Lokalsport

Erstes Minimalziel erreicht

Mit neun Siegen steigen Kirchheims Basketballer laut Trainer Ignjatovic nicht ab

Die Pflicht erfüllt, jetzt her mit der Kür: Die Korbjäger der Kirchheim Knights fiebern nach dem gewonnenen Heimspiel gegen Schlusslicht Cuxhaven dem Weihnachtsmatch in Crailsheim am kommenden Samstag entgegen. Viel wird dort von dem Mann abhängen, der gegen Cuxhaven sein lang ersehntes Comeback gab.

Bescheidener Wunschzettel: Knights-Coach Frenkie Ignjatovic will vom Weihnachtsmann einen Sieg gegen Crailsheim. Foto: Deniz Cal
Bescheidener Wunschzettel: Knights-Coach Frenkie Ignjatovic will vom Weihnachtsmann einen Sieg gegen Crailsheim. Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. „Vier Wochen war der Bryan krank, jetzt spielt er wieder, Gott sei Dank“ – wer die Wichtigkeit des Kirchheimer Aufbauspielers Bryan Smithson in Reimform ausdrücken wollte, hätte mit diesem Gedichtchen den Nagel auf den Kopf getroffen. Beim ersten Einsatz seit seiner Fußverletzung im Göttingen-Spiel am 16. November unterstrich der 28-Jährige am Samstag gegen Cuxhaven, wo seine Qualitäten liegen. „Seine Sicherheit im Spielaufbau hatte uns zuletzt schon gefehlt“, gibt Trainer Frenkie Ignjatovic unumwunden zu, wie stark die Knights heuer von ihrem Leader abhängig sind. „Ohne die Leistung der anderen schmälern zu wollen, aber Bryan ist nun mal der Kopf der Mannschaft“, sagt auch der Sportliche Leiter, Karl-Wilhelm Lenger.

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Mit Smithson hui, ohne ihn pfui? Den reinen Ergebnissen nach sind die Knights ohne ihren Chefritter tatsächlich eher von der traurigen Gestalt: Das Spiel gegen Göttingen, in dem er bereits nach vier Minuten ausschied, mitgerechnet, verloren die Knights ohne ihren Point Guard drei von vier Partien. „In Leverkusen hätte aber auch er nichts ändern können. Da hatten wir einfach einen rabenschwarzen Tag“, relativiert Sportchef Lenger die Niederlage vor zehn Tagen.

Theoretisch hätte Smithson in Leverkusen sogar mitspielen können, nachdem er zuvor von den Ärzten grünes Licht bekommen hatte. Da der gequetschte Fuß allerdings noch zu sehr schmerzte, verzichteten die Knights vorsichtshalber auf seinen Einsatz. „Wir müssen einfach hoffen, dass er gesund bleibt“, sagt Frenkie Ignjatovic, der Kritik an einer zu dünnen Personaldecke nicht gelten lassen will. „Wir hatten und haben keine Möglichkeit, das zu ändern. Das gibt unser Etat nicht her.“

Umso erstaunlicher, dass die Knights trotz des im Vergleich zu den Vorjahren engeren Finanzkorsetts bislang so gut dastehen: Neun Siege aus 14 Spielen lassen die Verantwortlichen des Tabellenvierten deutlich ruhiger schlafen als noch zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison, als nach nur fünf Siegen und dem drittletzten Tabellenplatz der Weihnachtsbaum brannte. Davon ist heuer keine Spur, im Gegenteil. „Das erste Minimalziel ist erreicht“, freut sich Ignjatovic, „mit neun Siegen steigst du theoretisch nicht mehr ab. Wenn uns in Crailsheim der zehnte gelingt, können wir anfangen, an einem Plan für die Play-offs zu arbeiten.“

Die Betonung liegt auf „wenn“: Niemand im Kirchheimer Lager wäre so vermessen, das Fell des Bären zu verteilen, bevor er erlegt ist. „Crailsheim ist ein Topteam, das einen ähnlichen Saisonverlauf hat wie wir“, weiß Ignjatovic, der allen Lobes für den samstäglichen Gegner zum Trotz nur ein Ziel hat. „Seit feststeht, dass es im Weihnachtsspiel gegen Crailsheim geht, ist mein einziger Weihnachtswunsch, dass wir dort gewinnen.“ Gleichzeitig käme der 47-Jährige damit einer persönlichen Bestmarke näher: Internetstatistikern zufolge hat Ignjatovic als Kirchheimer Pro-A-Coach momentan 97 Siege bei 71 Niederlagen auf dem Konto. Fehlen noch drei Erfolge bis zum Hunderter.