Lokalsport

Erst indiskutabel, dann meisterlich

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM "Indiskutabel." Mit diesem Adjektiv bezeichnete der sportliche Leiter des VfL, Norbert Krumm, den Auftritt der "Blauen" Anfang Februar im letzten Test vor Wiederbeginn des Verbandsligaalltags: Die 0:1-Pleite gegen den Landesligisten GSV Dürnau war das letzte von nicht gerade mutmachenden vier Testspielen der Kirchheimer in der Winterpause. Zuvor hatte es neben einem 0:2 gegen den Heidenheimer SB und einem 2:2 gegen die SG Sonnenhof-Großaspach auch ein 2:9-Debakel gegen die SGV Freiberg (alle Oberliga) gegeben vor dem ersten Ligaspiel des Jahres 2007 deutete nicht viel darauf hin, dass der VfL seine über den Winter gerettete Tabellenfühurng behaupten und am Ende der Saison aufsteigen würde.

Doch der Reihe nach: Die Meistersaison begann im vergangenen August mit einem verheißungsvollen 3:1-Auswärtssieg bei Aufsteiger FC Gärtringen, der den Teckstädtern Tabellenplatz drei zum Rundenstart bescherte. Enttäuschend dann das erste Heimspiel, zu dem sich gerade einmal 180 Zuschauer an die Jesinger Allee verirrten. Entsprechend das Ergebnis: 0:0 gegen den FV Ravensburg. Dank zweier 2:0-Siege beim FSV Bissingen und daheim gegen den FC Donzdorf kletterte der VfL am vierten Spieltag auf Platz zwei. Den ersten Dämpfer gab's nur eine Woche später: In der dritten Minute der Nachspielzeit verlor der VfL 0:1 bei den TSF Ditzingen, die dadurch an die Spitze der Tabelle stürmten. Der VfL? Abgerutscht auf Rang vier. Trost gab's jedoch schon eine Woche später per 1:0-Heimsieg gegen Au.

Es folgte eine zweiwöchige Spielpause, bedingt durch die Verlegung des Auswärtsspiels bei Olympia Laupheim. Grund: Ein Laupheimer Akteur wurde zu einem U21-Sichtungslehrgang des DFB abkommandiert, die Laupheimer baten um Kirchheimer Verständnis. Die wettkampflose Zeit schien dem VfL nicht gut getan zu haben: Einer Nullnummer zu Hause gegen Hildrizhausen folgte eine 0:1-Pleite bei den SF Dorfmerkingen auf Rang sechs abgerutscht, schienen die Titelträume des VfL zu platzen: Tabellenführer TSV Schwieberdingen war auf sechs Zähler enteilt. Doch anstatt in Lethargie zu erstarren, legten die VfL-Kicker in den restlichen acht Spielen bis zur Winterpause eine Serie mit beachtlichen 20 Punkten hin und erklommen so Platz eins in der Tabelle. Kurioseste Randgeschichten dabei: Beim 1:1 in Illertissen erzielte mit Marco Izzi ausgerechnet ein Debütant ein Eigentor und Torwart Patrick Gühring beendete die Hinserie, ohne im heimischen Stadion ein Gegentor kassiert zu haben.

Tunjic: Erst Tore, dann PechNach den vier Testspielflops in der Winterpause begann der Ligaprimus das Verbandsligajahr 2007 mit einer 0:1-Niederlage in Ravensburg. Mangels personeller Alternativen musste sich Trainer Michael Rentschler sogar selbst auf den Spielberichtsbogen schreiben. Im ersten Heimspiel des neuen Jahres (3:1 gegen Bissingen) riss dann auch die gegentorlose Zeit von Patrick Gühring vor heimischer Kulisse. Im gleichen Spiel startete der zur Winterpause vom TSV Köngen gekommene Antonio Tunjic mit einem Doppelpack durch. Bemerkenswert: Nachdem ihm dies in den folgenden zwei Spielen ebenfalls gelang, hatte der Stürmer nach drei Einsätzen im VfL-Dress bereits sechs Treffer erzielt. Der Schock dann im Spiel beim TSV Hildrizhausen: Nach einem Kreuzbandriss war die Saison für Tunjic vorzeitig beendet.

Doch dieser 23. Spieltag hatte auch Positives aus VfL-Sicht zu bieten. Nach der 0:1-Schlappe des TSV Schwieberdingen bei der TSG Balingen konnten sich die "Blauen" erstmals mit drei Punkten in der Tabelle absetzen. Als die Schwieberdinger drei Wochen später beim 2:3 in Illertissen erneut patzten, betrug der Vorsprung auf den Tabellenzweiten gar neun Zähler. Nach dem 0:0 im direkten Aufeinandertreffen der beiden am 19. Mai schien der VfL drei Spieltage vor Schluss bereits am Ziel. Doch das 2:2 zu Hause gegen Illertissen machte den Kampf um Platz eins nochmals unnötig spannend. Die Erlösung brachte erst der Sieg am vergangenen Samstag gegen Fellbach.