Lokalsport

Eine Lehrstunde zum Saisonfinale

VfL-Oberligaturner gegen Ludwigsburg chancenlos – Zweite Manschaft holt Bezirksligatitel

Nichts zu erben gab es für die VfL-Oberligaturner gegen den Tabellenführer MTV Ludwigsburg. Mit 282,05:323,45 Punkten hatten die ersatzgeschwächten Kirchheimer keine Chance. Besser machte es der VfL II. Mit einem Sieg gegen den TSV Urach holte sich die Zweite den Bezirksligatitel.

Heiko Paul

Kirchheim. Dass der letzte Heimwettkampf der Saison für die VfL-Oberligaturner auch der schwerste werden würde, war schon vor der Begegnung der beiden Kontrahenten in der Konrad-Widerholt-Halle klar. Denn die Ludwigsburger Turner schweben derzeit auf einer Erfolgswelle, sind ungeschlagen Tabellenführer und konnten frei von Verletzungen in Bestbesetzung antreten. Ganz anders sieht es im Kader des VfL aus: Jugendnationalturner André Schaichs Gastspiel vor einer Woche war nur von kurzer Dauer. Er war am Samstag erneut bei einem Lehrgang dabei. Moritz Pohl fiel verletzt aus und der 42-jährige Routinier Jochen Weber benötigte eine Regenerationspause. Da mussten andere Turner Übungen aus dem Hut zaubern, die sie unter Wettkampfbedingungen schon lange nicht mehr gezeigt hatten. Am Boden traf es Pascal Vogt (11,80) und David Schneider (11,65). Sie ergänzten die beiden etatmäßigen Bodenspezialisten Dominik Weber (14,25) und Philipp Straub (13,50) zwar gut. Doch das VfL-Team lag nach dem ersten Gerät schon mit 5,30 Punkten im Rückstand.

Markus Benz (11,25), Simon Paul (11,0), Dominik Weber (10,70) und Philipp Straub (9,50) handelten sich am Pauschenpferd dann weitere 9,1 Punkte Rückstand ein. Noch krasser lief es an den Ringen. Andreas Mahler (12,85), Markus Benz (11,85), Dominik Weber (11,0) und David Schneider (10,90) kamen zusammen nur auf 46,60 Zähler. Der Ludwigsburger Punktestand hingegen war um 57,90 Zähler gewachsen. Die Höchstwertung mit 15,55 Punkten erturnte MTV-Jugendnationalturner Alexander Benzel. Beim Sprung über den Tisch erhielt VfL-Turner Simon Paul für seinen gestreckten Tsukahara zusammen mit dem MTV-Turner Gregor Appt mit 13,65 die höchste Wertung an diesem Gerät. Philipp Straub (12,70), David Schneider (12,60) und Pascal Vogt (11,65) zogen gut mit – doch auch die Sprungwertung ging an die Ludwigsburger. Zwar knapp, aber das Team aus der Barockstadt war eben gleichmäßiger besetzt.

Auch am Barren zeigten die MTV-Turner ihre Klasse. Mit 48,80 zu 54,05 hatte die Heimmannschaft das Nachsehen. Andreas Mahler kommt zwar immer besser in Form, erhielt an diesem Gerät 13,35 Zähler, der zweite Barrenturner Markus Benz 12,85. Pascal Vogt (11,65) und Philipp Straub (10,95) wurden ins kalte Wasser geworfen, hielten sich in dem illustren Feld aber wacker. Am Reck das gleiche Bild: Dominik Weber hamsterte für seine bewährte, schwierige Übung 12,10 Punkte, Markus Benz kam auf 11,0 Punkte. Simon Paul (10,30), nach drei Jahren zum ersten Mal wieder in einem Wettkampf am Reck im Einsatz, zeigte, dass er eine Option für die Zukunft an diesem Gerät ist. David Schneider (9,0) hatte ein wenig Pech. Aber das spielte längst keine Rolle mehr: Der MTV Ludwigsburg war auf 323,45 Punkte enteilt, das VfL-Oberligateam hatte nur 282,05 Punkte gesammelt.

Der VfL liegt nach dieser Niederlage zwar noch im gesicherten Mittelfeld – dennoch bleibt zu hoffen, dass sich das Team zum Rückrunden-Endkampf, bei dem alle Mannschaften in einem Wettkampf gegeneinander antreten müssen, wieder fängt.

Ganz anders lief es dagegen bei der VfL-Bezirksligamannschaft. Zusammen mit dem Gegner TSV Urach belegte das junge Team in der Tabelle hinter dem TB Neckarhausen den zweiten Rang. Bei einem überlegenen Sieg winkte sogar der Bezirksligatitel, bei einem knappen Sieg war der zweite Platz gesichert, der immerhin zum Aufstiegswettkampf berechtigte. Dementsprechend motiviert legte die VfL-Reserve los. Schon am Boden nahmen Aleksej Sinicyn (13,35), Marius Gebhardt (12,10), Daniel Paul (12,05) und Fabian Gärtner (12,0) den Urachern vier Punkte ab. Am Pauschenpferd dann die Galavorstellung der Kirchheimer: Marius Gebhardt (12,0) mit der Tageshöchstwertung an diesem Gerät, Petr Grulich (11,40), Johannes Dieterich (11,0), Yannik Bauser-Dropmann (10,35) und Axel Baumann (10,30) packten weitere sechs Punkte drauf.

Auch den Wettkampf an den Ringen gestalteten Petr Grulich (11,25), Aleksej Sinicyn (11,05), Stephan Frey (10,35) und Johannes Dieterich (10,30) überlegen. Über das Kirchheimer Sprungergebnis staunten Zuschauer und Gegner: 51,30 Punkte von Daniel Paul (Überschlag/Salto, 13,20), Aleksej Sinicyn (Tsukahara gebückt, 12,95), Marius Gebhardt (12,60) und Fabian Gärtner (12,55) waren die Ausbeute – wieder fast fünf Punkte mehr als der TSV Urach. Mit 12,10 Punkten legte Petr Grulich anschließend dann den Grundstein für den Barren-Sieg, zusammen mit Stepfan Frey (11,40), Yannik Bauser-Dropmann (11,40) und Aleksej Sinicyn (11,25). Am Reck folgten souveräne Übungen von Aleksej Sinicyn (10,70), Daniel Paul (10,50), Yannik Bauser-Dropmann (9,55) und Paul Kohnle (9,25). Die Uracher hielten auch hier nicht mit, der Kirchheimer Vorsprung war auf 23,65 Punkte gewachsen. Weil der VfL II auch alle Geräte für sich entschieden hatte, rutschte er in der Tabelle sogar noch an Neckarhausen vorbei. Das Team ist damit direkt nach seinem Aufstieg in der letzten Saison Meister der Bezirksliga Mitte und gilt als heißer Favorit beim Aufstiegswettkampf in drei Wochen in Sindelfingen.

Anzeige