Lokalsport

Faire Teckteamsstehen zu Buche

Am Heiligabend schaut der Weihnachtsmann traditionell in sein goldenes Buch und überprüft, wer übers Jahr hinweg brav gewesen ist. Im Hinblick auf die Fußball-Fairplay-Wertung übernehmen diesen Job die lokalen Staffelleiter. Nachdem nun alle Vergehen vom Sportgericht Neckar/Fils geahndet worden sind, steht ein vorläufiges Zwischenergebnis fest.

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM Die Winterpause ist traditionell die Zeit, in der die Fußballer verschnaufen, personell aufrüsten, Abgängen nachtrauern oder ihre Wunden lecken nicht selten auch jene, die ihnen vom Gegner beigebracht wurden. Wer als Kicker eines lokalen Vereins in der Vorrunde Blessuren davongetragen hat, kann sich zumindest in einem Punkt sicher sein: Der Übeltäter kam bestimmt nicht vom TSV Owen oder den SF Dettingen. Diese beiden Vereine führen die Fairplay-Tabelle nämlich an.

Im Schatten der Teck gehen die Balltreter am fairsten zu Werke. Sowohl beim TSV Owen als auch bei den SF Dettingen steht nach jeweils 13 ausgetragenen Partien erst eine Gelb-Rote Karte zu Buche. "Was die Fairness angeht, haben wir in Dettingen ein pflegeleichtes Team", erklärt SFD-Sprecher Volker Krissler. Trainer Wolfram Bielke lege großen Wert auf ein gesittetes Auftreten der Elf, die in der Kreisliga A momentan den achten Tabellenplatz belegt. Garant für eine disziplinierte Mannschaft ist für Krissler eine erfolgreiche Jugendarbeit. "Im Gegensatz zu zusammengekauften Mannschaften haben solche, die auf eine gute Jugend zurückgreifen können, weniger Probleme mit der Fairness."

In Owen ist die Freude über den ersten Platz in der Faiplay-Tabelle etwas getrübt durch personelle Turbulenzen in der letzten Zeit. Trainer Jürgen Nix warf vor zwei Wochen das Handtuch. Abteilungsleiter Manfred Traumüller führt Nix' eigene Demission auf "mangelnden Trainingsbesuch seitens der Mannschaft" zurück. Bis zur Rückrunde wird Nix' Vorgänger Jürgen Kammerer die Geschicke des B-Ligisten leiten. "Deswegen hat das Sportliche bei uns erstmal Vorrang", will Traumüller die Fairplay-Wertung nicht überbewerten.

"Blinder" kostet PlätzeAbgeschlagenes Schlusslicht der Tabelle ist B-Ligist TG Kirchheim, der sich dieses Ergebnis wegen eigener Undiszipliniertheiten eingehandelt hat. Das Sportgericht Neckar/Fils brummte der TG jüngst eine satte Geldstrafe für Vergehen im und nach dem Spiel gegen den TSV Beuren am 7. November auf. In der Partie wurde Branko Kalfic (wechselt in der Winterpause zum KSV Urach) per Rot, Spielertrainer Coasta Giacobbe per Gelb-Rot des Feldes verwiesen. TG-Abteilungsleiter Wolfgang Kretzschmar diskutierte nach dem Spiel, das die TG 2:3 verlor, noch lange mit Schiedsrichter Wilhelm Erz aus Westerheim. "Ich hab da wohl irgendwas von einem Blinden zu ihm gesagt", gibt der TG-Boss zu. Die verhängte Geldstrafe beläuft sich nun auf über 300 Euro, 90 davon muss Kretzschmar für seine Verbal-Entgleisungen selbst berappen. "Das war wirklich ein teures Wochenende für uns", bilanziert er knapp sieben Wochen später.

"Kostendeckung per Fairplay" könnte das Motto der TG von nun an lauten gibt es doch für den ersten Platz 1 200, für den zweiten 800 und den dritten 500 Euro. Die Kosten eines Sportgerichtsverfahrens wären im Nu wieder drin. Und da sage noch einer, Fairplay lohne sich nicht.