Lokalsport

Ein Abgang mit Ansage

VfL beendet das Kapitel Oberliga

Nach dem 58:83 gegen eine wiedererstarkte TSG Reutlingen ist Gewissheit, was von vornherein absehbar war: Die Kirchheimer Oberliga-Basketballer steigen in die Landesliga ab.

Reutlingen. Das 82:72 der NSU Neckarsulm am Samstagabend in Böblingen und die klare Niederlage des VfL in Reutlingen lassen nur noch eine Chance offen, die wohl keine ist: Sollte der VfL alle restlichen vier Spiele gewinnen und Kontrahent Neckarsulm gleichzeitig die seinen allesamt verlieren, wäre Relegationsplatz zehn noch zu erreichen. Bei bisher zwei Siegen der Kirchheimer in 18 Spielen klingt das etwa so, als ließe sich der Mars bis Ostern besiedeln.

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Am Sonntagabend in Reutlingen fehlte Coach Pasko Tomic nicht nur wie erwartet Topscorer Constantin Munz, der mit Urspring in der NBBL im Einsatz war, sondern auch Cveti Bozic und Marsel Sibinovic, die beide im Studium vor wichtigen Prüfungen stehen. Ersetzt werden konnten alle drei natürlich nicht.

Da die TSG Reutlingen nach zwei Siegen in Folge ihre Winterkrise offensichtlich überwunden hat, waren die Aussichten auf den dritten Saisonsieg von Beginn an schlecht. Genau 14 Minuten lang lief es trotzdem ganz ordentlich. Die Defensive konnte zwar die Kreise von Ex-Profi Phi­lipp Wildermuth, der im ersten Viertel (17:22) 14 seiner am Ende 18 Punkte machte, nicht einengen, doch beim VfL traf dafür Chris Schraml. Dank seiner bis dahin zwölf Punkte lag Kirchheim nur 26:29 zurück. In den kommenden Minuten bis zur Pause unterliefen der Kirchheimer Abwehr aber zu viele Fouls. Reutlingen kam zu neun Freiwürfen in fünf Minuten, dreimal gab es dabei einen Bonus-Freiwurf nach einem Foul beim Ab­schluss. Tomic haderte hinterher mit dem Kurs der Schiedsrichter: „Da ergab jeder Kontakt ein Foul. Leider war das auf der anderen Seite nicht so. Wir hätten schon gerne die gleichen Kriterien, auch wenn wir Letzter sind.“ Die Niederlage auf die Schiedsrichter schieben wollte freilich auch Tomic nicht. Schließlich verbieten das die 25 Punkte Unterschied am Ende, aber auch die Foul-Zahlen: Der VfL bekam 21 gepfiffen, die TSG 22.

Der Rückstand des VfL war bis zur Pause auf 13 Punkte angewachsen (34:47). Trotzdem kämpften die Gäste tapfer weiter, ohne den Klassenunterschied verleugnen zu können. Speziell bei Überzahl-Situationen wurden dabei wieder einmal die Defizite deutlich. Tomic: „Das klappt leider überhaupt nicht, obwohl wir es oft trainieren. Da ist keine Struktur zu erkennen, kein Auge für den freien Mann.“ Wenn man aber nicht ab und zu auch mal sogenannte „leichte Punkte“ erzielt, bleibt man eben regelmäßig zwischen 50 und 60 Zählern hängen. Oberligaspiele jedenfalls sind damit kaum zu gewinnen. Tomic’ Fazit nach dem Spiel dürfte folglich für die ganze Saison gelten: „Bei uns sind Wunsch und Wirklichkeit zwei verschiedene Welten.“

Für das Team gilt für den Rest der Saison nun dasselbe wie schon seit September: zusammenhalten, kämpfen, den Frust ertragen – egal, wie es ausgeht und ohne Blick auf die Tabelle. Auch dabei kann man einiges lernen.ut

VfL Kirchheim: M. Beck (6), Z. Bozic, Eberle (7), Gritschke (5), Kiriakidis (10), Reichmuth (4), Reza (4), Schlipf (4), Schraml (18/2), M. Wanzke