Lokalsport

"Ein tolles Turnier aufecht hohem Niveau"

MAX DANIEL

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KIRCHHEIM Offensichtlich ist Sonntagmorgen um halbelf keine Zeit, in der man Kirchheimer Basketballer zu einem Spiel aufs Feld schicken sollte. Aber jedes Jahr versuchen es die Verantwortlichen aufs Neue denn wer soll das Regionalliga-Turnier eröffnen, wenn nicht die Gastgeber-Mannschaft? So musste das Team von Theo Leftakis auch diesmal, bei der fünften Auflage, so früh ran, und es gab dummerweise das größte Debakel der Turniergeschichte für Kirchheim.

Denn die jungen Ludwigsburger führten einen VfL vor, der von allen guten Geistern wenn nicht endgültig verlassen, so doch auf jeden Fall nicht rechtzeitig geweckt worden war.

Dachten die für diese Stunde relativ zahlreichen Besucher in der Sporthalle Stadtmitte nach dem ersten Viertel (22:31) noch, es könne kaum schlimmer kommen, trat genau das ein: Die zweiten zehn Minuten wurden 17:28 verloren, was zum Pausenstand von 39:59 führte, im dritten Viertel setzte Leftakis, der sein erstes Regionalliga-Turnier coachte, auf die zweite Fünf und ging 4:20 ein! Im Schlussdurchgang wurde dieses 43:79 zwar noch kosmetisch verbessert, doch die 62:90-Niederlage war dennoch allemal ein Schock die Träume, Wünsche, Planungen von einer erfolgreichen Regionalligasaison schienen in dieser Form kaum zu verwirklichen.

Denn da stimmte nichts, nicht einmal der Einsatz. Von einem Zusammenspiel konnte keine Rede sein, von einem Team schon gar nicht, und individuell ließen die Spieler ebenso viele Wünsche offen. In einem Wort: besorgniserregend. Und das sechs Tage vor dem ersten Saisonspiel beim TV Rastatt-Rheinau.

Im zweiten Halbfinale schlug der Zweitligist TSG Ehingen den Regionalliga-Vize MTV Stuttgart souveräner, als es das Ergebnis von 80:73 aussagt, dann musste der VfL zur Wiedergutmachung ran. Und das ging los wie die Feuerwehr! Ein Dreier von Neuzugang Nenad Lukic eröffnete das Spiel, in der Abwehr wurde energisch zugepackt, und nach fünf Minuten war der MTV Stuttgart beim 16:0 fast schon gedemütigt. Zwei weitere Dreier von Ross Jorgusen und Kai-Uwe Kranz, der vor dem Wochenende verpflichtet werden konnte, schraubten das Zwischenergebnis nach sieben Minuten auf 22:3.

Das konnte natürlich nicht so weitergehen, und das ging auch nicht so weiter. Unverständlich war nur, warum der VfL seine Linie verlor und sich dem Gezocke des MTV anpasste. Schnell waren die Stuttgarter auf 18:24 heran (11.), bevor Kirchheim wieder ernst machte und die Partie mit dem 43:25 (18.) eigentlich entschied. Von wegen! Nach der Pause kam das Team von Roger Washington von 39:54 (27.) auf 51:54 (29.) heran, das vierte Viertel war ein reines Nervenspiel das der VfL gewann! Denn als Al Elliott, Jordan Sabourin und Tomi Martinovic dem MTV eine Minute vor Schluss die erste Führung (74:72) beschert hatte, konterte der VfL clever und überließ seinem besten Spieler den Ball: Ross Jorgusen machte vier Punkte zum 76:74, die Blamage gegen Ludwigsburg war zwar nicht vergessen, aber doch ausgeglichen.

Im anschließenden Endspiel setzte sich erwartungsgemäß die TSG Ehingen mit 73:59 durch, obwohl Trainer Ralph Junge auf den angeschlagenen Jugendnationalspieler Nico Simon verzichtete. Trotzdem hat sich die BSG Ludwigsburg mit diesem Auftritt in Kirchheim in den Favoritenkreis der Regionalliga gespielt.

Die Bilanz von VfL-Coach Theo Leftakis: "Es war ein tolles Turnier auf echt hohem Niveau. Wir wissen jetzt, wo wir stehen: Am Anfang eines langen Tunnels."

Dabei können die Fans den VfL übrigens wieder begleiten: Wer den Fanbus für 5 Euro nehmen will, kann sich telefonisch (41219) oder per Mail (ulrich@tangl.de) melden.

VfL: Bruck, Hayden (17/2, 10/1), Bouwmeester (9, 15), Jorgusen (16, 19/3), Kikic (4, 4), Kranz (2, 13/3), Lenger (8, 8), Lukic (6/1, 5/1), Reiter, Tsouknidis (-, 2), Zeitler.