Lokalsport

Erst verloren, dann gejubelt

VfL-Basketballer nach 69:73-Niederlage gegen Ludwigsburg II weiter in der Oberliga

Es ist geschafft: Die VfL-Basketballer haben das Relegations-Rückspiel gegen die BSG Ludwigsburg II lediglich 69:73 verloren und bleiben durch den 73:66-Sieg im Hinspiel in der Oberliga.

Basketball-Relegation: VfL Kirchheim - BSG Ludwigsburg II Dominik Eberle
Basketball-Relegation: VfL Kirchheim - BSG Ludwigsburg II Dominik Eberle

Kirchheim. Gut 250 Zuschauer in der Sporthalle Stadtmitte machten am Samstagabend fast 40 Minuten lang ein Heidenspektakel, trieben die erneut dezimierte Kirchheimer Truppe immer wieder an und belohnten ihre Überlebenskünstler am Ende mit standing ovations. Der Oberliga-Aufsteiger VfL hat auch für die Saison 2013/14 das Teilnahmerecht für die Oberliga Ost.

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Damit war nicht unbedingt zu rechnen. Nachdem Topscorer Derrick Stevens (27 Punkte im Schnitt) im Abschlusstraining vor dem Hinspiel schwer umknickte, erwischte es den zweitbesten Kirchheimer Korbjäger, Shkelzen Bekteshi (17,4), am vergangenen Donnerstag: Sein vorgeschädigtes rechtes Sprunggelenk, das ihn zu einer vierwöchigen Pause vor Ostern gezwungen hatte, war erneut dran. Wahrscheinlich sind alle drei Bänder ab. Bekteshi, im Hinspiel noch mit 29 Punkten (!), kam am Samstagabend auf Krücken um sein Team zu unterstützen.

Das versuchte er am Anfang über NBBL-Akteur Constantin Munz, der für das 2:0 sorgte, Gelegenheit zwei und drei aber vergab. Nach dem 6:11 (5.) traf Chris Schraml, nach langer Verletzung wieder genesen, zwei blitzsaubere Dreier, Cveti Bozic und Manuel Ivanovic legten nach, und diese 19:14-Führung (9.) hätte eigentlich für Sicherheit sorgen müssen. Der VfL erlebte ganz im Gegenteil eine echte Schwächephase. Zuerst war die Führung weg – und kam nie zurück –, dann stand es 23:32 (19.): Ludwigsburg lag mit zwei Punkten im Gesamtergebnis vorn. Doch Kapitän Dominik Eberle und Ivanovic verkürzten per Dreier auf 28:34 zur Pause.

In der zweiten Hälfte führten nur die Gäste – und das Ergebnis wechselte ständig zwischen mehr oder weniger als sieben Punkten Rückstand für den VfL. Nach dem 42:52 (29.) traf endlich auch Paul Howard zwei Dreier zum 48:54, doch zur Viertelpause waren es wieder acht Punkte Rückstand (48:56).

Und es wurde noch viel schlimmer. Eine erneute Ladehemmung der Tomic-Truppe nutzten die jungen Ludwigsburger zum 64:51 (33.), die Landesliga war so nah wie nie zuvor in den vergangenen nervenaufreibenden sieben Monaten. Doch ausgerechnet ein Dreier von Denis Nakov, dessen letzter Einsatz im Team schon Monate zurückliegt, weckte die Lebensgeister erneut – 54:64. Chris Reza, der wohl sein bestes Spiel für Kirchheim überhaupt ablieferte, traf zwei Freiwürfe, Schraml tankte sich durch, und war der vielleicht wertvollste Spieler an diesem Abend. Cveti Bozic, stellte mit dem 60:68 (35.) wieder den Anschluss her.

Nach dem 68:70 (39.) schien alles klar, doch der Ludwigsburger Armbrust stellte das Ergebnis durch ein Drei-Punkte-Spiel auf 68:73, und Howard traf nur einen von zwei Freiwürfen zum 69:73. Dadurch hatten die Gäste im allerletzten Angriff also noch per Dreier die Chance auf die Verlängerung. Pasko Tomic entschied sich, nicht foulen zu lassen, die BSG bekam ihren Wurf, doch der Druck der Kirchheimer Abwehr war groß genug, dass er danebenging. So feierten Publikum und Mannschaft die wohl schönste Niederlage der Kirchheimer Basketballgeschichte.ut

VfL Kirchheim: M. Beck (n. e.), C.Bozic (13), Eberle (3), Engonidis (n. e.), Howard (13/2), Ivanovic (11/1), Marino (n. e.), C.Munz (4), Nakov (3/1), Reichmuth (n. e.), Reza (10. 6:6 FW), Schraml (12/2).