Lokalsport

Engpass zwingt zum Improvisieren

Angreifer Altinsoy als Linksverteidiger – Am Mittwoch in Illertissen

Reicht die Personaldecke beim VfL für eine komplette Saison aus? Eine der brennenden Fragen nach dem 2:2-Auftaktremis gegen den Bahlinger SC.

Anzeige

REIMUND ELBE

Kirchheim. Gerade einmal vier Feldspieler standen VfL-Trainer Dietmar Sehrig auf der Auswechselbank zur Verfügung. So war es nicht verwunderlich, dass er bei seiner Oberliga-Premiere – unter den Zuschauern war auch Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker – zum Improvisieren gezwungen war. Stürmer Selim Altinsoy musste sich als Linksverteidiger in der Viererkette vergnügen. Doch ganz so fremd wie vermutet, war dem ehemaligen Jugendspieler des VfB Stuttgart der Job nicht. „Ich bin eigentlich gelernter Verteidiger“, erläuterte der Linksfuß, „erst im Verlauf der verschiedenen Jugendmannschaften wurde ich zur Offensivkraft umfunktioniert.“

Der Defensiv-Helfer erfüllte seine Aufgabe ordentlich, vor allen Dingen nach der Pause traute sich Altinsoy den ein oder anderen Flankenlauf über die linke Seite zu. „Allerdings ist Christopher Eisenhardt auf dieser Position gesetzt“, relativierte Sehrig. Er sieht Altinsoy nach wie vor eher in der Offensive. Eisenhardt wird nach absolvierter Schulung in Ingolstadt und der dadurch beruflich bedingten Abwesenheit am Mittwoch in Illertissen (Anpfiff um 18.30 Uhr) wieder an Bord sein.

Mittelfeldakteur Emrah Polat ist beim Gastspiel an der Iller beruflich derweil unabkömmlich, fehlen werden zudem nach wie vor Torjäger Maximilian Laible („ich will in drei Wochen wieder ins Training einsteigen“) sowie die ebenfalls verletzten Neuzugänge Hans-Alex Thies und Sabri Gürol. Allzu viel darf – verletzungstechnisch gesehen – also nicht mehr passieren. „Die Wechselfrist endet am 31. August“, sagt der sportliche Leiter Norbert Krumm, „wir halten weiter Augen und Ohren offen.“

Krumm wird nicht müde, diese Sätze zu predigen. Doch es sollten möglichst echte Verstärkungen sein. Beim Auftakt offenbarten Kirchheims Oberligafußballer neben einer bemerkenswerten Willensstärke etliche Schwächen. In der Offensive beschäftigte überwiegend Youngster Uwe Beran die Bahlinger Abwehr, weil Mit­angreifer Coskun Isci noch merkliche Probleme auf der für ihn ungewohnten Position hatte. Des Weiteren wurden aus dem Mittelfeld heraus zu wenig Erfolg versprechende Ideen entwickelt. In der Defensive leisteten sich die Kirchheimer zig Kapriolen, der gravierendste Fehler war jener, der zum 0:2 führte. Licht und Schatten somit für die VfL-Kicker am ersten Spieltag.