Lokalsport

Ein Badener hat die Nase vorn

Bei der Offenen Kirchheimer Stadtmeisterschaft im Schach hatte Hans-Joachim Vatter (SF Karlsruhe) die Nase vorn im Rennen einer starken Spitzengruppe. Wermutstropfen für den veranstaltenden SC Kirchheim: das mit 32 Teilnehmern übersichtliche Starterfeld.

Kirchheim. Das Rennen um den Turniersieg war noch nie so eng wie bei der 19. Auflage des Kirchheimer Schachsportereignisses. Während der neun Runden mit jeweils 15 Minuten Bedenkzeit pro Partie wurde um die Punkte und Preise hart gerungen. Zunächst schien es dabei für den Tübinger Großmeister Eckhard Schmittdiel eine vergleichsweise runde Sache zu werden. In den ersten sieben Runden ließ der ehemalige Profi nur ein einziges Remis gegen den Lauffener Thomas Heinl zu. Auch der mitfavorisierte polnische Internationale Meister Henryk Dobosz fand gegen das zähe Spiel des 48-Jährigen kein Mittel, ebenso wie der Sieger des Vorjahres, Josef Gheng (SC HP Böblingen). Folglich hatte Schmittdiel schon einen ganzen Punkt Vorsprung auf den Rest der Meute. Im Schlussspurt fehlte es dem Großmeister allerdings am Standing.

Der aus Karlsruhe angereiste Hajo Vatter, gern gesehener Gast bei vielen Turnieren, hatte keinen problemlosen Start. Bereits in Runde zwei überließ er dem Marbacher Andreas Meschke einen Punkt und musste so eigentlich erst in den Schlussrunden gegen die arrivierten Gegner zeigen, was er kann. In der achten Runde kam es folglich erst zum Duell mit Schmittdiel, in welchem der Badener trotz anfänglich unangenehmer Position die Oberhand behielt. Routiniert beschied sich Vatter in seiner letzten Partie des Tages mit sicherem Spiel und einem Remis gegen den für Deizisau startenden Russen Ilya Manakov. Fast ebenso und überraschend schnell kam Eckhard Schmittdiel mit einer weiteren Niederlage von der Fahrbahn ab, rettete aber noch den zweiten Platz ins Ziel. Hajo Vatter konnte sich damit über seinen Turniersieg und den Preis der Volksbank Kirchheim-Nürtingen freuen.

Aller Anfang war auch für den Gewinner des Seniorenpreises heuer schwer. Der Schwäbisch Gmünder Lothar Roth musste zunächst einmal zwei „Nullen“ schlucken, ließ jedoch dann sechs Punkte folgen, welche auch im Gesamtklassement den siebten Rang bedeuteten. Nur einen halben Punkt als zweitbester Senior dahinter landete Hartmut Schmid auf dem neunten Tabellenplatz.

Die einheimischen Spieler konnten dieses Mal keine vorderen Ränge besetzen. Am besten zog sich der Naberner Georg Braun mit einem 19. Platz aus der Affäre.

Enttäuscht waren die Veranstalter um SCK-Vorstand Hans Haller auch vom schlechten Besuch des Turnieres: weniger als 32 Teilnehmer waren es noch nie. Freilich gab es eine Terminkollision mit einem Turnier in Herrenberg, sodass man im kommenden Jahr wieder auf bessere Zeiten hofft. tf

1. Hans-Joachim Vatter (Karlsruher SF) 7,0 Punkte; 2. Eckhard Schmittdiel (SV Tübingen) 6,5; 3. Josef Gheng (SC HP Böblingen) 6,5; 4. Ilya Manakov (SF Deizisau) 6,5; 5. Henryk Dobosz (SC Tamm) 6,0; 6. Thilo Kabisch (SV Feuerbach) 6,0; 7. Lothar Roth (SG Schwäbisch Gmünd) 6,0.

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