Lokalsport

Erstklassiger TTC am zweiten Advent

Beim 6:0-Heimsieg über SIG Jülich brannten die Spieler des Tischtennis-Bundesligisten TTC Frickenhausen gestern Abend ein wahres Feuerwerk ab.

OLAF NÄGELE

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FRICKENHAUSEN Dass der Gegner aus Jülich nicht zu unterschätzen ist, war jedem klar. Schließlich wurde das Hinspiel gegen den vermeintlichen Außenseiter vom TTC verloren. "Ich konnte meine Ansprache in der Kabine vor der Begegnung sehr kurz fassen", sagte Präsident Wohlhaupter-Hermann. "Jeder hat gewusst, worum es geht." Am Freitagabend hatte Play-Off-Anwärter Gönnern zu spüren bekommen, dass Jülich mehr ist als ein Punktelieferant: Das Team um die deutschen Nationalspieler Lars Hielscher und Thomas Keinath gewann gegen Boll und Co. unerwartet mit 6:3.

Bereits in den Doppeln zeigte sich, dass die Bedenken des Managers unbegründet waren. Ma/Tokic boten gegen Krzeszewski/Klasek all ihr Können auf und begeisterten die 500 Zuschauer durch schöne Ballwechsel und großen kämpferischen Einsatz. Und auch wenn es im dritten Satz noch einmal spannend wurde, reichte es doch zu einem klaren 3:0. Lundquist/Wosik hatten noch eine Rechnung mit ihren Jülichern Konkurrenten offen, denn das einzige Spiel, das sie in dieser Saison abgeben mussten, verloren sie gegen die SIG. Dafür wollte sich das derzeit beste Doppel der Liga revanchieren. In vier spannenden Sätzen präsentierten sich die TTC-Akteure von ihrer besten Seite und konnten gegen Hielscher/Keinath ihre Bilanz weiter ausbauen.

Gespannt durfte man sein, wie sich Ma Wenge gegen Lars Hielscher aus der Affäre zog. Der Nationalspieler aus Jülich ist derzeit in einer hervorragenden Verfassung, konnte am Freitag gegen Gönnerns Rosskopf glänzen und brachte Timo Boll in arge Nöte. Auch Frickenhausens Nummer eins hatte seine liebe Mühe mit dem unbequemen Gegner, lag schon mit 1:2 Sätzen zurück. Doch der Routinier blieb ruhig, zeigte kämpferische Klasse und holte in spannenden fünf Sätzen den dritten Punkt. Nun war der TTC-Express nicht mehr zu stoppen.

Lundquist setzte den Polen Krzeszewski durch konsequentes Angriffsspiel unter Druck und behielt auch die Nerven, als er den dritten Satz abgeben musste. Der Schwede blieb auf der Siegerstraße und bestätigte damit seine aufsteigende Form. Torben Wosik ging gesundheitlich angeschlagen ins Spiel: Eine Grippe drohte den an Nummer drei Gesetzten lahm zu legen. Im Match gegen Thomas Keinath war davon nichts zu spüren. Die beiden Nationalspieler lieferten sich einen Spitzenfight, den der 31-Jährige aus Frickenhausen für sich entschied. "Unglaublich, wie er sich trotz Krankheit reingehängt hat", lobte Manager Reuhl.

In der letzten Begegnung stand auch für Boran Tokic Wiedergutmachung auf dem Programm. Die gelang: Nach fünf eindrucksvollen Sätzen ging Tokic als Sieger von der Platte, machte den 6:0-Erfolg perfekt. Die Zuschauer dankten es ihm und seinen Mitstreitern mit stehenden Ovationen. "Das war eine ganz große kämpferische Leistung von einem Team, das sich als geschlossene Einheit präsentiert hat", freute sich Wohlhaupter-Hermann, "jetzt hat es die nötige Konstanz."

Bundesliga-Stenogramm

TTC Frickenhausen SIG Jülich 6:0: Ma/Tokic Krzeszewski/Klasek 11:5, 11:2, 16:14, Lundquist/Wosik Hielscher/Keinath 11:7, 13:15, 11:8, 11:7, Ma Hielscher 12:10, 11:13, 6:11, 11:7, 11:4, Lundquist Krzeszewski 12:10, 11:5, 9:11, 12:10, Wosik Keinath 11:7, 9:11, 11:6, 14:12, Tokic Klasek 11:8, 6:11, 12:10, 12:14, 11:9.