Lokalsport

Entscheidung in Ulm fällt erst am Boden

Als große Favoriten waren die Kirchheimer Turnerinnen des VfL zu ihrem vierten Oberliga-Wettkampf nach Ulm gereist. Doch die Kirchheimer mussten bis zum letzten Gerät kämpfen, um den dritten Saisonsieg mit 196,95:192,25 Punkten nach Hause zu bringen.

ULM Es war nicht der Tag der Kirchheimer Oberliga-Turnerinnen. Nur Dank der Routine von Tatjana Würslin und Lena Flaig wurde die Ulmer Mannschaft knapp besiegt. An den ersten beiden Gerätedurchgänge, am Sprung und am Stufenbarren, zeigten die Kirchheimer nicht gekannte Schwächen und machten dadurch den Wettkampf unnötig spannend. Am Sprung fehlte es Samantha Müller, Lena Flaig, Lavinia Di Coste und Tatjana Würslin an der gewohnten Spritzigkeit, sodass folgerichtig alle Turnerinnen Schwierigkeiten mit dem Stand hatten. Zusätzlich hatten sie die schwierige Aufgabe, den ungültigen Sprung von Pia Pohl zu ersetzen. Die Kirchheimerinnen konnten nicht verhindern, dass die Ulmer Mannschaft mit 47,15 zu 45,10 Punkten den ersten Gerätedurchgang für sich entschied.

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Auch am Barren begannen die Kirchheimer verunsichert. Doch auch die Ulmer Turnerinnen zeigten einige Schwächen, sodass der Abstand nicht weiter anwuchs. Erst mit Lavinia Di Coste's Übung und Tatjana Würslin, die als letzte Turnerin am Barren eine tadellose Übung zeigte, die mit 13,15 bewertet wurde, ging ein Ruck durch die Mannschaft die jungen Damen besannen sich ihrer Stärken. Zudem konnten die Kirchheimer dadurch den Barren gewinnen und aus den zwei Punkten Rückstand einen Vorsprung von zwei Punkten machen.

Mit diesem knappen Vorsprung ging es an das Zittergerät, den Balken. Trotz neuem Elan gab es von Jessica Preuss, Pia Pohl, Lisa Kiedaisch und Samantha Müller doch einige Wackler und Absteiger, sodass die Kirchheimer trotz schwieriger Übungen hohe Abzüge erhielten. Die Ulmer Mädchen turnten etwas einfachere, allerdings sicher vorgetragene Übungen, sodass die knappe Führung der Kirchheimer langsam dahin schmolz. Da war es Zeit, dass Lena Flaig, ihre Nervenstärke und Erfahrung in die Waagschale legte und als letzte Turnerin am Balken einen fehlerfreien Vortrag zeigte, der mit 13,60 Punkten die zweihöchste Wertung am Balken bedeutete. Zwar konnte Kirchheim den Balken nicht mehr gewinnen, aber es waren nur 0,5 Punkte Rückstand auf Ulm, sodass Kirchheim mit einer knappen Führung an das letzte Gerät wechselte.

Verunsicherung wich

Am Boden, dem traditionell besten Gerät der Kirchheimer Mannschaft, zeigten die Mädchen ihr wahres Gesicht. Aus den verunsicherten Mädchen, die zwei Stunden zuvor kaum ihre Sprünge in den Stand brachten, wurden selbstbewusste Turnerinnen, die ihre Übungen auf die Bodenfläche zauberten. Mit 59,00:55,85 Punkten entschied Kirchheim den Boden und damit den gesamten Wettkampf für sich und festigte damit auch den zweiten Tabellenplatz.

Die gute Moral und das ausgeglichene Mannschaftsgefüge zwischen jungen, talentierten und erfahrenen, ruhigen Turnerinnen machte sich bezahlt und dokumentiert die langfristig ausgerichtete Arbeit der Turnabteilung des VfL Kirchheim.

Am kommenden Samstag treten die Mädchen zu ihrem letzten Saisonwettkampf der Oberliga um 17 Uhr in der KW-Halle gegen Hohenlohe an.

mp