Lokalsport

Durchhalten ist Ehrensache

Das alte Jahr ging mit einem neuen Rekord zu Ende: 504 Teilnehmer so viel wie nie zuvor zählten die Lauftreff-Organisatoren beim 23. Kirchheimer Silvesterlauf. Rekordverdächtig auch die Zuschauerkulisse an diesem Tag. Bei den Parkplätzen am Hörnle und am Bölle hieß es schon lange vor der Ankunft der Läufer: wegen Überfüllung geschlossen.

BERND KÖBLE

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KIRCHHEIM Waren es die zahllosen Weihnachtsfeiern, die gerade erst ausgestandene Erkältung oder doch die allzu fette Weihnachtsgans? Gründe für die schwächelnde Form nach dem Feiertagsmarathon war das meist gehandelte Thema vor dem Start beim Rathaus. Man kennt sich, man freut sich gemeisam und lässt sich doch ungern in die Karten schauen. Gekommen sind sie schließlich alle: die Alten und die Jungen, die Durchtrainierten und die Übergewichtigen, die Siegertypen und die Gaudiläufer. Der Formcheck zum Jahresende Ehrensache. Der Kirchheimer Silvesterlauf als das größte Familientreffen des Jahres.

Der Großteil hatte es bereits gewusst, die anderen zumindest geahnt: Es würde keinen Genusstrip geben an diesem Tag. Als Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker die Meute Schlag 15 Uhr auf die 18 Kilometer lange Strecke schickte, kündigten die ersten Regentropfen bereits an, was die Läufer am noch immer in winterliches Weiß gekleideten Teckberg erwarten würde. Das Tauwetter hatte die zuvor noch griffige Schneedecke bis hinauf zur Teck in eine kraftraubende Rutschbahn verwandelt. Und so hatten selbst Zuschauer ihre liebe Mühe, rechzeitig zur Ankunft der Schnellsten das Bergziel zu erreichen.

Eine Mühe, die sich andere ersparten. Teilweise mit Ferngläsern ausgestattet nutzten etliche Zuschauer auf halber Höhe den freien Blick ins Tal und beobachteten vom Hörnle aus den sich langsam nähernden Läuferpulk. Bot der leicht gestufte "Ho-Tschi-Minh-Pfad" zwischen Guckenrain und Hörnle den Läufern noch leidlich Halt, nahm spätestens am Beginn des Fahrwegs hinauf zur Teck die Rutschpartie ihren Lauf. Kein guter Ort für Stilisten Ankommen lautete die Devise. Die Anfeuerungsrufe des Publikums entlang der Strecke entlockten dabei so manchem, dem die Strapazen ins Gesicht geschrieben standen, ein flüchtiges Lächeln.

Bei der Ankunft im Burghof war unter dem Jubel der Menge dann alles vergessen. Nach einem kräftigen Schluck aus der Thermoskanne lockte das Tal mit dem großen Finale: Begleitet von den Fackelträgern des Lauftreffs und bejubelt von der wartenden Menge vor dem Rathaus wurden die letzten Meter durch die Kirchheimer Fußgängerzone zum stimmungsvollen Triumphzug und verdienten Lohn für die Helden des Tages.