation stellen: "Er kann unsere Systeme noch nicht perfekt." Goehrke kommt also von der Bank und will von da aus dem Team einen kräftigen Energieschub geben. Davon kann es sicherlich jede Menge gebrauchen - morgen Abend geht es wirklich um die Wurst. Und ein kleines bisschen auch um die Zukunft des Kirchheimer Basketball-Booms.

mad