Lokalsport

Erfolgsrezept: Mit heißem Herzen und kühlem Kopf

Das erste Spiel ohne ihren Center Chuks Neboh haben die Kirchheimer Regionalliga-Basketballer mit Bravour überstanden. Bei der BSG Ludwigsburg gewann das Leftakis-Team 88:78 (39:35).

LUDWIGSBURG Großes Aufatmen beim Tabellenführer der Regionalliga Südwest-Süd. Gegen die lange Garde des Bundesliga-Nachwuchses der EnBW Ludwigsburg, der BSG, führte ein fast vergessen geglaubtes Konzept zum Erfolg: Heißes Herz und kühler Kopf. Wenn dann noch eine gute Trefferquote hinzukommt, sind solche Siege auch ohne ganz großen Center möglich: 13 von 26 eiskalt verwandelte Würfe aus dem Dreipunkte-Land. Den Vogel schossen dabei Kai-Uwe Kranz (5) und Ross Jorgusen (4) ab.

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Das Fazit von Coach Theo Leftakis war dann auch entsprechend: "Das Manko von Chuks Verletzung haben wir sehr gut ausgeglichen, weil wir sehr gut getroffen haben. Ich bin aber auch sehr zufrieden mit unserer Verteidigung, vor allem unsere Großen haben super gearbeitet."

Die "Kleinen" warfen allerdings auch alles in die Waagschale. Das zeigte sich bereits in der ersten Spielminute, in der die Knights gleich vier Bälle klauten. Es dauerte 90 Sekunden, bis die BSG erstmals überhaupt zum Wurf kam. Danach entwickelte sich aber ein ausgeglichenes erstes Viertel, dem Jorgusen auf Kirchheimer und Marc Hottmann (beide 13/1 Punkte) auf Ludwigsburger Seite ihren Stempel aufdrückten. Frappierend war allerdings die Reboundüberlegenheit der Hausherren: Lediglich vier Abpraller konnte der VfL einsammeln, über 15 die BSG, die sich damit sehr viele zweite Wurfchancen erarbeitete.

Nach dem 21:22 startete Kirchheim mit einem 9:0-Lauf ins zweite Viertel und gab fortan die Führung nicht mehr her. Obwohl Ludwigsburg immer im Rennen blieb. Aber immer wenn die junge Truppe von Coach Klaus Anwender an der Wende schnupperte, versenkten die Knights einen Fernwurf alle zwölf Punkte nach dem 27:22 (12.) bis zur Pause stammten aus Würfen von jenseits der Dreipunkte-Linie.

Hätten die beiden schwachen Schiedsrichter in den ersten 20 Minuten von ihren unzähligen Fehlentscheidungen nicht die Mehrzahl gegen den VfL getroffen, es wäre da schon mehr als die 39:34-Führung möglich gewesen. Nach der Pause verteilten sich die falschen Pfiffe dann gerechter. Bis auf einen sicherlich: Als der unermüdliche Wilu Lenger glaubte, bei einem Korbleger gefoult worden zu sein, rief er nur "He" und kassierte ein technisches Foul. Auf der anderen Seite lamentierte Bundesliga-Center Sascha Kesselring dagegen unentwegt bei jeder Aktion ohne Konsequenzen.

Nach einem dritten Viertel (68:60), in dem die Knights mehrere defensive Blackouts durch starke Offensiv-Leistungen (James Hayden) ausglichen, witterte die BSG zu Beginn des vierten Viertels noch einmal eine Chance. Dreimal kam der Gastgeber auf fünf Punkte heran 70:65, 72:67, 74:69 , doch dann beerdigte Kai-Uwe Kranz mit zwei unnachahmlichen Dreiern zum 84:72 (36.) die Hoffnungen der BSG. Die letzten vier Minuten spielten Jorgusen und Co. dann ihre Erfahrung aus: keine einzige Kopflosigkeit, keiner wollte den Helden spielen, alle blieben total diszipliniert.

BSG-Trainer Klaus Anwender sah es so: "Heute hat sich die größere Routine durchgesetzt. Unsere Größen-Überlegenheit hat leider nicht gereicht." Und Leftakis blickte nach vorn: "Wenn wir so treffen, haben wir auch gegen Weißenhorn eine Chance. Unsere Moral ist nach diesem Sieg auf jeden Fall intakt."

mad

Spielstenogramm

BSG Ludwigsburg II: Cavlin (10), Flätgen, Nenz (3), Hottmann (22/2), Merz (5/1), Buchmiller (11/3), Lieschke, Schlipf (11), Kesselring (16), Zrno.VfL Kirchheim: Eberle (n.e.), Goehrke (5), Hayden (14/2), Hountondji, Jaballah (n.e.), Jorgusen (26/4), Kranz (24/5), Lenger (5/1), Lukic (7/1), Martinovic (7/1), Tsouknidis (n.e.).Dreier: 12 (VfL), 6 (BSG).Fouls: 20 (VfL), 19 (BSG).Freiwürfe: 6:11/54,5 % (VfL), 16:22/72,7 % (BSG).Viertel: 22:21, 12:18, 26:29, 18:20.Schiedsrichter: Isijanov (Stuttgart) und Filipovic (Plochingen) waren überfordert.Zuschauer: 150 (80 aus Kirchheim).