Lokalsport

Ein zweiter Kaiser?

Im Kampf um den Klassenerhalt bekommt der VfL Kirchheim schlagkräftige Verstärkung: Der abstiegsbedrohte Verbandsligist hat den 22-jährigen Michael Heilemann von Regionalligist Stuttgarter Kickers verpflichtet.

PETER EIDEMÜLLER

Anzeige

KIRCHHEIM Wie bereits berichtet, war der Teckstadtclub nach der Verpflichtung des deutsch-tschechischen Stürmers Pavel Ferenz noch auf der Suche nach weiteren Verstärkungen. Dass man nun ausgerechnet bei einem Drittligaclub wie den Kickers fündig geworden ist, überrascht vor allem angesichts der klammen Finanzlage an der Jesinger Allee. "Deswegen muss ich dem Abteilungsleiter und den Sponsoren mal ein dickes Lob aussprechen", betont der in diesen Tagen rastlos wirkende sportliche Leiter des VfL, Norbert Krumm, denn: Im Fall Heilemann können sich die VfL-Macher nur auf die Schultern klopfen, da der Mittelfeldakteur zum Nulltarif nach Kirchheim kommt. "Außer der festgeschriebenen Aufwandsentschädigung mussten wir keine Ablöse zahlen", freut sich Krumm über das Schnäppchen aus Degerloch.

Heilemann ist kein Unbekannter in Kirchheim. Er durchlief die C- und B-Jugend des VfL, um dann über die A-Jugend des VfB Stuttgart beim SV Bonlanden anzuheuern. Dort lieferte sich der gebürtige Nürtinger vor rund drei Jahren einen Kampf um den "Regisseursposten" im Mittelfeld mit einem alten Kirchheimer Bekannten: Steffen Kaiser, Denker und Lenker der VfL-Geschicke zu (besseren) Oberligazeiten. Dass Heilemann, Wirtschaftsinformatikstudent an der FH Göppingen, nicht minder starke Fähigkeiten wie Kaiser besitzt, davon ist man beim VfL überzeugt. "Der ist im gesamten Mittelfeld einsetzbar, kann Impulse nach vorne geben und ist auch noch torgefährlich", schwärmt Norbert Krumm. Heilemanns Engagement unter der Teck ist vorläufig bis zum 30. Juni begrenzt.

Die dritte Neuverpflichtung neben Ferenz und Heilemann ist unter etwas abenteuerlichen Umständen zustande gekommen: Dank seiner Kontakte nach Südamerika hat der Kirchheimer Unternehmer Dr. Jörg Mosolf dem VfL einen Brasilianer präsentiert. Tiago Santos Araujo heißt der Wunderknabe, ist 23 Jahre alt und soll laut Mosolf ab 5. Februar in Deutschland sein. Eine vorläufige Spielerlaubnis liegt bereits vor, mit dem VfL trainiert hat Araujo auch schon bleibt zu hoffen, dass nach dem geplatzten Deal mit seinem Landsmann Moreira nicht auch Araujo ein "brasilianisches Luftschloss" bleibt.

Vierter und vorläufig letzter Neuzugang ist Elvis Luik (21) von Landesligist TV Echterdingen, der den Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft beleben soll.