Lokalsport

Eine Attacke zu viel

Mit Platz acht musste sich der Kirchheimer Mountainbike-Profi Lado Fumic beim Bundesliga-Rennen in Münsingen begnügen. Er hatte früh zu viel riskiert.

MÜNSINGEN Bis zur dritten von neun Runden schien beim 20. Internationalen Frühjahrsklassiker auf der Alb das Geschehen vor Tausenden von Zuschauern seinen üblichen Verlauf zu nehmen. Lado Fumic hatte sich in einer sechsköpfigen Spitzengruppe eingereiht und es hatte den Anschein, dass er mit den starken Jose Hermida (Spanien), Fredrik Kessiakoff (Schweden) und Martin Gujan (Schweiz) konkurrieren könnte. Denkste.

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Fumic riskierte mit einer Attacke zu viel. Zumindest sah das der Kirchheimer im Nachhinein so: "Da habe ich mich übernommen." Was dann passierte, nannte er einen "klassischen Motorplatzer". Er musste seine Beine zügeln und fiel zurück bis auf Platz zehn. Als er sich physisch wieder erholt hatte, war es zu spät, um noch weiter nach vorne zu kommen als Rang neun. 3.27 Minuten Rückstand auf den Schweizer Martin Gujan, der seinen Vorjahressieg in 1.55,36 Stunden wiederholte, standen für Fumic in der Ergebnisliste. Und er wollte sich davon nicht beunruhigt zeigen. "Vor heimischem Publikum wollte ich vorne dabei bleiben und etwas zeigen. Das ist heute eben schief gegangen. Aber ich habe mich gut gefühlt und sehe mich auf dem richtigen Weg", konstatierte der 29-Jährige nach dem Rennen, während er fleißig Autogramme schrieb.

Teamkollege Marc Gölz übte derweil Selbstkritik. "Ich habe meine gute Startposition heute nicht genutzt." Ein Konkurrent touchierte in der Startphase sein Vorderrad, sodass Gölz viele Fahrer vorbei ziehen lassen musste. Der Weilheimer versuchte sich wieder nach vorne zu kämpfen. Aber wie das in diesen Fällen häufig passiert, kostet das unverhältnismäßig viel Energie. "Die ersten beiden Runden bin ich über dem Limit gefahren und dann habe ich nachgelassen", sagte Gölz. Erst als Torsten Marx (Hechingen), dem am Start noch übler mitgespielt wurde, von hinten kam, legte Gölz wieder den Vorwärtsgang ein. Zum Schluss konnte er aber auch Marx nicht mehr halten. "Ich hatte eine ganz krampfige Muskulatur", erzählte Gölz.

Was heraus kam, war der 20. Platz mit 9.29 Minuten Rückstand auf Gujan, der Kessiakoff im Finish um fünf Sekunden schlagen konnte.

Alexander Speisekorn (MTB Teck) hatte großes Pech. Innerhalb einer Runde brach ihm eine Speiche, ging der Sattel kaputt und dann versagte auch noch die Bremse. Im Damen-Rennen belegte Hanna Klein (RKV Kirchheim) Platz 14. Die Juniorinnen-Vizeweltmeisterin vom Kross Racing Team Haspel war mit 13.40 Minuten Rückstand auf Olympiasiegerin Gunn-Rita Dahle (Norwegen, 1.48,27) die drittschnellste U23-Fahrerin.

Am Sonntagmorgen hätten Andi Vicic und Siggi Tröndle (beide Giant- Nolte Küchen) vom MTB-Club Teck im Masters-Rennen beinahe den ganz großen Coup gelandet. Sie wären einen Doppelsieg eingefahren, wenn nicht Daniel Duske (Überlingen) nach schlechtem Start noch eine erfolgreiche Aufholjagd gestartet hätte. Vicic lag über mehr als die Hälfte der Distanz ganz vorne, verlor dann aber an Boden. "Die Jungs sind am Berg bockstark. Nur in den Abfahrten hatte ich Vorteile. Aber ich bin froh, denn ich hatte Respekt vor den alten Haudegen", sagte Vicic im Ziel, zufrieden mit seinem dritten Platz. Einer der alten Haudegen war Siggi Tröndle, der mit seinem Marathon-Tritt Duske zwar auch nicht halten konnte, aber mit Platz zwei im ersten Cross-Country-Rennen seit Jahren sehr zufrieden war.

pm