Lokalsport

Erstliga-Quartett gesucht

Trotz eines personellen Handicaps wollen es die VfL-Kunstturnerinnen am Samstagabend wissen: Im alles entscheidenden Relegations-Wettkampf winkt der Riege von Trainer Herbert Leikov der Aufstieg in die Erste Bundesliga. Acht Riegen konkurrieren in der Stadthalle Mitte, vier davon schaffen den Sprung.

HEIKO PAUL

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KIRCHHEIM Am morgigen Samstag um 19 Uhr beginnt in der Sporthalle Stadtmitte in Kirchheim der alles entscheidende Wettkampf, der die VfL-Turnerinnen in Deutschlands Erstklassigkeit führen soll. Der Meistertitel in der Zweiten Bundesliga ist eingefahren, jetzt muss in der Erstliga-Relegation der Sack zugemacht werden. Zur Erinnerung: In der letzten Saison scheiterte das Team in der Relegation denkbar knapp. Diesmal scheinen die Bedingungen besser zu sein der Mannschaft, die die Zweitliga-Meisterschaft mit der maximalen Punktzahl gewann, ist anzumerken, dass sie den Sprung schaffen will. Allerdings, und dies macht den Wettkampf am Samstag spannend, beginnen in der Relegation alle Turnerinnenriegen wieder bei Null.

Damit entscheiden neben der Tagesform und Nervenstärke der Mannschaften auch die Qualität der vierten Turnerin über den Einzug ins nationale Kunstturn-Oberhaus. Warum die vierte Turnerin so eminent wichtig für die Mannschaft ist? Hier eine kurze Regelerläuterung: Pro Wettkampftag müssen acht Turnerinnen namentlich genannt werden, welche eine Mannschaft bilden. Pro Gerät können fünf Turnerinnen eingesetzt werden. Davon kommen die vier Besten in die Wertung und bilden das Mannschaftsergebnis. Es ist deshalb von entscheidender Bedeutung, dass diese vierte Wertung hochklassig ist.

Der VfL steckt in der prekären Situation, dass durch die Verletzung von Stammturnerin Tatjana Würslin beim Wettkampf in Chemnitz diese nur am Stufenbarren eingesetzt werden kann. Die strategische Frage, durch welche Maßnahmen sich Tatjana Würslin möglichst vollwertig an den anderen Geräten ersetzen lässt, bereitet den VfL-Trainern einiges Kopfzerbrechen. Die vier Nachwuchsturnerinnen, die sich an ihren Spezialgeräten durchaus eindrucksvoll in Szene gesetzt haben, sind noch nicht in der Lage, an den anderen Geräten dasselbe zu leisten. Nina Leikov, die verletzungsbedingt kein Schwebebalkentraining absolvieren konnte, hätte nur noch vier Trainingseinheiten zur Verfügung gehabt, ihre Balkenübung zu trainieren. Mit viel Siegeswillen und der Unterstützung eines zahlenstarken heimischen Publikums wollen die VfL-Turnerinnen dieses Handicap ausmerzen.

Die Regularien am Samstag: In der Sporthalle Stadtmitte treten die vier besten Zweitbundesliga-Teams gegen jene vier Mannschaften aus der ersten Bundesliga an, die nach Abschluss der Qualifikationswettkämpfe auf den Plätzen vier bis acht lagen. Deshalb geht es um den Auf- beziehungsweise Abstieg. Die vier erstplatzierten Teams in Kirchheim turnen in der Saison 2006 in der Ersten, der Rest in der Zweiten Liga.

Der erste Teil des Turn-Spektakels in der Sporthalle Stadtmitte beginnt bereits um 14 Uhr: Die besten vier Teams der Regionalliga turnen dann gegen jene vier Mannschaften, die in der laufenden Saison in der zweiten Bundesliga die Plätze 5 bis 8 belegt hatten. Aus der 2. Bundesliga sind TG Mannheim, Wedeler TSV, TS Großburgwedel und die TSG Backnang dabei.

RELEGATION 1. BUNDESLIGA

Teilnehmende Vereine in Kirchheim

TuG Leipzig, SSV Ulm, TG Frankfurt, KTV Wetzlar (alle 1. Bundesliga), VfL Kirchheim, TG Karlsruhe-Söllingen, TT VTF Hamburg, STV Schorndorf (alle 2. Bundesliga).

Modus

Die in Kirchheim vier erstplatzierten Riegen qualifizieren sich für die Erste Bundesliga, die Mannschaften auf den Rängen fünf bis acht für die Zweite Bundesliga.