Lokalsport

Ein "Strip" mit Folgen

Beim TSV Jesingen läuft es in der Bezirksliga nach wie vor wie geschmiert und der Abteilungsleiter sieht dafür eindeutige Gründe.

REIMUND ELBE

Anzeige

KIRCHHEIM Aus den notorischen Fehlstartern ist ein möglicher Kandidat für die vorderen Plätze im Oberhaus des Fußball-Bezirks geworden. Jesingens Fußball-Boss Steffen Mauz freut dabei insbesondere, dass das Team auch personelle Probleme wegsteckt. So fehlten gestern beim 3:1 über den TSG Zell Urlauber Dirk Augustin sowie Ilker Karlitepe. "Wir haben dieses Fehlen kompensiert", sagt Mauz, "und profitieren dabei auch von unserem im Vergleich zur vorigen Saison größeren Kader." Es ist jedenfalls mit 13 Punkten aus fünf Spielen der beste Auftakt aller Bezirksligazeiten für den TSVJ. Nur noch der gestern ebenfalls siegreiche TSGV Großbettlingen mit Spielertrainer Claus Maier liegt aktuell auf Grund des besseren Torverhältnisses vor den Jesingern. "Das Spiel beim Tabellendritten TSV Neckartailfingen am kommenden Spieltag wird so etwas wie die Stunde der Wahrheit", orakelt Mauz.

Ganz andere Sorgen hat derzeit Notzingens Trainer Stefan Haußmann. Zwar landete der schwach gestartete TSVN mit dem 2:0 über den TSV Wolfschlugen den bitter nötigen zweiten Saisonsieg, doch Haußmann muss sich weiter mit Undiszipliniertheiten seines Teams herumschlagen. Leidtragender war gestern Offensivmann Gabriel Andrijevic, der eigentlich in der 54. Minute eingewechselt werden sollte. Doch dazu kam es nicht. Grund: Der zur Auswechslung vorgesehene Fabian Schäfer, bereits mit Gelb vorbelastet, zog sich im Hinauslaufen noch auf dem Platz das Trikot aus ein "Strip" mit Folgen. Schiedsrichter Mehmet Özgü aus Senden zeigte Schäfer regelkonform die Gelb-Rote Karte. Der frustrierte Andrijevic musste wieder zurück auf die Bank.

Bei der SGEH geht das Rätselraten für die Gründe des nach dem 0:1 in Esslingen nunmehr endgültig perfekten Fehlstart weiter. Punktlos liegt die Spielgemeinschaft weiter auf dem letzten Platz. Eine Trainerdiskussion wird es, so ist aus gut unterrichteten SGEH-Kreisen zu hören, allerdings nicht geben. Die Konstellation mit Michael Pflüger (derzeit verletzt) und Danell Stumpe als Übungsleiter-Doppelspitze bleibt also vorerst bestehen.

In der Kreisliga A hat der VfB Neuffen die Tabellenspitze übernommen, was Volker Krissler, Trainer des nunmehr Tabellenzweiten TV Neidlingen (gestern spielfrei) wenig überrascht. "Die Neuffener haben mit dem 4:1 gegen den Lokalrivalen TSV Linsenhofen gezeigt, dass sie zusammen mit dem TSV Oberlenningen zu den großen Titelfavoriten in dieser Saison zählen."

Ganz andere Sorgen hat zurzeit Krisslers Ex-Club SF Dettingen. Nach dem 0:4 in Oberboihingen muss sich das Team von Wolfram Bielke möglicherweise auf den Abstiegskampf einstellen. Zumindest gab es vom gestrigen Gegner TSVO wenig Aufbauhilfe. "Wir haben Dettingen ziemlich betröpfelt zur Teck zurückgeschickt", sagte Oberboihingens Abteilungsleiter Gerd Schnepf.

So dürften sich die Holzmadener nach dem 1:2 in Frickenhausen auch gefühlt haben. Wobei FC-Pressewart Dirk Schwarz den Grund für den nicht errungenen Holzmadener Punkt an TSVH-Spielertrainer Martin Knorr festmachte. "Wäre er 20 Zentimeter größer, hätte er kurz vor Schluss die Topchance zum 2:2 sicher genutzt."

Mitgefühl für den geschlagenen Gegner zeigte Ötlingens Trainer Marcus Lepadusch nach dem 7:2-Knaller gegen den TSV Owen. "Einige Owener lagen nach dem Abpfiff völlig enttäuscht auf dem Rasen, konnten nicht fassen, was passiert ist." Die Ötlinger kennen ja dieses Gefühl aus den ersten Partien. Mit Andre Krokor, gestern Vierfachtorschütze, ist übrigens zudem ein TSVÖ-Angreifer auf dem besten Weg, beim Kampf um die Kreisliga-B-Torjägerkrone ein Wörtchen mitzureden.