Lokalsport

Ein Freizeitopfer zum Wohle der Gesellschaft

Ohne das Ehrenamt haben die Vereine keine Zukunft: Wer kennt sie nicht, die Fensterreden der Politiker, die sich vor allem in Wahlkampfzeiten gerne populärer Bekenntnisse bedienen. Dabei bleibt's freilich in der Regel, doch die ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Klubs lassen sich trotzdem nicht entmutigen. Der Fußball-Bezirk Neckar/Fils zeichnete in Nellingen nun elf Männer und zwei Frauen mit dem DFB-Ehrenamtspreis aus.

NELLINGEN Beim Ehrungsabend des Fußballbezirks Neckar-Fils im Vereinsheims des TV Nellingen, wurde das außergewöhnliche Engagement von Vereinsmitgliedern im festlichen Ambiente gewürdigt. Elf Männer und erstmals auch zwei Frauen, die sich über Jahre hinweg mit ihrem vorbildlichen und unbezahlbaren Einsatz hervorgetan haben, wurden ausgezeichnet. Mit diesem Abend rückten der Deutsche Fußballbund (DFB), der die Aktion Ehrenamt 1997 ins Leben gerufen hat, und der Fußball-Bezirk das unentgeltliche Wirken vieler Menschen exemplarisch in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses.

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Die große Wertschätzung, die die Ehrenamtlichen durchweg verdienen, wurde auch in den Grußworten deutlich. Das Ehrenamt dokumentiert das besondere Interesse an einer Sache, lobte der Ehrenamtsbeauftragte des Bezirks, Manfred Tornow, der auch die Laudationes hielt und zusammen mit dem Bezirksvorsitzenden Karl Wieland die Ehrungen vornahm, sie alle opfern sehr viel Freizeit zum Wohle der Vereine, Verbände und Gesellschaft. Eine Imageaufbesserung tue allerdings Not, das Ehrenamt habe mehr Anerkennung verdient.

Ehrenamtsträger seien die Garantie, dass ein Verein lebendig bleibe, sie sparten sehr viel Geld und entfachten Leidenschaft, sagte Tornow. Werner Blessing, Vorsitzender des TV Nellingen, fügte hinzu: "Die Ehrenamtlichen wirken meist unauffällig, aber sehr wirkungsvoll." Das Gemeinwesen könne nicht funktionieren ohne Ehrenamt und bürgerliches Engagement, mahnte Dr. Peter Stapelberg vom Sportamt der Stadt Ostfildern.

Kurt Ostwald (Sportkreis Esslingen) hob ebenfalls die Wichtigkeit ehrenamtlichen Engagements heraus. Demokratie lebe vom Ehrenamt, meinte er, die Ehrenamtlichen seien die Leistungsträger der Gesellschaft und Garanten dafür, dass auch kleine Vereine trotz aller Kommerzialisierung die Chance zum Überleben haben. Karl Wieland, der Vorsitzende des Fußballbezirks, bezeichnete das Ehrenamt als elementaren Grundpfeiler des Vereinslebens. Sie alle tragen maßgeblich zur prosperierenden Weiterentwicklung und zur langen Lebensdauer ihres Vereins bei, sagte er zu den Ausgezeichneten.

Der Bezirks Neckar-Fils hat sich von Anfang an mit wachsender Resonanz und großem Erfolg an der Aktion beteiligt. Schon fünf Bezirkssieger wurden bereits in den Klub 100 aufgenommen. Der sechste könnte Otto Schicker sein. Der 75-Jährige ist ein Urgestein der SV 1845 Esslingen und wurde heuer zum Bezirkssieger gekürt. Er ist in vielerlei Funktionen für Verein und Bezirk tätig.

uba

DFB-Ehrenamtspreisträger 2005 im Fußballbezirk Neckar/Fils: Bezirkssieger Otto Schicker (SV 1845 Esslingen), Hans-Jürgen Seidler (TSV Köngen), Herbert Ebinger (FV 09 Nürtingen), Gerhard Brodbeck (TB Neckarhausen), Klaus Geißler (TSV Ötlingen), Rainer Kneile (SV Nabern), Holger Dworak (TSV Jesingen), Silvia Kretzschmar (TG Kirchheim), Horst Böhm (TSV Sielmingen), Gudrun Rossipal (TV Nellingen), Günter Töpfer (VfB Oberesslingen/Zell), Andreas Lembke, Helmut Mühlhäuser (beide SC Geislingen).