Lokalsport

Erfolg durch bessere Stützpunktarbeit

Mit Heiner Dangel steht seit Samstag ein Kirchheimer an der Spitze des Schwäbischen Skiverbandes. Der 48-jährige Bankdirektor, der seine Wurzeln in beiden Kirchheimer Skivereinen hat, übernimmt das Präsidentenamt im mit 107 000 Mitgliedern zweitgrößten Landesverband in finanziell schwieriger Zeit. Einer, der mit Geld und Vereinsmitgliedern gleichermaßen umzugehen weiß, scheint für künftige Herausforderungen wie geschaffen zu sein.

BERND KÖBLE

KIRCHHEIM Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl. Was hat Sie bewogen, sich dieser Aufgabe zu stellen?Der Vorschlag kam aus dem Präsidium, dem ich bereits seit sechs Jahren angehöre. Insofern ist der Wechsel an die Spitze lediglich die konsequente Fortführung meiner bisherigen Arbeit.Sie gelten als ein Mann mit Bodenhaftung, im SVL aufgewachsen und heute eng mit der VfL-Skiabteilung verbunden. Einer der weiß, was an der Basis läuft. War dies am Ende ausschlaggebend, dass die Wahl auf Sie fiel ?Wer so ein Amt erfolgreich führen will, braucht den Kontakt zur Basis. Das war sicherlich ein Argument. Ich bin seit 1998 Vorsitzender des Bezirks Mittlere Alb und wann immer es geht auch nach wie vor im Verein aktiv . Das wird sich nun vielleicht ändern?Ich hoffe nicht. Mich in der VfL-Skischule, bei Skilehrerfortbildungen und hin und wieder auch als Kampfrichter einzubringen, gehört dazu. Das soll auch so bleiben. Meinen Vorsitz im Bezirk werde ich aus Zeitgründen allerdings abgeben müssen.Es gab schon bessere Gelegenheiten, sich in einem solchen Spitzenamt zu profilieren als in Zeiten leerer Kassen. Ist Ihre berufliche Färbung dabei von Nutzen?Um von meinem Beruf zu profitieren, müsste ich schon eher Fachanwalt für Steuerrecht sein. Wir können nun mal nur ausgeben, was wir in der Tasche haben, deshalb werden die Themen Marketing und Sponsoring bei meiner künftigen Arbeit breiten Raum einnehmen. Da bin aber nicht nur ich alleine gefordert, Kontakte zur Wirtschaft kann jeder im Ehrenamt knüpfen.Was werden weitere Schwerpunkte in den kommenden Jahren sein?Es gibt kein primäres Ziel. Im Leistungssport wollen wir die Arbeit in den einzelnen Bezirken über unsere Stützpunkte besser bündeln und damit effektiver gestalten. Die neue Außenstelle in Stuttgart ist dafür ein wichtiger Baustein, auch für die Entwicklung in der Teckregion. Sportler, die auf dem Sprung in den Landeskader sind, sollen eine bessere Ausbildung auch über die Sommermonate hinweg erhalten. Um den Abstand zur Konkurrenz aus dem Freistaat zu verkürzen?Wir sind auf einem guten Weg und hinter den Bayern die Nummer zwei im DSV. Das bedingt neben dem Standortvorteil allein die Größe. Für den Bereich Leistungssport habe ich mit Günter Schempp, der übrigens aus Ochsenwang stammt, einen fähigen Mann zur Seite.Müssen sich die Skiverbände in punkto Ganzjahressport neu definieren?Die Erweiterung unserer Sommeraktivitäten ist sicherlich ein wichtiges Aufgabenfeld für die Zukunft. Dafür brauchen wir uns auch gar nicht untreu zu werden. Die Nordic-Walking-Bewegung hat ihre Wurzeln genauso im Skisport wie das Inlineskaten. Beides sind Sportarten, die uns andere Vereine versuchen, streitig zu machen. Doch auch dort haben wir uns recht gut positioniert. Das alpine Inlineskating hat sich inzwischen zu einer eigenen Sportart mit eigenem Kader innerhalb des SSV entwickelt. Ihr Vorgänger Dr. Franz Steinle ist inzwischen zum Vize-Präsidenten des DSV aufgestiegen. Ein Weg, den Sie sich ebenfalls vorstellen könnten?Wenn ich meine Arbeit im SSV erfolgreich erledigen will, bin ich genügend ausgefüllt. Zudem habe ich einen Beruf, der mich fordert. Eine Verbandskarriere ist folglich nicht geplant.

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