Lokalsport

Erster Härtetest in der Grünen Hölle

Wolf Henzler erstmals auf jener Rennstrecke, auf der Niki Lauda 1976 schwer verunglückte

Seine Premiere auf der gefährlichsten Rennstrecke der Welt überstand Wolf Henzler schadlos. Auf dem legendären 24-Kilometer-Kurs des Nürburgrings („Grüne Hölle“) testete der Nürtinger für das bevorstehende 24-Stunden-Rennen. Was sich lohnte: Henzler, der für das Racing Team von Titelverteidiger Olaf Manthey fahren wird, raste beim vierten Lauf zur deutschen Langstreckenmeisterschaft auf Platz drei.

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E. STRÄHLE/T. PFEIFFER

Nürburgring. Porsche-Werksfahrer Wolf Henzler nahm auf der Nordschleife des Nürburgrings zusammen mit Armin Hahne (Monaco) und Jochen Krumbach (Eschweiler) im Porsche 911 GT3 Cup S von Mathey Racing am dritten Lauf zur Langstreckenmeisterschaft teil. Mit Erfolg: Das Trio belegte im Vier-Stunden-Rennen hinter zwei neuen Audi R8 den dritten Rang in der Klasse SP9.

Henzler („auf dem Ring bin ich noch nie gefahren“) wollte die gefürchtete Nordschleife kennenlernen – jenen Kurs, in dem Niki Lauda am 1. August 1976 in einem Ferrari schwer verunglückt war und damit das Aus für den alten Nürburgring als Formel 1-Schauplatz verursacht hatte. Der Abstecher Henzlers zum Nürburgring hatte reinen Lerncharakter. „Ich nehme zum ersten Mal am 24- Stunden-Rennen teil. Dazu ist es nötig, die richtige Eignung für diese Strecke mitzubringen“, meinte der Rennprofi. Die Eignung und die damit verbundenen Kniffe muss ein Rennfahrer, der am Rennklassiker teilnehmen möchte, in mindestens zwei Rennen auf der Nordschleife vorweisen. „Ich muss mir die Strecke sehr gut einprägen“, sagte Henzler. Aus gutem Grund: Auf dem Eifel-Kurs hat es unzählige tückische Kurven und Schikanen.

Den Start zum Vier-Stunden-Rennen übernahm Wolf Henzler. Seine Hauptaufgabe bestand darin, nach dem Start von Platz 14 so viele Konkurrenten wie möglich zu überholen. Denn „bei den ALMS-Rennen in Amerika ist es in meiner GT2-Klasse so, dass wir von den schnelleren Prototypen immer wieder überholt werden. Am Nürburgring sind wir mit dem GT3 Cup S selbst in der Lage, zu überholen.“ Und Henzler machte Plätze gut.

Aber er hatte auch bange Sekunden in der Grünen Hölle zu überstehen: In der vierten Runde lief nach einem Unfall im Streckenbereich Adenauer Forst Kühlwasser auf die Strecke, wodurch Henzler ins Schleudern kam und aufs Gras ausweichen musste. Nach acht Rennrunden übergab er das Steuer an den Nürburgring-Kenner Armin Hahne. Der Mann aus Monaco fuhr den Elfer souverän über den 24,369 Kilometer langen Kurs und übergab für den Rest des Rennens an Jochen Krumbach, der die Ziellinie als Fünfter im Gesamtklassement und als Dritter in der Klasse SP9 überfuhr. Wolf Henzler konnte zufrieden sein.

Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (23./24. Mai) fährt er im Manthey-Team zusammen mit dem Franzosen Emmanuel Collard und Richard Lietz (Ybbsitz). Manthey Racing war auf der Hausstrecke in den letzten Jahren unschlagbar gewesen. Die letzten drei Rennen (2006, 2007, 2008) hatte der Rennstall allesamt gewonnen.