Lokalsport

Eiskalt in der Grünen Hölle

Wolf Henzlers Falken-Team fährt beim 24-Stunden-Rennen sensationell auf Platz vier

Mit einem nahezu sensationellen vierten Platz in der Gesamtwertung endete für Profirennfahrer Wolf Henzler das 42. 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Sein Falken-Team mit Martin Ragginger (Österreich), Peter Dumbreck (Schottland) und dem Wahlchinesen Alexandre Imperatori wies am Ende zwei Runden Rückstand auf den siegreichen Audi R8 des DTM-Teams Phönix Racing (Meuspath) auf.

Läuft wie geschmiert: Wolf Henzlers grün-blauer Bolide fuhr beim 42. 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring nur knapp an einem Po
Läuft wie geschmiert: Wolf Henzlers grün-blauer Bolide fuhr beim 42. 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring nur knapp an einem Podestplatz vorbei. Foto: Falken Tires

Nürburg. Den Start im Falken-Porsche übernahm Martin Ragginger. Der Österreicher hielt sich gekonnt aus riskanten Manövern heraus, zumal sich in der turbulenten ersten Stunde einige Unfälle ereigneten, die der Hitzköpfigkeit mancher Piloten geschuldet waren. Dank hoher Sicherheitsstandards in den Sport- und Tourenwagen blieben die Fahrer allerdings unverletzt und es gab lediglich Blechschäden. Später übernahm Peter Dumbreck das Steuer des Porsche 911 GT3 997 und übergab den Boliden gegen 18.30 Uhr an Ale­xandre Imperatori. Als Vierter im Bunde klemmte sich Wolf Henzler gegen 19.45 Uhr hinters Lenkrad und stieg eine Stunde später wieder aus dem Wagen. „Das Auto läuft prächtig“, sagte er vor seiner ersten Pause und entschwand zum Anfeuern der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ghana bei der WM vor den Fernseher. Dann kam die Nacht – und die vier Falken-Piloten lagen weiter auf einem einstelligen Platz im mit rund 175 Fahrzeugen besetzten Starterfeld.

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Es lief prächtig für die Startnummer 44 in der Grünen Hölle der Eifel, denn es gab keine größeren Schäden inklusive längerer Reparaturarbeiten an ihrem Gefährt. Gegen 8.30 Uhr erhielt Henzler eine Stop & Go-Strafe aufgebrummt, nachdem er am Ende der Boxengasse deutlich zu langsam gefahren war, um im vom Veranstalter vorgegebenen Zeitfenster einer Mindestverweildauer bei Boxenstopps zu bleiben. Gegen 11.20 Uhr stand der Falken-Porsche, mittlerweile Fünfter, zu einem weiteren Routinestopp an der Box. Als Vorsichtsmaßnahme wurde ein Teil der Radaufhängung ausgewechselt. Schon sechs Minuten später ging es weiter – ohne dass die Fahrercrew entscheidenden Boden eingebüßt hatte.

Als Henzler mit realistischer Wahrnehmung auf seinen Schlussturn ging („aus eigener Kraft können wir uns jetzt nicht mehr verbessern“), lag der Wagen weiter an fünfter Stelle. Jetzt profitierte die Falken-Mannschaft vom Pech der Konkurrenz: Der viertplatzierte BMW Z4 GT3 des Schubert-Teams musste eine unvorhergesehene Reparaturpause einlegen und hievte den Porsche auf Rang vier. Das war auch die Endplatzierung. Das Henzler-Team finishte als bestes Porsche-Team noch vor so namhafter Marken-Konkurrenz wie Manthey-Racing – eine echte Überraschung.

Für Wolf Henzler war es die mittlerweile sechste Teilnahme am 24-Stunden-Rennen auf dem 25,4 Kilometer langen Kurs auf dem Nürburgring. Im Qualifying hatte sein Team Platz 19 belegt.

Nürburgring, Gesamtklassement: 1.  Haase/Mamerow/Rast/Winkelhock, Audi R8 LMS ultra, 159 Runden – 2.  Bleekemolen/Simonsen/Menzel/Arnold, Mercedes SLS AMG, 159 Runden – 3. Zehe/Hohenadel/Bastian/Engel, Mercedes SLS AMG, 157 Runden – 4.  Henzler/Ragginger/Dumbreck/Imperatori, Porsche 911 GT3 997, 157 Runden, 5. Mücke/Turner/Lamy,Aston Martin GT3, 157 Runden – 6. Klingmann/Baumann/Hürtgen/Tomczyk, BMW Z4 GT3, 157 Runden