Lokalsport

Ein Favorit und fünf heiße Verfolger

Am Samstag startet die Saison 2004/2005, die Liga wird so stark wie nie. In den letzten Jahren war die beste Mannschaft der Regionalliga Südwest, Gruppe Süd, regelmäßig in die 2. Liga aufgestiegen.

ULRICH TANGL

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KIRCHHEIM Innerhalb kürzester Zeit hat sich die KGJ Schwenningen aus der Kreisliga in die Regionalliga hoch katapultiert, und der Jubelschrei von Coach Alen Velcic bei der Meisterfeier im Frühjahr war gewiss kein Spaß: "Jetzt wollen wir in die zweite Liga!" Mit acht neuen Spielern, fast alle mit Zweitliga-Erfahrung, und dem Superstar des Oberliga-Meisterteams, Sean Hampton, ist der Durchmarsch keine Utopie. Velcic: "Wir sind jetzt doppelt so stark besetzt wie im Vorjahr." Wenn das Team, zu dem im letzten Moment auch noch Matthias Buckenmaier aus der "Konkursmasse" des TV Rottenburg hinzu stieß, an dem auch der VfL Kirchheim Interesse hatte, zusammenhält, kann es die Liga dominieren.

Der KGJ auf den Fersen bleiben wollen gleich fünf Klubs.. Gezielt verstärkt hat sich der TV Rastatt-Rheinau. Das alte Team konnte gehalten werden, dazu kam vom SSC Karlsruhe einer der besten Playmaker der Liga, Lars Moysich. Er kann Spielertrainer Zoran Seatovic entlasten. Ein starker Rebounder ist Jugendnationalspieler Dima Binkovsky (17, 2,00 m), eine Alternative unter dem Korb zu Joel Nganko. Seatovic traut sich denn auch was: "Wir würden schon gerne die Aufstiegsrunde erreichen."

Mit sieben neuen Spielern, vor allem aber mit David Bouwmeester (vom SSC Karlsruhe), Kai-Uwe Kranz (SSV Ulm), Nenad Lukic (MTV Stuttgart) und Marco Stifel (nach einem Jahr Pause zurück aus der Zweiten) ist der Überraschungsmeister VfL Kirchheim sicherlich stärker geworden. Alle Leistungsträger außer Bernd Hübner (zum TSV Berghausen), also auch die Amerikaner Ross Jorgusen und James Hayden, blieben, es fehlt aber der "Brecher" unter dem Korb. Man darf gespannt sein, was Trainerlegende Theo Leftakis aus diesem Team macht und wie man mit den gestiegenen Ansprüchen zurecht kommt.

Gestiegene Ansprüche hat auch der MTV Stuttgart. Der Sieger der Aufstiegsrunde verlor zwar Superstar Gordon Scott (nach Rhöndorf in die zweite Liga), das Gerüst aber blieb, also auch Al Elliot. Neu verpflichten konnte Coach Roger Washington den Kanadier Jordan Sabourin (2,11 m), Aufbauspieler Emmanuel Bibb aus Detroit, Dreier-Spezialist Emre Atsür, den Deutsch-Amerikaner Gene Hagner (aus Crailsheim) und Flügelspieler Karsten Köhler (aus Gießen). Mit diesem Team muss man praktisch ganz oben mitspielen, sonst könnte es schnell Ärger geben.

Weniger Ansprüche als zuletzt hat dagegen der SSC Karlsruhe. Ohne Lars Moysich, David Bouwmeester und die Center David Tüttenberg (nach Wolfenbüttel) und Andreas Müller (Ettlingen, Oberliga) kann das Team von Drazan Salavarda mit dem Abonnement auf einen Spitzenplatz diesmal nicht unbedingt mit einer Fortsetzung der Erfolgserie rechnen. Da aus der ersten Liga aber Flügel Georg Vengert zurückkam und auch Center Arnold Tchienge (2,00 m) wieder den Weg zum SSC fand, müsste ein Platz in der oberen Hälfte möglich sein.

Da müsste sich auch die BSG Ludwigsburg einordnen. Der neue Trainer Benjamin Tokmadzic muss zwar auf Playmaker Sebastian Kling (EnBW) verzichten, kann dafür aber mit Tobias Schlipf (zuletzt Möhringen) einen neuen, erfahrenen Spielgestalter aufbieten. Aus Tübingen kamen die Talente Antonis Sivorotka und Sascha Kesselring, und Center Marc Hottmann (2,02 m), Garant der Meisterschaft 2003, ist wieder da.

Fast exakt das alte Team, aber einen neuen Trainer hat die SG Heidelberg-Kirchheim. Michael Moritz, vor einem Jahr mit der SG Weinheim-Ladenburg abgestiegen, sollte damit einen Platz etwas oberhalb der Abstiegszone schaffen können. Neu kamen Wandervogel Matthias Michelmann aus Leimen, Playmaker Rico Perez vom USC Heidelberg aus der zweiten Liga, Flügel Moussa Konate vom Heidelberger TV sowie (aus England zurück) Phlipp Rittinger.

Ein total neues Team und ebenfalls einen neuen Trainer hat die KuSG Leimen. Michael Haidle (vorher SGK) wollte eigentlich ein Bundesliga-Rolli-Team coachen, landete aber doch wieder in der Regionalliga. Allein übrig aus der letzten Saison blieb Center Horst Marschall, den Rest, so Haidle, "habe ich mir überall zusammengeklaut". Sein Saisonziel: "Ich will drin bleiben."

Zusammengewachsen sind der TSV und Post Mannheim: Zum Neuling SG. Der hauptamtliche Trainer Peter Eberhardt hat mit den peruanischen Brüdern Aldo und Ignacio de Ferrari (2,07 und 2,08 m) zwei Exoten im Kader und mit Kika Stoll (aus Leimen) einen Aufbauspieler, der das junge Team führen kann. Kapitän Andreas Steckbauer: "Wir wollen das sichere Mittelfeld erreichen."

Ziemlich chaotisch ging es beim TSV Crailsheim zu. Coach Marian Thede lief, weil der Club Zusagen nicht einhielt, kurz vor Saisonbeginn die halbe Mannschaft weg. Jetzt wird versucht, auf die Schnelle ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen. Ob das gelingt? Beim SV 03 Tübingen 2 fühlt man sich weiterhin als Anhängsel zum Bundesligateam, dem nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Zwar wurde mit Chris West ein Amerikaner verpflichtet, das Team scheint nach einigen Abgängen aber deutlich schwächer als 2003/2004. Coach Mauro Parra muss sich etwas einfallen lassen.