Lokalsport

Einen Sieg zum Geburtstag?

Zum letzten Auswärtsspiel der Saison müssen die Kirchheimer Basketballer am Samstag zum designierten Meister KGJ Schwenningen. Der Aufsteiger ist durch. Mit dem überzeugenden 96:86-Sieg über den MTV Stuttgart hat es der KGJ geschafft, gleich im ersten Jahr den Sprung in die Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga zu schaffen.

KIRCHHEIM Drei Spieltage vor Saisonschluss steht der Meister damit bereits fest. Für die Schwenninger war dies erklärtes Saisonziel, und auch alle ernst zu nehmenden Experten hatten dies vor der Saison erwartet. Dennoch ist die Leistung der Schwarzwälder hoch einzuschätzen. Was dort in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde, verdient höchsten Respekt. Als einziges Team in der Regionalliga neben dem VfL Kirchheim üben die Schwenninger auch eine gewaltige Anziehungskraft auf ihr Publikum aus: Im Schnitt wollen 800 Fans die Spiele in der Deutenberghalle sehen, Sponsoren sind ebenfalls vorhanden. Ein Überleben im Profibasketball in der zweiten Liga scheint also möglich.

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Zu Hause hat der KGJ seit drei Jahren nicht mehr verloren. Gelingt es ausgerechnet den Knights nach zwei Niederlagen hintereinander, diese Serie zu durchbrechen? Beim VfL sieht man es realistisch, ganz nach dem Motto: "Wir haben keine Chance, nutzen wir sie." Immerhin war die Mannschaft von Theo Leftakis die letzte, die Schwenningen bezwingen konnte: Beim mit Abstand besten Saisonspiel wurde der KGJ am 27. November in der Sporthalle Stadtmitte mit 88:75 überrollt, wobei das Ergebnis sogar noch schmeichelhaft für die Gäste war 78:51 stand es zu Beginn des Schlussviertels. Dann schickte Leftakis seine zweite Fünf aufs Feld, sodass das Endergebnis etwas freundlicher für die Schwarzwälder aussah.

Am vergangenen Dienstag feierte der griechische Coach übrigens seinen 60. Geburtstag. Allerdings weit weg vom Team. In München stritt er sich in verschiedenen Kommissionen des Weltverbands Fiba bis gestern Abend um die Zukunft des europäischen Basketballs. Da auch Co-Trainer Pasko Tomic durch seine C-Trainer-Prüfung in Albstadt-Tailfingen die komplette Woche nicht zur Verfügung stand, musste Geschäftsführer Uli Tangl das Training leiten. Und das auch noch mit stark reduzierter Besetzung. James Hayden laboriert noch immer an einer Grippe, war im letzten Training das erste Mal wieder dabei, ebenso Franjo Kikic. Davor fehlten abwechselnd Marco Stifel, Jorgo Tsouknidis und Robert Bruck aus beruflichen Gründen. Eine optimale Vorbereitung auf das Spiel war das natürlich nicht.

Noch vor Wochen wurde die Begegnung als der Hit der Saison gehandelt und ist nun, nachdem Schwenningen durch ist und der VfL nur noch um eine gute Platzierung kämpft, zum reinen Spiel der Ehre geworden. Kapitän Robert Bruck: "Wir wollen Theo zum Geburtstag eine gute Leistung schenken." Trotzdem wollen es sich viele Fans nicht nehmen lassen, dem Gegner zu zeigen, wer am engagiertesten hinter seinem Team steht. Für den Fanbus, der am Samstag um 17.45 Uhr nach Schwenningen fährt, hat sich der harte Kern bereits angemeldet, um den Versuch zu unternehmen, 800 Schwarzwälder zu übertönen.

Wer den letzten Roadtrip der Saison mitmachen will, kann sich noch anmelden (0 70 21/4 12 19 oder ulrich@tangl.de). Da der VfL als Dankeschön an die Fans den größten Teil der Kosten übernimmt, beträgt der Preis für die Fahrt nur fünf Euro.

mad

VfL Kirchheim:

Bruck, Goehrke, Hayden, Jorgusen, Kikic, Kranz, Lenger, Lukic, Stifel, Tsouknidis.