Lokalsport

„Es ist noch nicht aller Tage Abend“

VfL-Fußballer lauern auf Hoffenheimer Patzer – Verträge von sieben Leistungsträgern laufen aus

April, April, der macht, was er will – auch mit den VfL-Fußballern: Bis Ende des wetterlaunischen Monats stehen für die „Blauen“ gleich sieben Spiele auf dem Programm. Als hätten die nicht schon wegweisenden Charakter genug, laufen in den kommenden Wochen auch Gespräche mit den Spielern an, deren Verträge am Saisonende auslaufen – darunter sieben Leistungsträger.

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Peter Eidemüller

Kirchheim. Quo vadis, VfL? Ende März steht die Fußballabteilung am Scheideweg – sportlich wie organisatorisch. Während die Mannschaft nach zwei Niederlagen in Folge ihre kühnen Titelträume vorerst begraben muss, wird hinter den Kulissen außer am Stadion auch am Personal für die kommende Saison gebastelt. „Es gab bereits einige Vorgespräche mit den Spielern“, verriet Trainer Rolf Baumann nach dem 0:1 gegen Nöttingen am Freitag. Namen und Ergebnisse nannte er freilich nicht.

Braucht er auch nicht, denn dass am 30. Juni die Verträge von etlichen Leistungsträgern auslaufen, ist kein Geheimnis. Was Michael Stowers, Nico Kauffmann, Ferdi Er, Oliver Otto, Emrah Polat, Antonio Tunjic und Maximilian Laible in der kommenden Saison vorhaben, allerdings schon. In den kommenden Wochen heißt es für diese sieben Farbe bekennen. Am besten Blau.

Unabhängig davon hält Rolf Baumann bereits fleißig Ausschau nach neuen, jungen Spielern, zuletzt am Wochenende bei Jugendmatches des VfB Stuttgart und den Stuttgarter Kickers. Wo er nicht selbst den Kiebitz geben kann, schickt er einen „Scout“ los. Sein ehemaliger Co-Trainer Isidro Garcia tingelt für Baumann durch die Lande auf der Suche nach jungen Verstärkungen.

In diesem Zusammenhang hat der VfL nicht mal die schlechtesten Karten, um potenzielle Hochkaräter anzulocken. Nach dem Insolvenzantrag von Regionalligist SSV Reutlingen, dem kommende Saison im schlimmsten Fall die Kreisliga droht,

ist der VfL – Drittligisten mal ausgeklammert und unabhängig vom Ausgang der eigenen Saison – auf einem guten Weg, hinter der SG Sonnenhof Großaspach die Nummer zwei in der Region zu werden. Zumal der Hoffnungsfunken auf den Aufstieg trotz der beiden jüngsten Niederlagen und der Tatsache, dass Walldorf den VfL auf Platz drei verdrängt hat, noch glimmt. „Es ist noch nicht aller Tage Abend“, hofft Rolf Baumann auf Patzer der übermächtig erscheinenden Hoffenheimer. Zumindest gestern erfüllte sich diese Hoffnung nicht: Der Tabellenführer, deren Trainer Markus Gisdol am Freitag Zaungast in Kirchheim, gewann gestern 3:0 in Spielberg, baut dadurch den Vorsprung auf den VfL auf acht Punkte aus.

Ob das direkte Duell der beiden am 2. Mai ein echter Titel-Showdown wird, hängt aus Kirchheimer Sicht ain erster Linie vom Verlauf der kommenden Wochen ab. Übermorgen kommt der FC Villingen (Anpfiff: 19 Uhr), am Samstag geht‘s nach Freiberg. Darauf folgen die Partien gegen Weinheim (H/10. April), Bahlingen (H/14. April), Stuttgarter Kickers II (A/17.4.), Walldorf (A/21. April) und Durlach (H/24. April) – wegweisende Spiele, in denen die Mannschaft die am Freitag wieder entdeckten Tugenden gut gebrauchen kann. „Wir wussten, dass wir es besser können, als beim 1:5 in Illertissen“, sagte Kapitän Christopher Eisenhardt nach der Nöttingen-Partie. Und wer weiß: vielleicht bewahrheitet sich in diesem Zusammenhang eine Vermutung, die der Mainzer Bundesligacoach Thomas Tuchel unlängst äußerste: „Sportlich weiter entwickeln können sich Mannschaften nur nach Niederlagen.“ Auch der VfL?