Lokalsport

Einbruch im zweiten Durchgang

Tischtennis-Verbandsligist VfL verpasst möglichen Sieg gegen Spitzenreiter Donzdorf

Tischtennis-Verbandsligist VfL Kirchheim hat die Chance auf die Herbstmeisterschaft verpasst. Dem souveränen und erwarteten 9:2-Heimspielsieg über die TSG Steinheim folgte eine 7:9-Pleite bei Tabellenführer TG Donzdorf. Damit überwintert der VfL auf Relegationsplatz zwei.

Kassierte ausgerechnet im letzten Vorrundenspiel seine erste Saisonniederlage: Klaus Hummel. Foto: Markus Brändli
Kassierte ausgerechnet im letzten Vorrundenspiel seine erste Saisonniederlage: Klaus Hummel. Foto: Markus Brändli

Kirchheim/Donzdorf. Nach dem deutlichen Sieg in der heimischen LUG-Hall gegen Ligaschlusslicht Steinheim am Samstag war die Ausgangslage vor dem Spitzenspiel tags drauf in Donzdorf klar: Bei einem Sieg hätte der VfL die gastgebende TG vom Thron stoßen können. Doch die Teckstädter konnten eine zweimalige Führung (4:1 und 6:3) nicht ins Ziel bringen und verloren.

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Das Spitzendoppel der Donzdorfer Sitak/Schrag schlug das Kirchheimer Zweier-Doppel Klyeisen/Strauch in drei Sätzen, parallel holten Geßner/Gantert gegen Danzer/Schrag einen 3:1 Sieg, ehe das routinierte Doppel Hummel/Hohl gegen das junge Doppel aus Donzdorf den VfL in 2:1 Führung brachte.

Im vorderen Paarkreuz rechnete man sich gegen den Spitzenspieler der Liga nicht viel aus – Donzdorfs Andriy Sitak hatte bis dato schließlich noch kein einziges Saisonspiel verloren, musste sogar erst zwei Sätze abgeben. Matthias Gantert war‘s freilich egal, er nutzte seine Außenseiterrolle und brachte Sitak nach spektakulärem Spiel beim 3:1 die erste Pleite bei. Simon Geßner nahm den Aufwind der Kirchheimer mit und konnte Donzdorfs Nummer zwei, Jochen Schrag, in fünf Sätzen in die Knie zwingen und die Kirchheimer mit 4:1 in Führung bringen.

Im mittleren Paarkreuz musste Michael Klyeisen wie bereits gegen Steinheim gegen einen Abwehrspieler ran – ohne Erfolg. Klyeisen musste sich im vierten Satz Rainer Thais geschlagen geben. Auch bei Patrick Stauch lief es alles andere als gut. Dieser hatte keine Chance gegen Danzert und verlor ebenso in vier Sätzen. Michael Hohl und Klaus Hummel sprangen in die Bresche und erhöhten mit ihren Siegen die Kirchheimer Führung auf 6:3.

Im vorderen Paarkreuz lief es allerdings nicht mehr so gut. Geßner, der gut gegen Sitak mithielt, musste sich im vierten Satz geschlagen geben. Mathias Gantert verspielte am Nebentisch eine 2:0-Führung gegen Jochen Schrag. Nun musste in der Mitte gepunktet werden. Dies gelang Michael Klyeisen, der im fünften Satz knapp die Oberhand gegen Danzer behielt. Patrick Strauch hatte das Glück nicht auf seiner Seite und verlor in einem hart umkämpften Match knapp in fünf Sätzen – 7:6 für den VfL.

Im hinteren Paarkreuz lief dann nicht mehr viel zusammen. Klaus Hummel, der noch kein Spiel in der Vorrunde verloren hatte, musste am letzten Spieltag der Vorrunde seinem Gegner gratulieren. Ebenso bitter lief es für Michael Hohl, der Binder nach drei Sätzen unterlag – Donzdorf hatte das Spiel beim 8:7 gedreht, für den VfL war nun nur noch ein Remis drin. Das Kirchheimer Spitzendoppel Geßner/Gantert verlor das entscheidende Match jedoch im vierten Satz, was gleichbedeutend mit der 7:9-Niederlage war.

Tags zuvor gegen Steinheim startete der VfL mit drei Doppel-Siegen. Da die Gäste krankheitsbedingt ohne Spitzenspieler Romulus Revisz spielten, rutschte Martin Gastel vom mittleren Paarkreuz ins vordere. Simon Geßner ließ Gastel keine Chance und gewann klar in drei Sätzen. Am Nebentisch musste sich Mathias Gantert in vier Sätzen gegen Richard Chudik geschlagen geben. Nun musste Michael Klyeisen gegen Abwehr-Stratege Erik Reichel spielen, der überraschenderweise recht flott 2:0 führte. Klyeisen blieb ruhig, fand in seine alte Form zurück und ging nach fünf Sätzen als Sieger von der Platte. Patrick Strauch gewann klar in drei Sätzen gegen Oliver Bürk. Dies machte das hintere Paarkreuz nach und brachte den VfL mit 8:1 in Führung. Anschließend musste Simon Geßner noch mal ran. Dieser fand jedoch keine Mittel gegen Richard Chudik und musste sich ebenso wie Gantert in vier Sätzen geschlagen geben. Mathias Gantert ließ Martin Gastel keine Chance. Damit machte er den letzten Vorrundensieg für die Kirchheimer perfekt.sg

„Stimmung hat uns verunsichert“

Was überwiegt: Stolz, beim 7:9 gegen Tabellenführer Donzdorf so lange mitgehalten zu haben, oder Ärger über den vergebenen Sieg?

Klaus Hummel: Eher der Frust, zumal wir zwischenzeitlich selbst überrascht waren, dass es so gut lief. Nach dem Spiel sind wir dann in aller Stille auseinandergegangen – normalerweise gehen wir immer noch zusammen essen.

4:1 geführt, 6:3 geführt, 7:5 geführt – warum hat‘s nicht zum Sieg gereicht?

Hummel: Kann man so direkt nicht sagen, dafür war der Spielverlauf zu außergewöhnlich. Dass im zweiten Durchgang sowohl das vordere als auch das hintere Paarkreuz verlieren, kommt nicht oft vor. Aber das ist wie im Fußball: Wenn du ab der 70. Minute versuchst, eine Führung über die Zeit zu bringen, geht das auch oft schief. Außerdem haben die rund 100 Zuschauer in Donzdorf eine Megastimmung gemacht und ihre Spieler nach vorne gepeitscht. Das hat uns vielleicht zusätzlich verunsichert.

Es war die zweite Niederlage im neunten Spiel. Dem gegenüber stehen sieben Siege. Zufrieden mit der Vorrunde?

Hummel: Wir hatten den zweiten Platz als Ziel ausgegeben, auch wenn die Niederlage in Altshausen so nicht eingeplant war. Aber dort ist es genauso schwierig zu spielen wie in Donzdorf. Gut, dass wir gegen diese beiden Mannschaften in der Rückrunde zu Hause spielen.

Was passiert nun bis zum Rückrundenstart am 23. Januar?

Hummel: Nächste Woche steigt unsere interne Vereinsmeisterschaft, danach wird bis Weihnachten mit angezogener Handbremse trainiert und ab Neujahr geben wir wieder Gas.

Mit welchem Ziel?

Hummel: Platz zwei und der Relegation zur Oberliga.