Lokalsport

Erstmals Gegenwind für den Klassenprimus

Die Jesinger Fußballer sind dem erklärten Etappenziel in der Bezirksliga ("bis Jahresende Platz fünf erreichen") ein gutes Stück nähergekommen. Eine prekäre Personalnot herrscht derweil beim SV Nabern.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Stolze 13 Punkte haben die Jesinger in den vergangenen sechs Partien gesammelt, das Wort "Abstieg" spielt keine Rolle mehr. Durch das 3:2 über den TSV Grötzingen verbesserte sich der TSV Jesingen um eine Position auf Platz sechs. "Wir haben das letzte Heimspiel in diesem Jahr gewonnen," bilanzierte ein erfreuter TSVJ-Trainer Klaus Müller, "jetzt können wir mit einem guten Punktepolster die beiden Auswärtspartien beim FV 09 Nürtingen und TSG Zell angehen."

Auch in Notzingen herrscht zur Abwechslung mal wieder eitel Sonnenschein. Trainer Claus Maier musste zwar beim 3:1 gegen den FV 09 Nürtingen erneut mit den allseits bekannten Disziplinlosigkeiten einiger seiner Akteure leben, doch ihm imponierte, "wie sich die Mannschaft trotz der akuten Personalnot ins Zeug gelegt hat." Denn: Zum Anpfiff standen dem einstigen Leistungsträger des VfL Kirchheim nur elf einsatzbereite Akteure zur Verfügung. Der Sieg nützte auch tabellarisch was: Die Notzinger passierten die Wernauer SF, welche in Neckartailfingen 0:3 unterlagen, verbesserten sich auf Platz sieben. Und auch beim TSG Zell waren am Samstag die fröhlichen Gesichter in der Überzahl. Das Team von Gaetano Intemperante holte fast schon sensationell einen Zähler beim Titelanwärter SV Göppingen. Der frechen Ansage des Trainers ("warum sollten wir nicht in Göppingen einen Punkt holen?") folgten Taten. Das Unternehmen Nichtabstieg nimmt unterm Aichelberg also Fahrt auf es gerät zumindest nicht ins Stocken.

Vor rund zehn Jahren schnürte Ingo Tallafuß für den VfL Kirchheim in der Ober- wie Regionalliga die Kickstiefel. Seit einigen Wochen steht der Vollblutstürmer nach der Demission des bisherigen Coaches Wolfgang Seltenhofer zusammen mit Frank Messing als Spielertrainer des TSV Köngen II in der Verantwortung. "Es ist meine erste Trainerstation," so Tallafuß. Am Samstag landete der TSVK II gegen den TKSV Geislingen ein ungefährdetes 4:1.

Die SGEH entwickelt sich in der Kreisliga A zum Zuschauermagneten, spürt aber das erste Mal in dieser Saison Gegenwind. Rund 250 Besucher verfolgten das 0:0 zwischen dem VfB Neuffen und dem Liga-Überflieger. Bei der SGEH mischt im Übrigen wieder der nach der "Schiri-Affäre" bis vor kurzem gesperrte Marc Mayer mit. Dass der Owener das Fußballspielen nicht verlernt hat, bewies er kurz vor Schluss: Mit einer äußerst präzisen Flanke bereitete Mayer in der Schlussphase die einzige wirkliche Topchance für die SGEH vor.

Immer näher an Relegationsplatz zwei rückt der TSV Weilheim heran. Zwar gab es einen erwartet klaren Erfolg über den stark abstiegsgefährdeten TSV Holzmaden, doch Weilheims Trainer Axel Maier war alles andere als zufrieden. "Meine Mannschaft kann vor allem spielerisch deutlich mehr, als sie gegen Holzmaden gezeigt hat." Kritische Worte zur rechten Zeit. Maier hält den Spannungsbogen unter der Limburg hoch häufig ein probates Mittel gegen Selbstzufriedenheit.

Krisenstimmung derweil beim SV Nabern nach einer deftigen 0:5-Klatsche in Altdorf. Besonders die personelle Situation macht Abteilungsleiter Rainer Kneile zu schaffen. "Wir haben fast 40 Leute im Kader, doch bekommen zu einem Spiel wie in Altdorf nur mit Hängen und Würgen eine Mannschaft zusammen." Selbst der Trainer der Naberner Reserve Siegfried Müller (52) und der ebenso reaktivierte Torsten Hammelehle mussten am Samstag in Altdorf ran. Fast schon logische Folge der knappen personellen Ressourcen: Der SVN ist auf den vorletzten Platz abgerutscht.