Lokalsport

Elzie moniert Dummheit und Eigensinn

Die VfL Kirchheim Knights verteidigen zum Abschluss der Hinrunde ihre Tabellenführung und dürfen sich nun "Halbzeitmeister" nennen. Angesichts der 84:90 (50:49)-Niederlage gegen die München Basket ging dies bei Zuschauern und Verantwortlichen aber nahezu unter.

KIRCHHEIM Die Knights zeigten sich zu Spielbeginn selbstbewusst und motiviert, sodass bei den 1200 Zuschauern durchweg Optimismus zu spüren war. Während die Münchener durch ihre Spielfreude auffielen, agierten die Kirchheimer in den ersten Minuten unkonzentriert und nervös. Die Münchener kamen in einer nicht existierenden Defense der Knights immer wieder zu freien Würfen. Auch ein erfolgreicher Dreier von Tom Klemm konnte nichts daran ändern, dass Pat Elzie bereits nach 2,30 Minuten Spielzeit beim Stand von 5:10 die erste Auszeit nehmen musste.

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Auch im weiteren Verlauf des ersten Viertels konnten die Knights nicht überzeugen. Viele Aktionen waren oftmals erzwungen und als Tim Burnette nach sieben Minuten und einem Spielstand von 14:21 durch ein technisches Foul bereits sein drittes Foul bekam, musste der Eindruck entstehen, dass im Spiel der Knights der Wurm drin war. Dennoch stellten die Gastgeber wenige Sekunden vor Schluss des ersten Viertels durch einen Korbleger von Andi Hornig zum 22:27 den Anschluss wieder her.

Kennzeichnend für dieses Spiel war aber eine Szene in der letzten Sekunde: Münchens Andrej Mangold setzte unter Zeitdruck in der letzten Sekunde zu einen Wurf aus über acht Meter Entfernung an und Kai-Uwe Kranz bekommt sein erstes Foul gepfiffen. Völlig unnötig in jedem Fall und völlig unberechtigt? Den Schiedsrichtern sollte im weiteren Spielverlauf eine wesentliche Rolle zukommen. Es folgten drei Freiwürfe, von denn Mangold zwei erfolgreich zum 22:29-Viertelstand verwandeln konnte.

Das zweite Viertel begann mit zwei Dreiern von Kai-Uwe Kranz, der mit insgesamt 15 Punkten zu den erfolgreicheren Spielern der Knights gehörte. Dieses Viertel stand im Zeichen eines offenen Schlagabtausches beider Teams im wahrsten Sinne des Wortes "offen" stand weiterhin für die Defense der Knights: Von der mannschaftlich geschlossenen Abwehrhaltung, die in den bisherigen Spielen der Schlüssel des Erfolges war, war nichts zu sehen. Bei den Münchenern dagegen überzeugten McKenzie und McAllister, die die kurze Vorbereitungsphase durch umso mehr Spielfreude und Einsatzbereitschaft ausgeglichen haben. Mit 50:49 konnten die Knights trotzdem eine knappe Führung zur Halbzeitpause erreichen.

Tom Klemm setzte gleich zu Beginn des dritten Viertels mit zwei Dunks ein Ausrufezeichen, aber wie schon in der ersten Halbzeit konnten spektakuläre Einzelaktionen das Team nicht aufrütteln das Spiel blieb ausgeglichen. Nacheinander erhielten Tom Klemm sein drittes und Andi Hornig sein viertes Foul und die Münchener zogen Punkt um Punkt davon. Beim Spielstand von 63:71 hatten acht Münchener Fans die Halle fest im Griff die Kirchheimer Fans: sprachlos. Einzig Sascha Kesselring überzeugte in dieser Phase und machte es möglich, dass die Knights in der letzten Spielminute durch Punkte von Burnette und Tom Klemm zum 69:71 abermals den Anschluss herstellten.

Peter Klemm erhielt zu Beginn des letzten Viertels seine erste Einsatzzeit und erzielte die ersten Punkte für die Knights, bevor die Show des David McCray begann. Aufgestachelt durch das Publikum setzte er zu zwei spektakulären Dunks an und erzielte sechs Punkte in kürzester Zeit. Auch die Defense war nun deutlich aggressiver. 3,47 Minuten vor Schluss führten die Knights mit 81:77. Mit dem Publikum und der Euphorie im Rücken wäre das womöglich ausreichend gewesen, um den Sieg zu sichern, hätten nicht anschließend die beiden Schiedsrichter beschlossen, entscheidend in den Spielverlauf einzugreifen. Kurz zuvor hatten sie eine Verletzung von Andi Hornig, der außerhalb des Spielfeldes regungslos liegen blieb, übersehen und unterbrachen das Spiel zum Nachteil von Kirchheim nicht. 3,17 Minuten vor Schluss erteilten sie Tim Burnette zuerst ein unsportliches und anschließend nach einer entsprechenden Äußerung ein technisches Foul. Für Burnette die Fouls Nr. 4 und 5, gleichbedeutend mit seinem Aus für dieses Spiel. Durch die vier zugesprochenen Freiwürfe und den anschließenden Ballbesitz kippten die Münchner das Spiel um ein weiteres Mal und gingen mit 81:82 in Führung. Eine Führung, die sie bis zum Endstand von 84:90 nicht mehr hergaben. Drei Spieler der Knights (Burnette, Hornig, Klemm) mussten in den letzten Minuten mit fünf Fouls vom Feld. Das übrige Team hatte nichts mehr zuzusetzen

Pat Elzie zeigte sich nach Abpfiff "stinksauer" auf sein Team, das durch "Dummheit und Eigensinn" das Spiel nie in den Griff bekam.

bs

Kirchheim:

Kranz (15, 3/11 Dreier); McCray (18, 1/5, 7 Rebounds); Burnette (15; 0/3); Wysocki (7, 0/1); Lenger; Peter Klemm (2); Howard; Tom Klemm (8, 1/3, 6 Reb.); Kesselring (9, 9 Reb.); Hornig (12; 8 Reb.).München:

Moysich; Hofmann; Gutt (7); Stephan (21); Montag (2); McKenzie (20); Aufiero (11); Mangold (10); McAllister (19).