Lokalsport

Ein Elfer-Held auf Abruf

Kurioses in Köngen: Am gestrigen Tag lief auf dem Sportgelände in der Fuchsgrube fast alles schief. Einen denkwürdigen Tag erwischte indes ein Weilheimer Sportsfreund.

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REIMUND ELBE

Köngen. Zwei Bezirksliga-Teams machten sich gestern froher Dinge auf den Weg Richtung Sportplatz. Die gastgebenden Köngener wollten bei der Partie gegen Schlusslicht TSV Grafenberg die Schmach der 1:2-Niederlage gegen Neuhausen wieder ausmerzen. Doch die gute Laune der Kicker bekam einen ersten Dämpfer. Das vorgeschaltete Kreisliga A-Spiel zwischen dem TSV Köngen II und der TSG Esslingen, auf 13.15 Uhr angesetzt, hatte verspätet begonnen, weil der Unparteiische zur geplanten Anpfiffzeit nicht vor Ort war.

Doch das war erst die Ouvertüre. Als sich Köngener und Grafenberger Spieler für das Kunstrasen-Match warmliefen, stellte sich heraus, dass auch der TFC Köngen und der TSV Wendlingen II just zur selben Zeit vom Willen beseelt waren, dort ihre Kreisliga B-Partie auszutragen. In Sekunden wurde allen Beteiligten bewusst, dass eine Doppelbelegung des Sportplatzes vorlag und offenbar nur das Spiel des TFC seitens der Gemeinde offiziell für diesen Tag eingetragen war. „Wir hatten schon Eintrittsgelder kassiert, Lebensmittel eingekauft, unser Kioskteam hatte alles vorbereitet und dann das“, sagte ein ratloser TSVK-Spielleiter Andreas Seidler. Auch die Hoffnung, auf den nebenan gelegenen Rasenplatz auszuweichen, zerschlug sich. Zwar hatte Schiedsrichter Patrick Brabanski (Stuttgart) den von der Gemeinde Köngen im Vorfeld für nicht bespielbar erklärten Platz für bespielbar erklärt, doch es tauchte ein neues Problem auf: Der Rasenplatz war nicht gestreut. Nachdem die Köngener gegenüber den Grafenberger äußerten, dass das Streuen „rund eine Stunde“ dauern würde, war die Geduld der Gäste am Ende. Gegen 15.30 Uhr packten sie verärgert ihre Sachen und fuhren heim. Viele Fragen bleiben offen – in erster Linie, wer das Chaos verursacht hat und wie das Sportgericht den Fall nun beurteilt.

Das bekommt weitere Arbeit, denn der Notzinger Nachwuchsspieler Marco Nagel hatte in der Kreisliga A-Partie gegen den TSV Raidwangen einen Kurzeinsatz der bemerkenswerten Art. In der 90. Minute eingewechselt, sah der A-Junior nach einer Attacke gegen einen TSVR-Kicker nur 60 Sekunden später die Rote Karte. „Ganz schön hart die Entscheidung, Gelb hätte es auch getan“, befand TSVN-Abteilungsleiter Wolfgang Schäfer.

Glücklicher verließ der Neidlinger Gottfried Binder den Platz, obwohl bei ihm das Kreisliga A-Duell gegen den TSV Neckartailfingen II zunächst nicht gut begann. Der Gästekeeper lenkte einen Foulelfmeter Binders in der 28. Minute um den Pfosten. Doch dies hatte auch etwas Gutes, denn nach dem anschließenden Eckball gelang dem TVN das 1:0 durch Jochen Hepperle. Das 2:1, es erzielte Benedikt Sorwat, bereitete Binder dann vor. Zum Schluss war auch ihm selbst das Glück hold – beim vorentscheidenden 3:1.

Das Verschießen von Elfmetern war beim TV Neidlingen gestern übrigens weit verbreitet. Bereits in der im Vorfeld gespielten Kreisliga B-Partie zwischen dem TVN II und Spitzenreiter TSV Weilheim II fehlte es den Neidlingern an Zielgenauigkeit. Sowohl Matthias Schramm als auch Christoph Hepperle fanden im Weilheimer Torwart Alexander Kallis (21) ihren Meister. Jener hat zwar keine Zeit mit der Mannschaft zu trainieren – der 21-Jährige studiert in Ravensburg –, freute sich aber über seinen persönlichen Coup. „Mir ist es noch nie gelungen, in einem Pflichtspiel zwei Elfer zu halten“, stellte der Weilheimer schmunzelnd fest. Stammkeeper Andreas Bühler (Innenbandriss) ist allerdings bereits wieder im Training. Elfer-Killer Kallis wird den Weilheimern jedoch auf Abruf weiter zur Verfügung stehen.