Lokalsport

Erneuter Wasserschaden nicht ausgeschlossen

Der Wasserschaden in der Sporthalle Stadtmitte und die Folgen das war der am heißesten diskutierte Punkt bei der Mitgliederversammlung des Stadtverbandes für Leibesübungen (SfL).

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM "Weniger als sonst", konstatierte SfL-Kassenprüfer Hans Pawlik beim Blick ins Auditorium. Wo sich normalerweise knapp 60 Mitglieder im Vereinsheim der TG Kirchheim tummeln, fanden sich lediglich 35 derselben zum Austausch mit ihrem Vorsitzenden Siegfried Hauff und Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker ein.

Heißestes Thema: Der Wasserschaden in der Sporthalle Stadtmitte. Seit vergangenem Samstag ist die Halle zwar wieder in Benutzung, doch "die Ursache für den Schaden ist immer noch unklar", musste Angelika Matt-Heidecker in ihren Ausführungen zugeben, "aber er liegt mit Sicherheit nicht im Bereich der Halle, sondern im Bereich der Nassräume." Da die Sanierungsarbeiten noch einige Zeit dauern werden, kann vorübergehend nur in der Alleenschule geduscht werden, neben der Halle wurden außerdem Umkleidecontainer und Toiletten aufgestellt diese Extrakosten sowie die Behebung des Schadens übernehme laut Matt-Heidecker die Versicherung, wobei sie betonte: "Sollte es noch mal Probleme geben, springt die Versicherung aber nicht mehr ein." Auf Anfrage von SfL-Schatzmeister Otto Höfle ("Wie wahrscheinlich ist es, dass so etwas noch einmal vorkommt?") konnte Matt-Heidecker zwar nicht ausschließen, dass in Zukunft erneut Wasser austritt, aber immerhin räumte die Rathaus-Chefin eine Sorge komplett aus: Schimmel an der unter dem Hallenboden befindlichen Holzdecke. "An einigen dunklen Stellen musste das Holz ausgetauscht werden. Aber die Tragfähigkeit ist nicht gefährdet."

Das einzig Positive: Die betroffenen Vereine und Schulen unterstützten sich gegenseitig in solch positiver Weise, dass ihnen die entsprechenden Dankesworte der Oberbürgermeisterin und des SfL-Vorsitzenden sicher waren.

Verbales Schulterklopfen auch beim Thema Hallen-Schlüsselgewalt und Sportförderung, die in umittelbarem Zusammenhang stehen: Die dem Antrag des SfL entsprechende Bewilligung von 100 000 Euro Fördergeldern durch den Gemeinderat, würden die Vereine durch "entsprechende Leistung und die hervorragende Jugendarbeit zurückzahlen" (Matt-Heidecker). Diese Art des Payback kann in Zukunft noch besser funktionieren, da die Vereine die Sporthallen nun dank ausgehändigter Schlüssel eigenverantwortlich nutzen können.

Siegfried Hauff lobte in seinen Ausführungen die offene Atmosphäre während der neu initiierten "Runden Tische zu Sportgeräteabstimmungen" zwischen Verwaltung, Schulleitungen, Hausmeistern und Vereinen. "Eine gute Basis für ein partnerschaftliches Zusammenwirken", urteilte Hauff, der im Hinblick auf eine Aktualisierung der Hallenbelegung auch auf die Einhaltung der Belegungskriterien pochte: "Es ist nicht im Sinne dieser Kriterien, wenn in einer großen Halle nur ein paar Senioren Völkerball spielen."

Nachdem er auf den diesjährigen Ball des Sports am 18. November hingewiesen hatte, umriss Hauff mögliche Themenkomplexe für die im Oktober stattfindende SfL-Klausurtagung in Riezlern. Neben der Sanierung beziehungsweise dem Neubau des Hallenbades (Kostenpunkt: Zehn Millionen Euro) und der Sporthalle Raunerschule werden Sportentwicklungsplanungen im Vordergrund stehen: Wie können Stadt und SfL auf die älterwerdende Gesellschaft oder das Bewegungsdesinteresse reagieren? Wie schwer wiegt die Abkehr von bewährten Vereinsstrukturen? Wie hoch ist die gesellschaftliche Verpflichtung des weichen Standortfaktors ,Sport'? Wie kann man Trendsportarten gerecht werden? Diese und weitere Fragen sollen in Abstimmung mit dem Gemeinderat in diesem Jahr erörtert und auf der Kanzelwandtagung vertieft werden.

Grundsätzlich positiv, aber auch mit Skepsis, verfolge man indes die Gründung des Christlichen Sportvereins (CSV) Kirchheim und dessen Bemühungen um Mitgliedschaft im SfL. "Warum können bestehende Sportvereine diese neue Bedarfsgruppe nicht integrieren", stellte Hauff als Frage in den Raum. Befürchtet wird ein eventueller Wettbewerb um Sportstätten- und Hallenkapazitäten.