Lokalsport

Eine Panorama-Tour für Hartgesottene

22 Alpenpässe, mehr als 21 000 Höhenmeter und 830 Kilometer, das Ganze verteilt auf sieben Etappen. Für Markus Braun und Andreas Miller beginnt am Sonntag das Abenteuer Transalp. Die beiden Kirchheimer sind eines von insgesamt 500 Zweier-Teams aus 21 Nationen beim Rennen von Oberammergau nach Riva del Garda.

BERND KÖBLE

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KIRCHHEIM Für die Marathon-Spezialisten unter den Mountainbikern ist die Transalp-Challenge seit vielen Jahren einer der Saison-Höhepunkte. "Nur die Härtesten kommen durch" heißt es auch am Sonntag, wenn das Pendant für die Straßenfahrer seine vierte Auflage erfährt. Statt auf Single Trails und Schotterpisten rollt das Feld hier zwar über glatten Asphalt, doch die 830 Kilometer bis zum Gardasee haben es nicht minder in sich. Obwohl offiziell als Amateur-Rennen deklariert, zeigen Namen wie die des deutschen Crossmeisters Jens Schwedler oder der beiden italienischen Vorjahressieger Andreas Kofler und Stefano Casassa, dass die Transalp ein ernst zu nehmendes Unternehmen ist.

Entsprechend intensiv haben sich Markus Braun (37) und Andreas Miller (34) auf den Start am Sonntag vorbereitet. Seit Januar nutzen die beiden Familienväter jede freie Minute zum Training, das bereits im Morgengrauen mit der 30 Kilometer langen Fahrt zum Arbeitsplatz beginnt. Mehr als 8 000 Kilometer haben sie bei Wind und Wetter abgespult da wird das Auto zum überflüssigen Inventar. Kein übertriebener Aufwand, wirft man einen Blick in den Streckenplan. Sieben Tage lang reiht sich auf der Fahrt Richtung Süden eine Bergetappe an die andere. Durch die landschaftlich reizvollsten Gegenden der Alpen. Doch nur die Fittesten werden das Alpenpanorama genießen können. Mit 21 019 Höhenmetern ist die Transalp 2006 die schwerste seit der Premiere vor vier Jahren. Nach dem Start in Oberammergau führt die Strecke über 142 Kilometer vom Lechtal über das 1 894 Meter hoch gelegene Hahntennjoch hinunter nach Imst und von dort hinauf zum ersten Etappenziel im Ski-Dorado Sölden. Die Königsetappe führt am vierten Tag quer durch die Dolomiten. Zwischen Sankt Vigil und Wolkenstein stellen sich auf 120 Kilometer nicht weniger als sechs Alpenpässe den Fahrern in den Weg.

Und die Prognose? "Schwer einzuschätzen", meint Markus Braun. Unter die ersten 100 Teams wollen die beiden Kirchheimer, die für das Team Lightweight an den Start gehen, auf jeden Fall fahren. Danach beginnt die Kür. "Wenn es Top 50 wird auch recht", sagt Braun und grinst: "Radsportler sind bekanntlich meistens Tiefstapler."