Lokalsport

Ein Afrikaner lässt Crailsheim jubeln

Nichts war‘s mit einer Überraschung: Mit einer 0:2 (0:1)-Niederlage kehrten die Oberliga-Fußballer des VfL Kirchheim vom Gastspiel beim TSV Crailsheim zurück. Zum VfL-Spielverderber geriet Angreifer Joseph Fameyeh. Der Ghanaer erzielte in der über weite Strecken ausgeglichenen Partie vor 650 Zuschauern beide Treffer.

HELGE WAIDER

Crailsheim. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. In Crailsheim starb sie für den VfL Kirchheim in der 77. Minute, als Joseph Fameyeh nach einer perfekten Flanke von Bastian Heidenfelder aus Kurzdistanz das 2:0 für den TSV markierte. Zuvor hatte der VfL über weite Strecken ordentlich mitgespielt, blieb im Abschluss aber glücklos. Coach Michael Rentschler konstatierte deshalb nach dem Spiel: „Der Unterschied zwischen Crailsheim und uns war, dass die einen Fameyeh hatten und wir nicht.“

Letztlich war es tatsächlich die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor des Gegners Tor, die einen Kirchheimer (Teil-)Erfolg verhinderte: Als der gut aufgelegte Neuzugang Nicola Spina einen Freistoß auf den Kopf von Chris Eisenhardt zirkelte, köpfte der Außenverteidiger in die Arme von Crailsheims Torhüter Schoppel. Danach (18.) strich ein 12-Meter-Knaller von Coskun Isci knapp über die Querlatte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich beide Teams mit dem Ziel der Risiko-Minimierung im Mittelfeld nahezu neutralisiert.

Erst nach gut 20 Minuten erarbeiteten sich die favorisierten Gastgeber erste Torchancen, als der Crailsheimer Italo-Argentinier Daniel Zaccanti per Kopfball (24.) und Heidenfelder mit einem 18-Meter-Schuss VfL-Keeper Gühring zu Paraden zwangen. Wie Tormöglichkeiten kaltblütig in Treffer verwandelt werden, zeigte Fameyeh in der 28. Minute. Mit einem geschickten Pass in die Tiefe wurde der (abseitsverdächtige) Stürmer gekonnt im Strafraum in Szene gesetzt und hatte keine Mühe, Gühring auszuspielen und das 1:0 zu markieren.

Nach dem Seitenwechsel wussten zunächst nur die Hohenloher optisch zu gefallen. Beim VfL blieb vor allem zwischen Mittelfeld und Angriff vieles Stückwerk. Daran änderte auch die Auswechslung des kompletten Sturms nach einer guten Stunde nichts. Dennoch waren es wieder die Kirchheimer, die die erste Großchance des zweiten Spielabschnitts hatten, als nach einem Polat-Eckball ein Kopfball-Torpedo von Ferdi Er auf der Torlinie von TSV-Kapitän Abazi weggekratz wurde (53.).

Auch bei einem 35-Meter-Freistoßknaller von Polat war den Kirchheimern das Glück nicht hold. TSVC-Keeper Schoppel rettete mittels Glanzparade (61.). 16 Minuten später zeigte der Afrikaner Fameyeh wie es gemacht wird. Es war die Entscheidung.

Unterm Strich bleibt ein Crailsheimer Sieg, der, so VfL-Trainer Christian Hofberger, „nicht unverdient war“. Demnächst kreuzen beide Teams an gleicher Stelle nochmals die Klingen, wenn im WFV-Pokalwettbewerb die Halbfinalpaarung ansteht. Der VfL wird sich erneut auf einen brandgefährlichen Fameyeh einrichten müssen.

TSV Crailsheim: Schoppel – Gorgiev, Abazi, Schmidt, Endler – Heidenfelder (78. Rushiti), Rehm, Schumacher, Onwuzuruike (69. Ilgenfritz) – Fameyeh, Zaccanti (82. Bauer).

VfL Kirchheim: Gühring – Koch, Mayer, Grimm, Eisenhardt – Isci, Er, Polat, Spina – Gonsior (68. Altinsoy), Laible (68. Tunjic).

Tore: 1:0, 2:0 Fameyeh (28., 77.).

Gelbe Karten: Schumacher, Heidenfelder, Ilgenfritz – Spina, Polat.

Zuschauer: 650.

Schiedsrichter: Andreas Bischof (Külsheim-Hundheim) war ein etwas kleinlicher, insgesamt aber souveräner Leiter der Partie.

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